Am Ende hat halt alles ein goldenes Mascherl

13. August 2012, 16:20
  • "Ich bin schon ein richtiges Wohntier. Jetzt kann man hier richtig 
gut knotzen." Stefanie Werger in ihrem neu ausgemalten Wohnzimmer in 
Graz.
    vergrößern 800x387
    foto: zita oberwalder

    "Ich bin schon ein richtiges Wohntier. Jetzt kann man hier richtig gut knotzen." Stefanie Werger in ihrem neu ausgemalten Wohnzimmer in Graz.

Stefanie Werger wohnt in einem 450 Quadratmeter großen Haus in Graz, das sie selbst mitgeplant hat. Als Alterswohnsitz will sie aber einen Bungalow

Stefanie Werger ist nicht nur Sängerin, sondern auch Selfmade-Architektin. Wojciech Czaja war in ihrem 450 Quadratmeter großen Haus am Grazer Stadtrand zu Besuch.

"Ich habe 20 Jahre lang in Wien gelebt. Am Anfang meiner Karriere war das wichtig, denn da muss man als Künstlerin schnell auffindbar sein. Irgendwo in Graz herumzugurken wär damals unpraktisch gewesen. Eines Tages bin ich dann wieder nach Graz gezogen. Mein Elternhaus, in dem ich aufgewachsen bin, liegt genau gegenüber meiner Villa. Ich kann mich genau erinnern: Schon als 17-Jährige hab ich übern Zaun g'schaut und hab zu meiner Mutter g'sagt: 'Weißt es, wenn ich groß bin, dann bau ich mir da drüben ein Haus.' Ich hab mir damit einen Kindheitstraum erfüllt, nur ist dieser Traum, was die Dimensionen betrifft, leider ein bissl aus den Fugen geraten.

Ich hab die Innenraumplanung nämlich selber gemacht. Eineinhalb Jahre hat das gedauert! Allerdings hatte ich damals noch keine Erfahrung mit realen Größen. Und dann fängt man an, die Wände um einen Zentimeter nach außen zu verschieben, und dann um noch einen und um noch einen, und plötzlich hat das Haus 450 Quadratmeter. A bissl groß das Ganze. Was soll's, Spaß hat's g'macht!

Für Statik, Außenplanung und Bauaufsicht war mein Architekt Wilfried Kassarnig zuständig, der früher auch mein Kaffeehaus gestaltet hat. Ein kreativer Mann! Das ganze Haus ist geziegelt und hat einen Fernwärme-Anschluss. Ich hab Fußbodenheizung, aber als Zusatz gibt's auch ein paar Heizkörper. Dann wärmelt's noch a bissl besser.

Das Wohnzimmer ist unser Entspannungsort. Mein Mann Karl-Heinz und ich sind schon richtige Wohntiere. Am Anfang war das Wohnzimmer ganz weiß, aber das war mir einfach zu ungemütlich. Mit den warmen Erdfarben an den Wänden wurde es dann heimelig. Jetzt kann man hier richtig gut knotzen. Auf den Böden liegt kanadischer Ahorn und teilweise Granit. Die Möbel hab ich größtenteils selbst entworfen und von einem Tischler anfertigen lassen. Nur ein paar Sachen stammen aus der Zeit um 1900, so zum Beispiel die Vitrine und der Schreibtisch, an dem ich nie sitz. Und die Bar in der Mitte ist so ein Hingucker für einen Aperitiv, wenn grad Gäste zu Besuch sind.

Oben im ersten Stock ist ein großer Schlaf- und Atelierbereich mit einem offenen Dachgiebel. Das ist schon posierlich. Da ist auch mein Arbeitsplatz. Die meisten Lieder fallen mir eigentlich am Computer ein. Manchmal steh ich mitten in der Nacht auf, setz mich an den Schreibtisch, genieß die Ruhe und fang an zu schreiben.

Was ich überhaupt nicht ertrage: Hintergrundmusik, Zwangsbeglückung der schlichten Art. Das hass ich wie die Pest! Überall wird man vollgesulzt - im Kaffeehaus, im Supermarkt, nicht einmal am Klo hat man mehr seine Ruh.

Eine Besonderheit hier im Haus ist der Lastenaufzug. Den habe ich nicht nur wegen meiner kaputten Bandscheiben eingeplant, das hat vor allem damit zu tun, dass ich eine faule Sock'n bin. Ich will nix schleppen. Einziges Problem: Immer wieder hier noch a bissl was dazu, und da auch noch a bissl was dazu, und am Ende hat halt alles ein goldenes Mascherl.

Das Allerallerbeste ist der Garten. Ein Urlaubsparadies! Ich hab einen 30 Meter langen Schwimmteich mit Seerosen, wenn's warm ist, bin ich fast jeden Tag im Wasser. Außerdem gibt's einen Marillenbaum, einen Blutahorn, Oleander und Zwergtannen - die Zwerge wachsen ganz schön mächtig.

Jetzt plan ich schon mein nächstes Haus. Demnächst werden wir dieses Anwesen hier nämlich verkaufen und in die Südsteiermark ziehen. Es ist Zeit, sich um einen Alterswohnsitz zu kümmern. Ich bin zwar erst 61, aber ich werde nicht ewig so aktiv sein. Das neue Haus soll ein Bungalow werden, alles ebenerdig - und nein, keine 450 Quadratmeter! Ich glaub, wir stehen derzeit bei 150 Quadratmetern. Fortschritt! Schauma mal, wie's weitergeht." (DER STANDARD, 11./12.8.2012)

Stefanie Werger, geboren 1951 in Maria Lankowitz, lernte als Kind bereits Flöte, Geige und Klavier. Später studierte sie Musik an der Musikakademie Graz, brach das Studium jedoch ab und begann, als Musikerin mit verschiedenen Bands durch Deutschland und die Schweiz zu reisen. 1982 erschien ihr Musikdebüt "Die Nächste bin ich!". Erst kürzlich brachte sie ihr neues Album "Südwind" heraus. Im Herbst beginnt ihre nächste Tournee.

Seit zwölf Jahren lebt Stefanie Werger nun mit ihrem Mann Karl-Heinz, einem Berufsmasseur, in Graz. 2010 erhielt sie das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark.

Link

stefaniewerger.at

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 32
1 2

die wollt die schiache hüttn doch versteigern oder?

das haus wurde nicht versteigert....

.....weil es geschmacklos ist und in einer hässlichen umgebung steht. deswegen gibt's wahrscheinlich auch keine fotos. groß und schiach, neureich eben.

Das wenige, das man auf dem Foto oben vom Haus sieht, schaut absolut nicht so aus dass ich es haben möchte.

Außerdem sind 450 m2 größenwahnsinnig und sinnlos.

Ihr Haus mitplanen tun übrigens fast alle, die ein Haus bauen.

die 450qm passen eh zu ihr

Es ist mir noch nie so schwer gefallen wie jetzt, keinen Kommentar zu schreiben.

Hauptsache die Tür ist breit genug.

dieser Traum, was die Dimensionen betrifft, leider ein bissl aus den Fugen geraten.

Nicht das Einzige was aus den Fugen geraten ist..

wo sit die karaoke ecke?

Die Verlosung der Villa ist wegen geringer Nachfrage gescheitert, die Künstlerin will das Haus bei Graz aber weiterhin verkaufen

€ 99 betrug der Lospreis.
"Der Lospreis werde den Käufern bis spätestens Jahresende retourniert - abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 16 Euro. Mit dieser Bearbeitungsgebühr werden Kosten für Anwalt und Homepage sowie Forderungen des Finanzamts beglichen, erklärte Werger. Diese Gebühr sei in den Verlosungsbestimmungen festgehalten gewesen und von jedem Käufer akzeptiert worden."

http://derstandard.at/125431066... rlosung-ab

wieso die dann nochmal 50m² angebaut hat danach

Zum goldenen Mascherl halt noch ein goldenes Quasterl ....

Vieleicht hats die Bearbeitungsgebühr ja verarbeiten müssen, damits nicht unter die Steuer fällt ;-)

Wääähhh.., ein Raucherhaushalt.

Ich glaube,

niemand wird Sie auffordern reinzukommen. Sie können also ganz beruhigt sein..

"Was ich überhaupt nicht ertrage: Hintergrundmusik, Zwangsbeglückung der schlichten Art"

echt "posierlich", das aus der steffi mund...

wollte sie das Haus nicht schon vor Jahren mit einer Auktion loswerden?

grandios gescheitert !

Genau

Wollte aber keiner. Zuwenig Lose wurden verkauft.

Naja, welch gewöhnlich Sterblicher will schon wirklich ein 450 Qm Haus!

Sowas muß man im Winter auch heizen können. Und für sogenannte "Promis" ist´s vielleicht nicht die richtige Gegend.

...nur ist dieser Traum, was die Dimensionen betrifft, leider ein bissl aus den Fugen geraten.

nicht nur der.

Beim Anblick dieses Wohnzimmers

bekomm ich Sehnsucht nach Florenz!

ich will einfach nur weit weg...

Beim Anblick des Fotos...

denke ich eher an Bologna. ;-)

Also, ich kann von mir nicht gerade behaupten,....

.....dass ich für Stefanie Werger und ihrer Lyrik wilde Sympathien entwickle. Doch eines muss man der Frau uneingeschränkt lassen, sie ist in vielen Facetten ungemein kreativ und zielorientiert. Wobei mir dabei auch ihr unausgeprägter Sinn zur Selbstironie einfällt.
Gab es da seinerzeit nicht diesen Witz, mit dem Dominik Heinzel und der Werger, die einen Papagei auf der Schulter sitzen hat?

Wie ging der?

Posting 1 bis 25 von 32
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.