David Walker übernimmt Barclays-Aufsichtsrat

10. August 2012, 13:16

Die in den Libor-Skandal verstrickte britische Bank Barclays hat einen neuen Chef für ihren Verwaltungsrat gefunden

London - Die in den Libor-Skandal verstrickte britische Bank Barclays hat einen neuen Chef für ihren Verwaltungsrat gefunden. David Walker werde die Nachfolge von Marcus Agius antreten, der wegen des Libor-Skandals seinen Rücktritt angekündigt habe, teilte die Bank am Freitag mit. Walker werde zunächst als Mitglied des Verwaltungsrates in das Gremium aufgenommen und solle dann zum 1. November die Führung übernehmen.

Barclays hatte durch den Skandal auch seinen Vorstandschef Bob Diamond verloren. Dessen Aufgaben hat Agius zunächst kommissarisch mitübernommen.

Der 72 Jahre alte David Walker war früher Chef des Verwaltungsrates bei Morgan Stanley International und hatte für die Labour-Regierung von Premierminister Gordon Brown eine Untersuchung zum britischen Bankensystem geleitet. Zu seinen Aufgaben wird es auch gehören, einen neuen Vorstandschef für die Bank zu finden, die in der größten Krise in ihrer Geschichte steckt.

Barclays musste an die Bankaufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien sowie an das US-Justizministerium 290 Mio. Pfund (368 Mio. Euro) zahlen, weil Händler der Bank in den Jahren 2005 bis 2009 den Libor-Satz manipuliert hatten. Der Satz gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen.

Die Barclays-Händler hatten mit Falschmeldungen den Satz, der auch als Referenz für viele internationale Geldgeschäfte herangezogen wird, künstlich nach unten gedrückt. An dem Schwindel sollen auch mehrere andere Banken aus Europa, Asien und den USA beteiligt gewesen sein, darunter die Deutsche Bank. Die britische Royal Bank of Scotland hat eine Beteiligung bereits zugegeben. (APA, 10.8.2012)

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.