Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 600x365
Klaus-Dieter Koch, brand:trust.
Zuhören und lernen. Gut geführte Social-Media-Plattformen gründen auf langfristiger Beziehungsarbeit - genauso wie im Offline-Leben etwa unter Freunden. Es geht um Zuhören, um Benehmen und Respekt, um Dialog und Informationsaustausch auf Augenhöhe, um Auseinandersetzung miteinander, darum, Nutzen zu stiften. Und genau das stellt nicht wenige Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen - wenn sie diese überhaupt schon erkannt haben. Diese neue Form der Unternehmenskommunikation nach außen stellt alte, dennoch nach wie vor praktizierte Strategien komplett infrage.
"Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Freunden an einem Tisch und unterhalten sich. Plötzlich platzt jemand herein und macht eine iPad-Verlosung", sagt Klaus-Dieter Koch, Managing Partner und Gründer des Beratungsunternehmens brand:trust. "Wer wäre da nicht irritiert?" Nichts anderes passiere in vielen Fällen der unternehmerischen Social-Media-Nutzung. Koch: "Social Media sind fürs Zuhören erfunden, nicht fürs Reinbrüllen. Und zum Zuhören gehört der Wille, mit den entsprechenden Informationen etwas anfangen zu wollen." Ein Problem, das Koch hier sieht: "Kommunikationsabteilungen reden nur, die hören nicht zu." Das ist nur eine Erkenntnis, die Koch samt brand:trust-Team im Zuge der Arbeit an der Studie zur strategischen Markenführung im Web 2.0 - "Beyond the Digital Hype" - herausgefunden bzw. bestätigt bekommen hat.
Natürlich, sagt Koch, bestehe die Möglichkeit auf Social-MediaPlattformen "alles mit Geld zuzuschalten". Man nutze diese dann aber nur als weiteren Sendekanal. Oder man entschließt sich dazu, das eigene Verhalten zu verändern, sich "als Unternehmen wieder Benehmen beizubringen" - weil man in entsprechenden Kreisen auch länger zu verweilen gedenkt. "Das aber verlangt einen ganz anderen Zeit- und Absichtshorizont", sagt er. Zurzeit aber werde noch immer stark in " Kampagnen" gedacht.
Die Angst vieler, ihre Marke könnte an Macht verlieren, kann Koch beschwichtigen. Zum einen brauche es grundsätzlich ein "gutes Offline", damit online was passiere, sagt er. Zum anderen werde man über Social Media eine schlecht geführte Marke auch nicht mehr retten können. Die erhöhte Transparenz auf diesen Plattformen bringe sowohl Gutes wie auch Schlechtes beschleunigt, aber auch nachhaltig zutage, sagt Koch. "Wenn man etwas zu verschweigen hat, wird es schwierig." Man müsse sich von alten Strukturen verabschieden. Während Marketing früher (und in weiten Teilen noch heute) auf "totaler Kontrolle" basiert habe und beispielsweise eine Anzeige, bevor sie erschienen sei, durch x Hände gegangen sei, stoße man im Web 2.0 etwas an und lasse einfach los.
Nicht zuletzt deshalb sei die Anzahl an Fans - die man nach alten Marketingregeln auch kaufen könne - nicht wirklich aussagekräftig, sagt Koch, der Fanbegriff sei pervertiert worden, sagt er. Dadurch entsteht nur Widersprüchlichkeit, die bei den allermeisten Menschen und deren massivem Know-how-Zuwachs nicht gut ankommt. Was mehr zählt, ist die Empfehlung - "das ist die wichtigste Währung, die muss man sich aber verdienen".
Wie? Mit Themen. "Die meisten User wollen mehr über ein Thema erfahren - danach erst etwas über die Marke und ein Produkt. Sie wollen sich nicht über Orangensaft austauschen, sondern über gesunde Ernährung", so Koch weiter. Und wenn man das geschickt mache, sagt er, wird die Marke mit einem oder mehreren Themen, die Nutzen stiften, die viele Menschen abholen, verbunden werden. Darin genau bestehe der Paradigmenwechsel, der durch Social Media einfach beschleunigt werde. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, 11./12.8.2012)
Link:
Digitalisierung verändert Verhalten der Arbeitnehmer im Arbeitsalltag
Saubermacher will seine Mitarbeiter bis zur Pension gesund erhalten - Vorsicht statt Nachsicht, lautet die Firmenphilosphie
Höhere Einstiegsgehälter, dafür später keine Gehaltssprünge - Politik müsse für eine vernünftigere Entlohnung sorgen, so Expertin Irene Kloimüller
Neue Mikrotrends im Arbeitsalltag zeigen, dass es neue Wege gibt an kreative Köpfe zu kommen oder auch einfach nur die Mittagspause zu verbringen
Aufeinanderprallen unterschiedlicher Generationen als "Kulturkrach" - Vortrag im Fachhochschulforum Alpbach
Deutsche Firmen entdecken Qualitäten ihrer älteren Mitarbeiter neu
Krankgeschriebene Kellnerin postete Party-Bilder - "Sozialmissbrauch dieser Art zukünftig regelmäßig öffentlich machen"
Keine digitale Spur zu haben ist eigentlich undenkbar - Unbewusst und ungesteuert im Netz präsent zu sein kann allerdings mittlerweile für Berufsperspektiven schlechte Folgen haben
Kaum jemand kappt Leitungen zur Firma in Freizeit und Urlaub - Regelungen gegen permanente Erreichbarkeit werden diskutiert
Im Jahr gehe in Deutschland so Arbeitszeit im Wert von 26,8 Mrd. Euro verloren
56 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden Freundschaftsanfrage in Communitys ablehnen
Nur 29 Prozent antworten nicht auf berufliche Mails oder Anrufe - Ältere und Frauen sind besonders häufig geschäftlich erreichbar
Wie kann aktives Altern kein Schlagwort bleiben, wo Firmen für Ältere weit nicht alle Türen offen haben? Gelebte Solidarität
Der Zukunftskongress in Wien stand unter dem Motto "Das Innovationsgeheimnis" - Welche Unternehmenskultur Veränderungen vorantreiben kann
Deutschland will genauere Regelung, um die Freizeit von Arbeitnehmern besser zu schützen
Warum es Angestellte besser haben als Selbstständige - Unternehmensberater Conrad Pramböck hat seine Thesen dazu niedergeschrieben
Werbung und Marketing hat sich durch Social Media nicht verändert, sondern nur verlagert.
Auch damals war die Marktschreierische Art nicht immer die beste.
Sondern das beste ist eben noch immer die gute alte Empfehlung. Nix neues.
Was für ein blabla.
Anstatt auf den gesunden Menschenvertsand in den eigenen Reihen hören werden überteuerte Consulanten angeheuert, welche allen Unternehmen das Gleiche erzählen.
Das der Marketingleiter selbst informiert bleibt und hin und wieder entsprechende Bücher leist, sollte man auch erwarten können.
Das Thema ist sehr vielfältig und hat viele Facetten. Man muss aber jedes Firmenumfeld gesondert betrachten und kann Erfolgsrezepte nicht 1:1 auf andere Bereiche umlegen.
Eigentlich sagt es einem ja der gesunde Hausverstand, das man aktiv zuhören und nahe am Kunden stehen sollte. Das war schon immer so und ist keine Erfindung der Neuzeit.
Die ganze hohe Kunst von Social Media sehe ich in der kompletten Einbeziehung der Kunden als Mitarbeiter. Also alle Spielarten von Croud Sourcing.
Der Artikel ist irgendwie schwer zu lesen. Kann man nicht einfach so auf den Punkt bringen?
"Unternehmen sollen aktiv auf die Wünsche (Postings, Mails, Pinnwandeinträge, ..) der User reagieren und nicht nur "News" rausposten"
oder noch kürzer
"Sozial Media ist ein Support-Net und kein CMS-System"
Ich seh das Problem aber weniger in fehlendem "Benehmen" der Unternehmen...Fernsehwerbung ist ja auch kein "schlechtes Benehmen", sondern darin, dass Firmenwerbung bis vor zwei Jahren ein reines Medium einseitiger Kommunikation war...beiderseitige Kundenkommunikation lief erstens nicht öffentlich ab, und zweitens nur mit Kunden (über die Supporthotlines), nicht jedoch, und das ist das wichtige, mit POTENTIELLEN Kunden.
Um eine Firma auf fb zu "liken" muss man ja nicht deren Kunde sein...und hier besteht sehr grosses Potential, wenn Firmen Anfangen auf fb zu kommunizieren statt nur zu reden, diese Potentiellen Kunden zu zahlender Kundschaft zu machen...wenn sich die Firmen auf die neuen Kanäle einstellen.
Alles in allem ein super Artikel.
"...Sie wollen sich nicht über Orangensaft austauschen, sondern über gesunde Ernährung..."
Aber klar doch.
Als wäre die gesamte Ernährungswissenschaft nicht jetzt schon ein reiner Lobby-Weltkrieg.
"Problematisch" für Firmen ist eher, dass sie die Kunden durch derlei "bezahlte Artikel" bereits in alle Richtungen abgehärtet haben. Die Leute recherchieren, sie informieren sich. Und eine so billig inszenierte Themenparty endet bestenfalls in peinlichen Memes, eher aber wird alles auseinandergenommen, die höhe des Etats für den Artikel veröffentlicht, die Reputation der Werbefirma und des "Verantwortlichen" angegriffen. In der Regel wirds "ned amal ignoriert".
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.