Unterirdischer Geheimgang aus dem 12. Jahrhundert entdeckt

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    foto: apa/landesverein für höhlenkunde oö/erhard fritsch

Erdstall blieb unvollendet, weil er in ungünstigen Boden gegraben worden war

Linz - In Oberösterreich ist neuerlich ein mittelalterlicher Geheimgang, ein sogenannter Erdstall, entdeckt worden. Er wurde vermutlich im 12. Jahrhundert angelegt und dürfte als Versteck vor Räuberbanden gedient haben. Als einziger der bisher bekannten blieb er jedoch unvollendet, wie der Landesverein für Höhlenkunde bekanntgab.

Der Erdstall ist bei Aushubarbeiten in Steinerberg in der Gemeinde Altenfelden im Bezirk Rohrbach gefunden worden, als der Bagger in etwa eineinhalb Metern Tiefe einen Hohlraum anschnitt. Er beginnt in einer niedrigen Kammer und setzt sich in einer nur auf dem Bauch robbend zu passierenden Engstelle in einen Gang fort, der bald endet. Die Gesamtlänge beträgt sieben Meter.

Fehlschlag

Die unterirdische Anlage befindet sich nahe eines Bauernhofs. Er gehörte im Mittelalter zur Burg Steinerberg und versorgte deren Bewohner mit Lebensmitteln. Der Gang wurde aber nicht vollendet, weil die geologischen Bedingungen an dieser Stelle ungünstig sind - massiver Fels und verwitterter Granit wechseln sich ab - und deshalb Einsturzgefahr bestand.

In Oberösterreich sind noch 25 Erdställe zugänglich; insgesamt sind hunderte solcher Anlagen im gesamten nordöstlichen Alpenvorland bekannt. Vermutlich wurden sie als Zufluchtsorte angelegt, damit sich Frauen und Kinder vor herumziehenden Räuberbanden verstecken konnten. (APA/red, derStandard.at, 10. 8. 2012)

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