Post fährt auf die Selbstbedienung ab

10. August 2012, 17:17
  • Der Briefträger bringt es künftig seltener persönlich.
    foto: standard/cremer

    Der Briefträger bringt es künftig seltener persönlich.

Mehr Eigeninitiative, dafür Dienstleistung rund um die Uhr: Österreichs Post baut die Selbstbedienung aus

Wien - Bei der Post ist künftig mehr Eigeninitiative gefragt. Und wer es schnell haben will bei den Briefen und Paketen, besorgt es sich lieber selber. Für Georg Pölzl ist einer der Schlüssel zum Erfolg der Post die Selbstbedienung. Er werde weiter konsequent darauf setzen, sprich: entsprechende Zonen vor allem in österreichischen Ballungsräumen ausbauen, sagt der Post-Chef.

Täglich rund um die Uhr sollen die Dienstleistungen verfügbar gemacht werden, die persönlichen Kontakte zu Postlern sollen damit entbehrlich werden. Über Frankierautomaten etwa, oder Abgabe- und Empfangsboxen für Pakete. Von den Letzteren seien in Graz mittlerweile bereits 250 im Einsatz. Ähnliches sei nun in Wien und anderen großen Städten geplant. Denn das Paketaufkommen steigt, anders freilich als jenes der Briefe. Deren Verkehr bricht im Banne boomender Mails weiter ein. "Tun wir nicht so, als würde sich die Welt nicht verändern", sagt Pölzl - nicht ohne zuvor die Bedrohung für die traditionelle Post mit Verweis auf eine aktuelle Studie zu relativieren.

Das Ifes befragte dafür in Österreich 750 Privatkunden und 500 kleine wie mittlere Betriebe. Ergebnis: 41 Prozent der Unternehmen verschickten ihre Korrespondenz überwiegend auf Papier, die Hälfte teils elektronisch. Wichtige Dokumente wie Rechnungen und Verträge würden zu gut 66 Prozent nur auf Papier versendet.

Neues Vergütungsmodell

Für alle Briefträger startet mit kommendem Jahr ein neues Vergütungsmodell. Statt pauschal wird künftig nach Arbeitszeit abgerechnet. Zustellern wird damit kein bestimmtes Versorgungsgebiet mehr zugewiesen. "Wer früher fertig ist, geht heim, dieses Modell ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Pölzl. Der Grund für die Umstellung sei jedoch keineswegs Lohnersparnis für die Post. Vielmehr gebe es Vorgaben des Gesetzgebers. Für seinen Konzern werde dies kostenneutral sein.

Seit Jahresanfang sank die Zahl der insgesamt fast 23.000 Vollzeitkräfte der Post um 269 Mitarbeiter. Im Schnitt werde es jährlich netto um 500 Arbeitsplätze weniger geben. Mit der Initiative, überzählige Postler in der Schulverwaltung unterzubringen, ist Pölzl zufrieden: Einen Wechsel gebe es mittlerweile. Zäh sei der Schritt von der Post zur Polizei. Alles in allem seien bisher 360 Postler in den Bundesdienst gewechselt.

Einmal mehr wurde im Sommer harsche Kritik an den Ferialjobs des teilstaatlichen Konzerns laut. Der SP-Abgeordnete Franz Riepl sprach angesichts der Entlohnung von 821 Euro brutto für 40 Stunden pro Woche von Dumpinglöhnen, was Pölzl zurückweist: Es spiele sich alles im gesetzlichen Rahmen ab. Die Post zahle, was auch andere Konzerne zahlten, es fehle zudem nicht an Leuten, die sich als Urlaubsersatz anbieten.

Besser verdient

Die börsennotierte Post verdiente heuer im ersten Halbjahr deutlich besser. Das Betriebsergebnis stieg um 13,5 Prozent auf mehr als 92 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich zugleich um 3,1 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. Der Cashflow und das Eigenkapital lagen ebenso über dem Vorjahrswert. Bis Jahresende soll es weiter leicht bergauf gehen, versprach Pölzl. Die Dividendenpolitik werde beibehalten. Zuletzt gab es 1,70 Euro je Aktie.

Betroffen ist die Post von der Insolvenz des Versandhändlers Neckermann. Die Ausfälle seien aber im Rahmen der getroffenen finanziellen Vorsorge, versichert Pölzl. Verlorene Volumina tauchten anderswo wieder auf, das habe der Quelle-Konkurs gezeigt. Auf vermehrte Überfälle auf Postämter werde mit geringeren Bargeldbeständen und mehr Videoüberwachung reagiert. (vk, DER STANDARD; 11.8.2012)

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wenn es der post eh so gut geht, wäre es vielleicht eine gute idee, die tägliche zustellung wieder einzuführen.
speziell der montag und der freitag zählen bei uns in 1020 wien anscheinend noch bzw. schon zum wochenende.

na und?

in jeder bank schon lange usus

klar, noch besser wird die post verdienen

wenn wir alles selber machen müssen, wird ihr mit sicherheit ein paar millionen bringen.

doch dass es hier nicht um besseren service, sondern um selbstbedienung fürs gleiche geld geht, dass das also im grunde eine weitere bürgerabzocke ist, behirnen offenbar hier die wenigsten.

alle dienstleistungen, die wir heutzutage selbst erledigen, bringen der wirtschaft viele, viele milliarden!

die sollen den ganzen betrieb zudrehen,...

ich hatte bis vor kurzem beruflich täglich mit der post zu tun,... man meint sowieso, dass die eine gewisse quotenregelung bzgl. enorm minderbemittelter mitarbeiter zu erfüllen haben.

das komplette ungetüm "österreichische post" ist vom zusteller bis zum schalterbeamten reine staatliche geldverschwendung.

ich versende pro monat ~500 pakete. jetzt mit einem privaten dienstleister, der für die selbe tätigkeit weniger geld, bei voller versicherung und nachverfolgbarkeit in geringerer regellaufzeit verlangt. dem ist es auch egal, ob ein packerl durch den "normschlitz" passt oder nicht,...

die staatliche post ist ein relikt aus vergangenen zeiten - genau das richtige, um alte omas abzuzocken, die einmal im jahr ein care-paket senden wollen.

briefmarken ...

gibt es denn keine möglichkeit dass man ohne großes herumgetue seine eigenen briefmarken drucken kann die dann übers mobiltelefon abgebucht werden. kann doch nicht so schwer sein!
beim porto frag ich mich immer wieder wieso es keine eu-regelung gibt die darauf abzielt das der zu bezahlende betrag auch der distanz abhängt. wenn ich als salzburger in bayerisch gmain was bestellen würde so bezahlte ich wahrscheinlich 14€ wenn es in groß gmain bestellt würde dann nur 5€ obwohl die distanz zwischen den beiden gemeinden gerade die breite eines virtuellen grenzbalkens hat.

bei den öffnungszeiten

lob ich mir die selbstbedienung

Korrekter Zusteller: ein Glücksfall!

Mein Zusteller hat es sich angewöhnt, Poststücke, die nicht durch den Schlitz im Postkasten passen, schon vor der Zustellung im Abholpostamt zu deponieren und eine Benachrichtigung zu hinterlassen. Darauf angesprochen erklärte er, dass er solche Poststücke grundsätzlich nicht auf seine Tour mitnehmen könne, weil sie ihm möglicherweise gestohlen würden, wenn sein Moped unbeaufsichtigt wäre und außerdem bei Schlechtwetter nass und evtl. beschädigt würden. Klingt doch recht vernünftig?

Die Post bringt allen was - auch wenn man's gar nicht will.

Habe heuer für 14 Tage ein Urlaubsfach wie folgt eingerichtet: via Internet registrieren; Formulare ausdrucken; aufs Postamt gehen; Personalausweis vorlegen; Registrierung verifizieren lassen; Urlausbfach via Internet mit dem zugeteilten Code freischalten; mit Kreditkarte EUR 13,08 bezahlen.
Der Effekt: Die Post der ersten Woche wurde wie geplant im benannten Abholpostamt gesammelt. Die Post der zweiten Woche fand sich (hoffentlich vollständig) im Postkasten.
Meine Erkenntnis: die Post bietet sinnvolle Dienstleistungen an, die sie wegen personeller und organisatorischer Mängel nicht erfüllen kann
(aufgrund meiner Reklamation wurden mir dann allerdings die EUR 13,08 rücküberwiesen).

Post fährt auf die Selbstbedienung ab

Gilt das auch für die PSK?

Und was ich noch zu meinnem vorigem Posting zu sagen hätte:

Einem Unternehmen das so ein mieses Service zu so horrenden Preisen liefert sollte die Betriebslizenz entzogen werden. besonders wenn dann bei der Beschwerde den Fehler den Verantwortlichen in Bratislava unterjubeln wollte.
Das ist einfach zum k***n.

hermes für pakete verwenden - wenns nur sporadisch ist!

kostet meins wissens rund 9€ für bis zu 20kg. regellaufzeit 3 tage - meist aber schneller,...

ich schicke alles nur noch via dhl. die kommen zu mir und holen die versandware, sind freundlich und bei ~1000 pakerl gehen im schnitt 1-2 unter. ein wert, den sie bei der österreichischen post schon bei 10 pakerln erwarten können.

bzgl. benachrichtigungen. ich habe ein geschäft, dass zwischen 8 und 18:00 uhr offen ist (grosse eingangstür und auslage). um elf parkt der postler sein moped vor meiner tür - denken sie, der hat ein pakerl mit? nein - nur den abholschein, den er dann ganz unauffällig an der nebentür deponiert.

ich habs ihm 3 mal erklärt! dann hats funktioniert, bis der sommerpraktikant das selbe spiel von vorne begonnen hat,...

Die Post ist schon ein Sauhaufen

Habe kürzlich so um die €45 für eine Expresssendung in eine grössere slowakische Stadt bezahlt. Sollte zwei Tage brauchen, aber in Wirklichkeit waren es sieben.
Habe die Sendung nach drei Tagen getraced. Der Oberhammer war dass die Post keinen direkten Weg für Expressgut von Innsbruck nach Wien hat. Die Sache muss zu erst nach Nürnberg. Wäre ja auch OK wenn die Sendung dann dort innerhalb von Stunden weitergeleitet wird. Nein, alle Expresssachen werden nur Nachts transportiert UND dürfen in jeder Station den ganzen Tag herumliegen. Von Wien nach Bratislava das selbe. Man könnte glauben dass zwischen 70km entfernten europäischen Hauptstädten mehrmals am Tage express geliefert wird. Nein die Post braucht 24 Stunden für 70km.
Nur mehr UPS!

sinnlose Fahrradkennzeichen, 1

Fahrradkennzeichen bringen nichts (und deswegen gibt es sie auch nirgends, die Schweiz hat die Versicherungsplakette abgeschafft!)weil:

a) enormer Bürokratischer Aufwand

b) erhöht die Verkehrssicherheit nicht

c) trägt nicht zu mehr Verkehrsdisziplin bei –siehe Kfz Kennzeichen, höchstens zu gegenseitigen Anzeigefluten der selbsternannten STVO Experten bzw. zu einer Law- & Order Haltung: Autofahrer zeigt den bösen Radfahrer an, der angeblich nicht weit genug rechts fährt, dieser zeigt den Autofahrer wegen üblicher Nachrede an, 10 PKW die zu knapp vorbeigefahren sind, dann noch alles die die Kreuzung blockiert haben und alle illegalen Parker.

Ich nehme an, Sie sind Radfahrer,

und als solcher nicht in der Lage, die Orientierung zu behalten.

Lieber Hannibal,

kann es sein, dass Sie sich beim Artikel geirrt haben? ;-)

Du bist auch ein paar mal falsch abgebogen

Zusammnehänge und Wechselwirkungen

Der Zusammenhang zwischen Kennzeichen und der "vorbildlichen" Einhaltung der STVO ist eindeutig erkennbar:

http://vienna.mybikelane.com

PS: wenn ich - der zwar vorwiegen Freizeitradfahrer ist, aber dennoch das Rad für ein ideales Verkehrsmittel für die Stadt halte - ein Nummerntafel auf meine Räder schrauben muss, weil dann Law & Order so viel besser ist, mach ich einmal den Spaß und zeige alle massiv illegalen Parker (Befahren Gehsteig, Radweg, Feuerwehrzufahrten) an.

Hanni Balli,

Sie haben sich des falschen Verkehrsmittels bedient und sind deshalb statt mit Elefanten in Rom, mit Fahrrädern ins Wirtschaftsforum eingefallen.

Neue Idee der Post:

die kunden sollen in zukunft die Post selbst zustellen. Dafür werden die Kosten nur leicht erhöht.

wenn ich die Möglichkeit hätte dann wäre es besser

als einen Zettel, ausgestellt um 9 vorzufinden und 8 Stunden später bekommt man nichts da das 'Paket, angeblich, noch nicht in der Postfiliale ist'. In solch einem Fall bekomme ich das Ganze bestenfalls 1,5 Tage später, vorausgesetzt es ist kein Wochenende dazwischen und ich bin vor 18 Uhr dort.

Woher kenn ich das nur???

Richtig! In "god´s own country, the promise land" gibt es das ja schon seit.......100 Jahren? Nur mehr P.O.Box - Adressen.

Und diese "Ferialpraktikanten"! Die sind eine Frechheit. Einmal kurz angeläutet, Abholzettel ins Postfach und weg ist er/sie. Wenn man nicht gerade neben der Gegensprechanlage - die diesen "Praktikanten" aber auch den privaten Zustellern anscheinend nur vom Hörensagen bekannt ist - steht, kann man sich seine Post vom Postamt abholen. Von mir aus können sie solche "Zusteller" gleich einsparen, mir eine E-Mail schicken und ich hol mir meine Post gleich ab, macht ja keinen Unterschied.

Schüssel

Dass die Post heute dreistellige Millionengewinne macht, aber die Bediensteten und die Bevölkerung nichts davon hat, ist einzig auf Schüssel zurückzuführen. Mit seines "mehr privat weniger Staat" Hysterie hat er leider das Ziel der Post komplett umgedreht: von einer flächendeckenden Versorgung mit Postämtern und Postkästen zur (leistungslosen) Gewinnmaximierung für die Aktionäre.

Hören Sie mir mit dem Schüssel auf! Die Post wurde unter einem roten Ressortminister einer GroKo eines roten Bundeskanzlers am 1.5.1996 privatisiert, weil die ehem. Post- und Telegrafenverwaltung in eine AG umgewandelt worden ist.

Ich habe 1990 - 1996 einige Male in den Ferien bei der Post als UEK gearbeitet

Mit den 821€ BRUTTO (In Schilling 11.300) warst du damals schon am unteren Ende der Einkommensskala der Ferialarbeiter - dass noch immer dieser Hungerlohn gezahlt wird und das legal möglich ist, das kann man nur noch als gepflegte Schweinerei bezeichnen.

Ich war, knapp nach der Jahrtausendwende, auch einen Sommer dabei. Als ich einmal mit dem Postwägelchen auf Tour war, kommt mir ein alter Mann entgegen. Wir kommen ins Gespräch und zum Abschluß legt er mir die Hand auf die Schulter und meint, ob er mir einen guten Rat geben darf. Ich denke mir "Warum nicht?", bejahe seine Frage und höre dann: "Bleiben´S bei der Post, weil die zahlen gut!"

... Ähm. Ja. Eh.

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