Zweckbau oder Baudenkmal: Vor Ort bei der Erdberger Brücke auf der Südosttangente

Ansichtssache
10. August 2012, 11:36
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foto: michael hierner / www.hierner.info

Eine Kuriosität sei noch erwähnt: 2001 musste die Feuerwehr ausrücken, um unter der Brücke ein illegal ausgesetztes Krokodil einzufangen. Der 76 Zentimeter lange Alligator wurde dem Tiergarten Schönbrunn geschenkt, wo er laut einem damals erschienenen Artikel der Wiener Zeitung „manchmal das Maul aufreißt und droht". (Michael Hierner, derStandard.at, 10.8.2012)

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In Wels ist vor fast zehn Jahren (!!!)

die Westumfahrung fertiggestellt worden.

Wo bleibt der Denkmalschutz??

was steinhof betrifft:

erinnert ihr euch noch an die schüssel-exzelenz-uni in gugging? mein bauchgefühl sagt mir, dass das otto wagner steinhofareal definitiv ein besserer ort dafür gewesen wäre...

Denkmalschutz - leider eine Ansichtssache ...

Denkmalschutz von Zweck- und Industriebauten wird in Wien seit Jahren sehr eigenwillig ausgelegt und auch gehandhabt. Als Beispiele möchte ich hier die ehemalige Brückenbauhalle von Wagner-Biro (1220, Stadlauer-Straße) anführen, die bis auf einen marginalem Rest, dem finanzkräftigen Unterfangen einer Baumarktkette zum Opfer gefallen ist. Weiters ein seinerzeit von der Stadt Wien als "Industriedenkmalschutz - Vorzeigeprojekt" geführtes, in etlichen stadteigenen Publikationen gezeigtes, ehemaliges Verwaltungsgebäude einer Firma in der Shuttleworth-Straße (1210). Gerühmt wurde dabei die verspielte maurische Architektur der Jahrhundertwende mit den kleinen Details.
Heute ist dort ein Supermarkt und ein Baumarkt im nun üblichen Allerweltsdesign

Das Jugendstiljuwel Otto-Wagner-Areal/Steinhof muß saniert und gerettet werden

Das sog.“Bundesdenkmalamt“ will eine alte Brücke unter Schutz stellen, hat aber die ungeheure Verschandelung des Otto-Wagner-Jugendstilensembles Steinhof durch den riesigen VAMED-Hotelkomplex im Ostteil nicht nur wohlwollend zur Kenntnis genommen, sondern den Denkmalschutz SOGAR AUFGEHOBEN!!
Der in greifbarer Nähe befindliche Status als UNESCO-Weltkulturerbe ist durch den Verkauf an die gemeindeeigene Gesiba und die Verbauung zu einer „Gated Community“ extrem gefährdet:

http://www.avaaz.org/de/petiti... erden/?sbc

Wozu gibt es eigentlich dieses Salzamt und seine Hofräte noch?

http://www.steinhof-erhalten.at

http://www.aktion21.a

und das Ensembel Otto Wagner Spital am Steinhof wird den Immobilienspekulanten in den Rachen geschmissen,

dort windet man sich beim Denkmalschutz, damit so Scheußlichkeiten wie dieser VAMED Bau auf dem denkmalgeschützten Areal errichtet werden können!

Sollte sich jeder anschauen!

Wo bleibt endlich die Weltkulturanerkennung für diese Anlage, schlafen unsere Kulturpolitiker?

das problem ist doch: was wird geschützt? das
design ( elegant, allerdings nehmen es die benutzer
nicht wahr, für die ist es einfach ein stück autobahn)
oder die technologische ingenieursleistung - die ist
aber von 1968, und wahrscheinlich ( ich bin kein
brückenbauer) nicht mehr state of the art.
wenn das design zu erhalten ist, ist alles einfach: technisch aktualisierter neubau nach dem originalentwurf, wenn aber die technologie.., dann doch lieber etwas moderneres, auch wenn es nicht so elegent sein sollte.

wär ein neubau des gleiche? es geht ja auch um die alte bausubstanz.

Es ist zwar eine bemerkenswerte Ingenieurleistung vom Pauser, aber alles andere als ein Abriss kommt einem Schildbürgerstreich gleich. Ordentlich dokumentieren und fertig. Wer - außer 3-4 Ingenieuren in Österreich - kann den Wert der Schalenkonstruktion überhaupt schätzen? Architekten oder ds Denkmalamt mit Sicherheit nicht...

'Die in Schalenbauweise errichtete Brücke des Ingenieurs Alfred Pauser war bereits nach dem Bau im Jahr 1968 so fragil, dass schon damals ein Sanierungskonzept erarbeitet werden musste.'

naja ob das wirklich so große Ingenieurskunst war ...

die ist wirklich gelungen!

spätestens wenn der klobige nachfolger steht wird jeder blinde erkennen, was daran schützenswert war.

Im gegensatz zu einem museum oder einem wohnhaus werden autobahnbrücken selten bekannt oder beliebt. Und wieviele andere autobahnbrücken sind ihnen bisher in erinnerung geblieben?

die Mangfallbrücke z.B. als eines der frühen Tragwerke, die als landschaftsbezogene Konstruktion zu werten ist. Die Liste ist lang.

Die Frage ist, ob konstruktive Raffinesse gepaart mit formalen Vorzügen an einem nicht eben attraktiven Standort gewürdigt werden.

Wenn Ihnen die Mangfallbrücke zu hoch ist, dann nehmen Sie doch die heimische "Europabrücke" der Brennerautobahn.

Wenn Sie an die Eisenbahn denken, wäre es die Trisannabrücke (vor bzw. nach Umbau '64), oder die Göltztalbrücke in D.

Donabrücken, Steinerne Brücke in Regensburg, alte Reichsbrücke zu Wien, Elisabethbrücke in Budapest, ...

Oder "mehr ingenieurmäßig" 1893 "Blaue Wunder" zu Dresden/Loschwitz.

Stahlbeton gefällig?
'30 Landquartbrücke bei Klosters, Salginatobel-Brücke von Maillart, '32 Thurbrücke bei Felsegg, '32 "die schwebende Brücke" Rossgrabenbrücke bei Schwarzenburg, '33 Schwandbachbrücke um mal die röhrenden Hirsche des frühen Stahlbetons anzuführen (Übergang von Eisenbeton (Armierungs-/Moniereisen zu Stahlbeton)

Nur weil nahezu alle Brückenbenützer nicht die (Ingenieur-)Kunst an diversen Tragwerken erkennen oder bestenfalls die Ästhetik der Zweckmäßigkeit zu erkennen in der Lage sind, die Mehrzahl der zuvor angeführten Tragwerke erfüllt auch diese Anforderungen, in der Lage sind, bedeutet dies nicht, dass dies Denkmale sind/sein können.

Letztlich kann sogar ein Brückenentwurf alleine schon ein Denkmal sein, ja selbst ein zerknitterte Zeichnung kann locker die Erfordernisse eines Denkmals erfüllen.

Das führt aber bereits in die Tiefe des DSchG und der Definition. Handhabung bzw. Umsetzung auf dem Weg über das BDA ist ein weitere Angelegenheit, zu der durchaus auch Anlass bestehen kann Vorgänge kritisch zu sehen.

Simples Beispiel, dass bereits eine Skizze ein hervorragendes Denkmal sein kann sind die Skizzen Leonardos...

Nein, Skizzen sind keine Baudenkmäler. Und hässliche Autobahnbrücken, die schon von Beginn an ihren Zweck nicht erfüllten (Sanierungskonzept nötig) erst recht nicht.

was soll die aufregung?

die prüfung durch das denkmalamt ist ein vorgeschriebener verfahrensakt.

das sagt noch nichts daüber aus wie das amt entscheiden wird.

Um das Graffito von Bild 8 wär es allerdings wirklich sehr schade, aber vielleicht kann man das ja auch ohne Brücke erhalten.

Kümmert sich das Denkmalamt eigentlich um ästhetisch derart wertvolle Graffiti, wenn ihnen droht, einem Bauvorhaben zum Opfer zu fallen? Wird ja nicht wahnsinnig teuer sein, so ein Stück Pfeiler nicht mit zu zerstören...

Die Brücke hat durchaus ihre Qualitäten als Ingenieurbauwerk...

...aber Denkmalschutz?
In Ö wird jedes Wach- (weil in Bundesbesitz) und bald auch jedes Schlafzimmer denkmalgeschützt.

Da mache ich mir momentan wesentlich mehr Sorgen um die Kollaterialschäden an jahrtausende alten Kulturgütern in Syrien, welche wohl unwiederbringlich verloren gehen - selbstverständlich neben den Menschen.

DENK MAL

Die Ingenieursleistung scheint auch nicht besonders großartig gewesen zu sein, dem Artikel zu folgen ...

denkmal solange

stehenlassen, bis alle mal gedacht haben.
im übrigen bin ich schon lange für einen fährbetrieb an dieser stelle.

ja am besten Solarfähren, wegen dem geringen Ökologischen Fußabdruck ;)

würde die Sanierung verteuern ...

Macht doch nix? Ist ja kein echtes Geld, sondern Steuergeld. Und ich zahls sicher nicht ;-)

Welches Steuergeld? Die Asfinag zahlt Dividende ins Steuersäckl.

Die ASFINAG macht Gewinn?
Sorry, jetzt haut es mich fast vom Sessel vor lauter Lachen.
Eine Infrastruktur, die mit Gewinn von einem Unternehmen gebaut/erhalten wird ...
Köstlich.

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