Israel stimmt Einsatz ägyptischer Kampfhubschrauber zu

Sicherheitskabinett lockerte Bestimmungen von Friedensvertrag - Demonstrationen in Kairo

Jerusalem - Angesichts der Auseinandersetzungen zwischen Ägypten und mutmaßlichen Extremisten auf der Sinai-Halbinsel hat Israel einer vorübergehenden Lockerung der Vorschriften des dort geltenden Friedensvertrags zugestimmt. Die ägyptische Armee dürfe Kampfhubschrauber in das Gebiet entsenden, hieß es am Donnerstagabend aus israelischen Regierungskreisen. Den entsprechenden Beschluss habe das israelische Sicherheitskabinett gefasst.

Im Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel von 1979 ist eine Entmilitarisierung der Sinai-Halbinsel vereinbart. Den Vorschriften entsprechend darf dort eigentlich nur ganz wenig Militär stationiert sein.

Tausende Demonstranten in Kairo

Aus Wut über den Angriff auf die Grenzschützer sind in Kairo Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten verlangten bei dem Protest am Donnerstagabend von der Regierung ein hartes Vorgehen gegen die Täter. "Wir wollen den Tod derer, die unsere Märtyrer in Rafah getötet haben", hieß es auf einem Transparent.

Bei dem Überfall israel-feindlicher Extremisten am Sonntag waren 16 ägyptische Sicherheitskräfte getötet worden. Die Angreifer hatten versucht, die Grenze nach Israel zu durchbrechen. Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi ordnete daraufhin eine Militär-Offensive gegen die Islamisten an. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, wegen seiner Nähe zu den islamistischen Muslimbrüdern möglicherweise nachgiebiger mit den Extremisten umzugehen.

In der Sinai-Wüstenregion leben Beduinenstämme, die sich von der Regierung in Kairo im Stich gelassen fühlen, aber auch anti-israelische Extremisten, Waffen- und Drogenschmuggler sowie Al-Kaida-Sympathisanten. Seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak im vergangenen Jahr hat sich die Sicherheitslage in dem Gebiet verschlechtert. Israel beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. (APA, 10.8.2012)

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