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"Idol-Marketing", "Social Payment" oder "Crowdfunding" heißen die Instrumente, mit denen die Piratenpartei Musikern und Liedermachern das kostenlose Herunterladen von Songs und Texten schmackhaft machen will. Hinter diesen Schlagwörtern verbergen sich Geschäftsmodelle im Internet, die den Kreativen ein Einkommen sichern sollen, wenn das nichtkommerzielle Kopieren von Dateien im Internet erlaubt wäre. Mit dem Reuters am Freitag vorliegenden Entwurf reagieren die Piraten auf die massiven Proteste vor allem von Künstlern und Selbstständigen auf die Vorschläge zur Reform des Urheberrechts.
Das schrankenlose Internet mit einer weitgehend kostenlosen Verfügbarkeit der Inhalte zählt zu den Gründungsideen der Piraten. Aus Sicht der Partei ist das derzeitige Urheberrecht ein Haupthindernis für den freien Zugang zu Wissen und Kultur. Vor allem Künstler fürchten aber um ihre Existenzgrundlage, wenn ihre Lieder, Filme oder Texte kostenlos heruntergeladen werden können. In ihrem Papier sehen die Piraten diese Gefahr nicht und listen alternative Einnahmequellen auf, die ihrer Ansicht nach die gebührenpflichtige Nutzung geistigen Eigentums ersetzen kann.
Idol
Dazu zählt etwa "Idol-Marketing". Demnach wird der Künstler durch die kostenlose Verbreitung seiner Werke im Internet bekannt. Durch die so gewonnene Popularität kann er bei Konzerten oder Lesungen entsprechende Eintrittspreise verlangen. Ein weiteres Modell ist "Social Payment". Hierbei bleibt es dem Nutzer überlassen, freiwillig etwas zu zahlen. Zu den aus Piraten-Sicht denkbaren Geschäftsmodellen zählt auch das Anbieten von Gratis-Software, zu der eine kostenpflichtiger Kundendienst angeboten wird.
Beim "Crowdfunding" sollen sich die Urheber ihr Werk vorfinanzieren lassen. Eine Variante davon ist das "Crowdinvestment", bei denen die Förderer am finanziellen Erfolg des Projektes beteiligt werden. Verwertungsgesellschaften wollen die Piraten zwar bestehen lassen. Allerdings müssen sie so reformiert werden, dass vor allem den Urhebern die Einnahmen zufließen.
Bereits etabliert hat sich die Finanzierung von Gratisinhalten durch Werbung. Bekanntestes Beispiel dafür ist nach Ansicht der Piraten die Suchmaschine Google. Unter dem Schlagwort "Freemium" verstehen die Piraten eine Variante, bei der die Werbefreiheit gegen eine Gebühr erkauft werden kann. Schließlich setzen die Piraten auch auf öffentliche Förderung. "Zur freien Entfaltung einzelner aufstrebender Künstler, insbesondere in Bereichen, die nicht im Mainstream der bisherigen Verwertung liegen, besteht die Möglichkeit und die Verantwortung zur Förderung", heißt es in dem Papier, aus dem eine Broschüre zum Urheberrecht werden soll.
Kopiern
Die Piraten verweisen auf Studien, nach denen Künstler nicht mit erheblichen Verlusten rechnen müssten, wenn die Weitergabe von Dateien im Internet legalisiert würde. "Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist", schreiben die Autoren.
Die Piratenpartei sieht die Rechte der Allgemeinheit an der Verwendung von Wissen und Informationen durch das derzeitige Urheberrecht eingeschränkt. Für die Newcomer, die mittlerweile in vier Landtagen vertreten sind und gute Chancen haben, kommendes Jahr in den Bundestag einzuziehen, ist eine Urheberrechts-Reform eine "zutiefst humanistische Forderung". Dazu gehören nichtkommerzielle Tauschbörsen, der Wegfall von Kopierschutz, die Verkürzung der Dauer des Urheberrechtsschutzes und eine Stärkung der Rechte der Kreativen gegenüber den Rechteverwertern wie etwa die Gema.
Viele Künstler haben diese Forderungen auf die Barrikaden getrieben. Vielbeachtet war ein Wutausbruch des Schriftstellers Sven Regener, der in einem Interview sagte: "Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt. Und sagt: 'Euer Kram ist nichts wert. Wir wollen das umsonst haben. Und wir scheißen drauf, was Du willst'." (Reuters)
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Wär's für die Damen und Herrn Piraten denn auch okay, wenn sie ihr Gehalt auf "social" Basis kriegen, also jeder Bürger spendet ihnen monatlich soviel wie er mag?
Die lustigen Leut' tun immer großartig die Leistungen anderer verschenken, würde mich wundern wenn sie das auch bei sich selbst anwenden würden.
hat Recht: Was etwas Wert ist oder nicht, bestimmen die Konsumenten. Das gilt sogar für Geld selbst: Auch dieses ist nur so viel Wert, wie ihm als Wert gemeinhin zugestanden wird. Wer etwas von Wert schafft, sprich etwas, das die Konsumenten honorieren wollen, wird damit auch immer etwas verdienen können.
Wir Konsumenten wehren uns aber vehement dagegen, für etwas einen Betrag weit über seinem Wert zahlen zu sollen. Das nennt man nämlich gemeinhin "Abzocke" bzw. Wucher.
Und Künstler sollten überhaupt den Mund nicht so voll nehmen: Im Gegensatz zu Lebensmitteln stirbt nämlich keiner am "Kunstentzug". Filme, Musik etc. ist also so ziemlich das Erste, auf das man verzichten kann. Und so ziemlich das Erste, das man auch selbst machen kann.
Die Künstler selber kriegen ja eh nur eine Bettel und sind ihnen faktisch 50 Jahre lang (70 geplant) ausgeliefert.
Immerhin sind die Urheber dumm genug, um sich vor den Karren der Rechteverwerter spannen zu lassen.
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