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Fast völlig verdrängt: Statt "Paradeiser" sagen fast alle Österreicher "Tomate".
Wien - In "Österreich grüßt Gott nicht mehr" hat die "Zeit" einen griffigen Titel für den fortschreitenden Sprachwandel hierzulande gefunden. Das Österreichische als spezielle Varietät der deutschen Standardsprache passt sich in seinen Bezeichnungen immer stärker dem Bundesdeutschen Hochdeutsch an, wie der emeritierte Germanistik-Professor Peter Wiesinger nun mit einer Studie bestätigt. Bei einem Fragebogentest ließ er 21-jährige Studenten Bilder beschriften. Dabei schrieb ein Drittel der Getesteten anstelle von "Stiege" das norddeutsche "Treppe", ebenso viele "Kasse" statt "Kassa" und "eine Eins" statt "ein Einser".
Ursache für die Verdrängung des Österreichischen seien die Medien und ihr Einfluss: Filme und Serien würden in Hochdeutsch synchronisiert, auch in Büchern und Zeitschriften dominiert das Hochdeutsche. "Gerade Jugendliche orientieren sich am Englischen und Hochdeutschen", betont Wiesinger, Autor des Buchs "Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte". In westlichen Bundesländern wie Tirol komme der Tourismus dazu. Die Einheimischen würden sich anpassen, um von den Gästen, die das Geld bringen, verstanden zu werden.
Die Anpassung betrifft der Studie zufolge aber nicht alle Bezeichnungen gleichermaßen: Fast völlig verdrängt wurde laut Wiesinger bereits der "Paradeiser" von der "Tomate", auch weil die entsprechenden Produkte "Tomatensaft" und "Tomatenmark" heißen. Andere Begriffe wie die "Marille" oder das "Sackerl" seien hingegen stabil. Aufgehalten werden kann der Sprachwandel laut Wiesinger nicht, aber - so der Wille dazu besteht - zumindest abgebremst. "Sprache bedeutet eben auch immer Identität", sagt Wiesinger. Dafür müsste sich allerdings die Schule einsetzen. Doch auch in den Schulbüchern werde schon auf das Norddeutsche umgeschwenkt. (APA/red, derStandard.at, 10. 8. 2012)
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das französische im (ost)österreichischen deutsch verschwindet (bzw. ist verschwunden). aus plafond ist decke (zimmerdecke) geworden, aus trottoir gehsteig, aus bassin schwimmbecken (bzw. pool), aus lavoir waschbecken, aus "wir machen eine promenade" "wir gehen spazieren".
Diese Wochentagsbezeichnungen habe ich ja überhaupt noch nie gehört und meine Oma (die 2007 verstorben ist) hat immer "trottoir" gesagt und "Speis", usw.
Ich hab aber auch schonmal mitbekommen, dass manche Leute spaßhalber zum Donnerstag "Thorstag" sagen. :')
Man kann doch nicht nur Deutschland und Österreich als ganzes vergleichen.
Innerhalb beider Länder gibt es etliche verschiedene Dialekte und Bezeichnungen!
Und man muss auch bedenken, dass viele Bezeichnungen aus dem Englischen übernommen bzw angepasst werden (zB Tomate statt Paradeiser)
... jetzt darf man aber nicht vergessen, dass Deutsch und Englisch eine enge Verwandtschaft haben, die sich nicht leugnen lässt. :')
Im Altenglisch gibts zB das Wort "stane", welches noch sehr wie "Stein" aussieht und sich auch vom Klang her so anhört (ist übrigens tatsächlich das Wort für Stein). Ich bin mir sicher, es gibt noch etlich viele Beispiele dafür.
Von daher kann man auch scherzhaft sagen, es handle sich um eine "Rückanpassung".
ist das Aussterben der regionalen Dialekte in Österreich durch Kunstsprachen wie "österreichisches Deutsch", das von Wiesinger und Freunden erfunden wurde.
Sprache orientiert sich nun mal nicht nur an Staatsgrenzen, das sollten auch selbsternannte rot-weiß-rote Patrioten einmal merken.
Vor allem, weil sich dieses definierte "österreichische Deutsch" zum überwiegenden Teil an ostösterreichischen Begriffen orientiert.
Es ist für Wiener schlicht unvorstellbar, dass es andere Österreicher gibt, die z.B. keine Ahnung haben, was "leiwand" sein soll (ich konnte mit dem Begriff über viele Jahre nichts anfangen und fragte mich, was "leinwandste" - ich ging davon aus, dass das Wort auf die Leinwand referenzierte ;-) - in "Schifoan" sein sollte). Die "Fisolen" erst aus dem Fernsehen kennenlernten und bei "Ananas" zu 100% an die gelbfleischige Südfrucht denken - und nicht an eine Erdbeere. Dass man nicht bundesweit "Paradeiser" sagt, geht oft ebensowenig ein.
"*Das* eine Österreichisch" gibt es eben schlicht nicht.
Also in Kärnten sagt man beispielsweise "Strankalan" zu den Fisolen, die Steirer reden von "Bounschartln". Und auf den Samenpackungen, die meine Mutter für den Garten kaufte, stand immer "Buschbohnen" drauf ;-)
Das mit der "Ananas" habe ich vor ewigen Zeiten einmal gehört, aber hier in den Foren, insbesondere in der EssBar, kommt der Begriff öfter vor. Erst gestern bin ich wieder auf folgenden (alten) Thread gestoßen: http://derstandard.at/plink/127... id16883351
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