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Kroatische Soldaten im August 1995 während der Operation "Oluja" ("Sturm").

17 Jahre danach gedenkt man in Dvor der ermordeten serbischen Flüchtlinge.
Ein Jahr vor dem EU-Beitritt Kroatiens wird auch der serbischen Opfer während der Operation "Sturm" gedacht, bei der im August 1995 ein Drittel des kroatischen Territoriums zurückerobert wurde. Doch viele Serben sind nie mehr zurückgekehrt.
Aus den Dachziegeln wachsen Büsche. Die Häuser scheinen nicht mehr auf ihre Besitzer zu warten. Aus den Fenstern des Gymnasiums, in das schon lange keine Kinder mehr gehen, ragen zerborstene Scheiben. Dvor ist fast eine Geisterstadt. An den Krieg muss hier nicht erinnert werden. In Dvor ist er noch immer präsent.
17 Jahre nach der Operation "Sturm", als ein Drittel des kroatischen Territoriums zurückerobert wurde, sind in den ersten Augusttagen noch immer viele Häuser in Kroatien beflaggt. Für viele kroatische Serben ist die Operation allerdings mit Vertreibung und Zerstörung verbunden. Etwa 200.000 flohen vor der anrückenden kroatischen Armee. Hunderte serbische Zivilisten wurden getötet. Ihre Häuser und Dörfer geplündert und teils angezündet. Viele kehrten nie mehr zurück. Ein Jahr vor dem Beitritt zur EU wird Kroatien auch daran gemessen, wie differenziert es mit seiner Vergangenheit umgeht. In dem letzten EU-Bericht forderte die Kommission eine höhere Toleranz gegenüber den kroatischen Serben ein und mehr Arbeitsmöglichkeiten für die Minderheit.
Vor Opfern verbeugen
Kroatische Politiker üben in diesen Tagen den Spagat. Premier Zoran Milanovic unterstrich heuer bei den Oluja-Feiern zwar, dass es sich um einen gerechten, humanen Verteidigungskrieg gehandelt habe. "Und mit diesen Werten treten wir der Europäischen Union bei." Gleichzeitig betonte er aber, dass "wir nicht feiern, um das Leiden anderer zu bejubeln". Und Präsident Ivo Josipovic meinte: "Den Frieden zu gewinnen bedeutet, unseren serbischen Bürgern die Hand zu geben, ihre Opfer anzuerkennen und sich vor diesen zu verbeugen."
In Dvor am Fluss Una wurde am 8. August 1995 eine serbische Flüchtlingskolonne von der kroatischen Armee angegriffen. Die Flüchtlinge wollten zu der Brücke, die auf die andere Seite der Una, in die serbisch kontrollierten Gebiete führte. Dutzende Menschen starben. Dänische UN -Soldaten berichteten später, dass Soldaten neun geistig behinderte Menschen, die in einer Schule untergebracht waren, einfach erschossen. Oberhalb der Stadt befindet sich ein Friedhof mit dutzenden Holzkreuzen, die keinen Namen tragen. Bürgermeister Nikola Arbutina trägt einen Anzug, als er den Kranz niederlegt, obwohl es sehr heiß ist.
Viele Tote seien identifiziert, sagt Arbutina, aber Kriegsverbrecherprozesse zu dem Angriff in Dvor habe es keine gegeben. "Kein Serbe kann Oluja feiern, das war eine Tragödie", meint er. Vor dem Krieg 1991 lebten in Dvor 15.000 Menschen, 85 Prozent Serben, nun leben hier 5800 Menschen. Nur 350 haben einen Job. Die gesamte Holz- und Keramikindus trie wurde im Krieg zerstört. "Die haben nicht an nachher gedacht", sagt der agile Bürgermeister mit den schnellen Augen, der nicht weiß, wie er heute EU-Fonds an Land ziehen soll, wenn keiner in seiner Stadt wohnen mag. "Wie soll ich es schaffen, dass Leute hierherziehen?", fragt er.
Tatsächlich ist Dvor an der Una ein trauriger Ort, obwohl die Hügel und der Fluss an der ehemaligen österreichischen Militärgrenze in einem tiefem Augustgrün schön erscheinen. Arbutina versucht seit drei Jahren vergeblich, die Ruinen aus seiner Stadt wegzubekommen. "Manche Häuser gehören Privatleuten, da kann ich nichts machen. Und manche gehören dem Staat, und da ist eine Agentur zuständig, und die funktioniert nicht", sagt er.
In einem Café sitzen ein paar ältere Männer. Manche hätten Angst vor den Wölfen, die in die Nähe der verlassenen Häuser kommen würden, erzählt einer. Es sei einiges für den Wiederaufbau der Häuser von Serben getan worden, sagt Milorad Pupovac, der im kroatischen Parlament die Anliegen von Serben vertritt. Doch dies sei nicht ausreichend. In manchen Fällen würden Serben jahrelang auf einen Stromanschluss warten, "den man sonst innerhalb von 30 Tagen bekommt", erzählt Pupovac von alltäglicher Diskriminierung. Eines der größten Probleme sei die Arbeitslosigkeit. "Von 600 Personen, die im letzten Jahr im öffentlichen Bereich ihren Job verloren haben, waren die Hälfte Angehörige von Minder heiten. Und die meisten davon Serben."
Pupovac kritisiert, dass in Kroatien zwar die Operation "Sturm", aber nicht das Abkommen von Erdut, durch das die ehemals serbisch kontrollierten Gebiete in den Staat integriert wurden, gefeiert wird. "Sie feiern den Sieg, aber nicht den Frieden", sagt er. Bürgermeister Arbutina glaubt immerhin, dass sich die Vorstellungen von Gerechtigkeit verändert haben. "Früher hatten immer die Sieger recht, jetzt werden die Regeln demokratischer." (Adelheid Wölfl aus Dvor /DER STANDARD, 11.8.2012)
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Die Operation Oluja hat den Krieg in Kroatien und Bosnien beendet. Deswegen ist dieser heroische und glanzvolle Sieg, auch unter Berücksichtigung der Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft und der Procontrahaltung einiger Staaten für die serbische Seite (insbesonder GB, NL, FR), gar nicht hoch genug einzuordnen. Traurig ist immer noch die Haltung des serbischen Staates, wo in diesen Tagen (17.08) der Beginn von Mord, Plünderung, Vertreibung durch die Terroristen feierlich in Belgrad zelebriert wird. Aber so sind sie halt unsere komsije.
welches mit seiner blutigen Vergangenheit nicht im Reinen ist. Kroatien ist ein Land, das die Totalvertreibung eines Teiles seiner Bewohner als Sieg feiert. In dem die Verharmlosung sowohl von Verbrechen aus dem 2. WK wie auch dem letzten Krieg salonfähig ist.
Am Britischen Markt im Zentrum von Zagreb kann jeder NDH-Devotionalien erstehen.
Die "EU" schweigt zu diesem Thema in den Fortschrittsberichten übrigens. Kroatien kann sich wirklich glücklich schätzen, das es seine Kriegsverbündete aus dem 2. WK wieder die Stange halten.
Der August 1995 stellt einen Höhepunkt des Feiertages dar, da Kroatien heute den Sieg und seine Freiheit feiern kann. Den Kroaten schmeckten diese Eroberungsgelüste der Serben nun mal gar nicht, die mit ihrem Sieg in der Operation "Sturm" die nationale Unabhängigkeit der Kroaten gewährleistet hatten. Kaum jemand hat es jemals gewagt, darüber nachzudenken, was aus dem Balkan geschehen wäre, hätten die Serben diesen Krieg gewonnen.
wenn man mich schlagen würde, dann würde ich mich natürlich wehren. oder wollen sie behaupten das, die bestenfalls minimal militarisierten, slowenien, kroatien, bosnien oder der kosovo serbien/rest jugoslawien/JNA angreifen würden(wobei die slowenen noch am besten organisiert waren, weswegen es zum glück dort nur zehn tage gedauert hat und natürlich weil man nicht gegen zwei länder --->kroatien auch noch krieg führen kann).
und ja, alle anderen haben gewonnen. alle anderen sind souverän und unabhängig geworden. aber das ist mal wieder typisch serbische allgemeine ansicht...und nur die serbische ansicht zum krieg...."alle sind schuld". wünsche noch einen schönen tag.
gibt es keine Sieger. Bürgerkrieg ist für beide Parteien ein Unglück, denn das Verderben trifft Sieger wie Verlierer. Kommentatoren sahen in der Operation "Sturm" vorallem den Wendepunkt im grosserbischen Märchen.
Wenn die kroatischen Serben einen Teil Kroatiens besetzt haben, dann besetzen die serbischen Albaner seit ein paar Jahren auch einen Teil Serbiens.
Sollte man hier auch eine 'Lösung' wie in Kroatiens herbeiführen und das besetzte Gebiet stürmen, Zivilisten ermorden und vertreiben? Und das ganze dann heroisch feiern?
Oder sollte man auf eine friedliche Lösung und Verhandlungen bezüglich einer Selbstverwaltung setzen?
Was im Kosovo passiert möchte ich eigentlich nicht kommentieren. Jedoch sind die Parallelen unübersehbar zu allen Konflikten im ehemaligen Jugoslawien, wobei die albanische Bevölkerung schon Anfang der 80er den Repressalien der serbischen Zentralregierung ausgesetzt war. Und friedliche Lösungen und Verhandlungen existieren im serbischen Wortschatz nur wenn die serbische Seite keinen anderer Ausweg mehr sieht. Hätten sich die Serben um eine friedliche Lösung durch Verhandlungen bemüht wäre es nie zu diesem Krieg im ehemaligen Jugoslawien gekommen. So mussten die Serben halt die bittere Lektion lernen und ich meine nicht die ganz normalen Menschen sondern die 65% der verbohrten Nationalisten die die anderen mit in den Abgrund gerissen haben
Gut, dass unter Präsident Tudjman dem serbischen Spuk in der Kraijna eine Ende gesetzt wurde. Diese "Serben" sind besser in Serbien zu Hause. Es scheint so, als ob Serbien über all da sein soll, wo Serben wohnen. Ich unterstütze das und meine, dass die Serben aus der Vojvodina und aus der sogenannten Republika Srpska dortin ziehen sollten, wo sie mit anderen Serben zusammen sind.
Wo Serben leben ist kein Frieden.
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