Medaillenhoffnung lebt!

Wie der Geheimdienst bei Heinzls Chili extra erfahren hatte, erfreute sich das Ö-Haus extremer Beliebtheit

Nun war es zwar schon eine Weile her, dass Darabos in London die Schmerzerkenntnis überkam, seit Jahren Sportminister zu sein. Noch immer jedoch schlief er kaum. Noch immer (ob der demütigenden medaillenlosen Plätze) juckte es ihn, mit dem Heer in London einzumarschieren. War das, was der Sportminister in ihm spürte, ja nur ein vager Zorn auf Olympia gewesen, hatte der Verteidigungsminister in ihm nun daraus einen Plan geformt.

Er und die seinen würden (unter ORF-Begleitung) telegen das Österreich-Haus stürmen und alle Sportler zum Ablegen der "Hauptsache dabei"-T-Shirts zwingen - wie zum Absolvieren von 1000 Liegestütz.

Es gab jedoch ein Problem. Wie der Geheimdienst bei Heinzls Chili extra erfahren hatte, erfreute sich das Ö-Haus extremer Beliebtheit; es lag bei einer Umfrage kurz vor Olympia-Ende auf Platz zwei. Die Generäle rieten also Darabos, der seit seinem schmachvollen London-Besuch den geilen weißen Trainingsanzug nicht ablegen konnte, davon ab, die letzte Medaillenhoffnung zu zerstören.

Und: Wie man an Heinzls fröhlichen Talks mit begeisterten Ö-Haus-Besuchern aus vielen Ländern sah, zöge ein Militäreinsatz unabsehbare globale Verstimmungen nach sich. Darabos ließ sich erweichen: Das Ö-Haus würde, falls es eine Medaille holt, verschont und mit dem Orden für olympische Landesverteidigung bedacht.

Daneben möge der Geheimdienst sicherheitshalber (mit Heinzls Hilfe) herausfinden, ob Usain Bolts Mutter nicht irgendwann doch eine Sachertorte gegessen hat. Es musste beim Sprinter ein Österreich-Bezug her. Noch besser wäre natürlich, man fände zwischen Bolt und ihm, Darabos, gewisse Verwandtschaftsverhältnisse. (Ljubisa Tosic, DER STANDARD, 11./12.8.2012)

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