Zwölf Jahre Haft für Ex-Qantas-Mitarbeiter wegen Terror-Handbuchs

10. August 2012, 19:20

Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Australiens

Sydney - Der Oberste Gerichtshof Australiens hat eine Haftstrafe gegen einen Ex-Angestellten der Fluggesellschaft Qantas wegen Verfassens eines jihadistischen Handbuchs bestätigt. Der 42-jährige, aus dem Libanon stammende Belal Chasaal muss damit für zwölf Jahre in Haft, weil er im Namen des Islam den "Heiligen Krieg" propagierte, wie das Gericht am Freitag entschied.

Der Mann war bereits 2009 in erster Instanz verurteilt worden, das Urteil wurde aber 2011 von einem Berufungsgericht aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft brachte den Fall daraufhin vor den Obersten Gerichtshof.

Chasaal war bereits 2004 wegen des Verfassens eines mehr als hundert Seiten langen Handbuches festgenommen worden, in dem er Anweisungen zum Bau von Bomben und zur Zerstörung von Flugzeugen gab. Als potenzielle Ziele für Anschläge wurden unter anderen Ex-US-Präsident George W. Bush sowie der damalige Chef des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, genannt. In dem in arabischer Sprache verfassten Buch gab Chasaal auch Anweisungen für Paketbomben und Geiselnahmen.

Chasaal betonte, das Buch habe nicht zum Ziel gehabt, zu Gewalt aufzurufen. Der Oberste Gerichtshof sah dagegen das Ziel eines "terroristischen Akts" als erwiesen an. Der 42-Jährige war bereits in Abwesenheit von einem libanesischen Gericht zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, weil er an der Finanzierung eines Anschlags auf eine McDonald's-Filiale in Beirut beteiligt gewesen sein soll. (APA, 10.8.2012)

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