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vergrößern 1000x759Jamaika verneigt sich.
vergrößern 1000x672David Rudisha und sein Weltrekord.
vergrößern 1000x650Ein schönes Bild: die versammelten Zehnkämpfer nach dem Bewerb.
London - Die Queen hat sich noch nicht bei ihm gemeldet hat, so hat sich Usain Bolt im Königreich Großbritannien vorsorglich selbst zum Ritter geschlagen. Der jamaikanische Supersprinter erstürmte bei den Olympischen Spielen in London wie in Peking 2008 das Double über 100 und 200 m, über die halbe Stadionrunde gewann er in 19,32 Sekunden. Und begann nach dem historischen Erfolg endgültig eine neue Zeitrechnung. Ab sofort bestreitet er seine Wettkämpfe als Legende.
"Bis ich die 200 m nicht gewonnen habe, werde ich nicht sagen, dass ich der Größte bin. Die erfolgreiche Titelverteidigung macht mich zur Legende", hatte Bolt am Sonntag nach dem Gewinn des Titels im Kurzsprint verkündet. Gesagt, vollbracht. War er über 100 m in 9,63 Sekunden nur 5/100 Sekunden über seinem Weltrekord gelegen, waren es Donnerstagabend über die doppelte Distanz 13/100.
"Das ist das, was ich wollte und ich habe es bekommen. Ich bin sehr stolz auf mich. Nach einer harten Saison bin ich hierhergekommen und habe es geschafft. Ich habe gedacht, dass der Weltrekord möglich ist, wahrscheinlich war ich dafür nicht ganz fit genug. Ich habe meinen Rücken ein bisschen gespürt", sagte Bolt nach seiner Ehrenrunde. Hinter ihm fixierten Yohan Blake in 19,44 und sensationell Warren Weir in 19,84 einen jamaikanischen Dreifacherfolg. Der hoch gehandelte Franzose Christophe Lemaitre war als Sechster chancenlos. Bolt hält nun bei fünf Goldmedaillen im Zeichen der Fünf Ringe. Mit der 4x100-m-Staffel am Samstagabend könnte er auf sechs aufstocken.
Kenianischer Weltrekord als Premiere
Für ein weiteres Highlight sorgte kurz davor David Rudisha beim 800m-Finale. Der Kenianer gewann als erster Massai eine olympische Goldmedaille und das mit einem furiosen Weltrekord. Der 23-Jährige lief die doppelte Stadionrunde unter 1:41 Minuten. Mit 1:40,91 verbesserte er seine 2010 aufgestellte Bestzeit um eine Zehntelsekunde und bescherte den Spielen von London den ersten Leichtathletik-Weltrekord.
Mit der kenianischen Fahne auf den Schultern strahlte Rudisha anschließend neben der Anzeigetafel mit dem Weltrekord ins Blitzlichtgewitter. "Ich bin sehr glücklich, ich habe auf diesen Moment so lange gewartet. Hier mit Weltrekord Gold zu gewinnen, ist einfach unglaublich", sagte Rudisha: "Ich hatte nie einen Zweifel an meinem Sieg."
Im Stil eines echten Champions diktierte Rudisha das Tempo von der Spitze. Bei rund 500 Metern zog der Ausnahmeläufer noch einmal an und brachte schnell drei, vier Meter zwischen sich und die verzweifelt kämpfende Konkurrenz. Auch im Schlussspurt ließ Rudisha nicht nach und lief mit einem Urschrei über die Ziellinie. In einem der spektakulärsten 800-m-Läufe der olympischen Geschichte liefen sieben von acht Startern persönliche Bestzeit und stellten dabei drei nationale Rekorde auf.
Der erst 18 Jahre alte Junioren-Weltmeister Nijel Amos lief in 1:41,73 Minuten zu Silber und gewann damit die erste Olympiamedaille überhaupt für Botswana. Dabei landete Amos punktgenau auf der ehemaligen Weltrekordzeit von Sebastian Coe, dem heutigen Chef des Olympia-Organisationskomitees LOCOG. Coe erlebte den Lauf live im Stadion. Bronze ging in 1:42,53 Minuten an den US-Amerikaner Duane Solomon.
Eaton König der Leichtathleten
Der 24-jährige Mehrkämpfer Eaton triumphierte mit 198 Punkten Vorsprung auf seinen Landsmann und zweifachen Weltmeister Trey Hardee, Bronze ging an den Kubaner Leonel Suarez. Eaton kam bis auf 170 Zähler an den bei den US-Trials in Eugene (Oregon) fixierten Weltrekord von 9.039 Punkten heran.
US-Weltmeister Christian Taylor setzte sich im Dreisprung in der Jahresweltbestleistung von 17,81 Metern vor seinem Landsmann Will Claye (17,62) und dem Italiener Fabrizio Donato (17,48) durch. Der höchst dekorierte Speerwurf-Titel ging an die tschechische Weltrekordlerin Barbora Spotakova, die mit 69,55 Metern die Deutschen Christina Obergföll (65,16) und Linda Stahl (64,91) hinter sich ließ.
Die heroischste Leistung des Tages lieferte US-Startläufer Manteo Mitchell in der 4 x 400-Meter-Staffel. "Als ich den ersten Schritt nach der 200-Meter-Markierung gemacht habe, habe ich gemerkt, dass es brach. Ich wollte die drei anderen Jungs im Team nicht im Stich lassen, also bin ich weitergelaufen. Es tat so weh", sagte Mitchell nach einem erlittenen Wadenbeinbruch. In 2:58,87 Minuten lief das amerikanische Quartett im Vorlauf die zweitbeste Zeit. (APA/sid/red, 09.08.2012)
Final-Ergebnisse vom Donnerstag:
200 Meter Männer: 1. Usain Bolt (JAM) 19,32 - 2. Yohan Blake (JAM) 19,44 - 3. Warren Weir (JAM) 19,84 - 4. Wallace Spearmon (USA) 19,90 - 5. Churandy Martina (NED) 20,00 - 6. Christophe Lemaitre (FRA) 20,19 - 7. Alex Quinonez (ECU) 20,57 - 8. Anaso Jobodwana (RSA) 20,69
Dreisprung Männer: 1. Christian Taylor (USA) 17,87 Meter - 2. Will Claye (USA) 17,62 - 3. Fabrizio Donato (ITA) 17,48 - 4. Daniele Greco (ITA) 17,34 - 5. Leevan Sands (BAH) 17,19 - 6. Benjamin Compaore (FRA) 17,08 - 7. Tosin Oke (NGR) 16,95 - 8. Alexis Copello (CUB) 16,92
800 Meter Männer: 1. David Rudisha (KEN) 1:40.91 Min. (Weltrekord) - 2. Nijel Amos (BOT) 1:41,73 - 3. Timothy Kitum (KEN) 1:42,53 - 4. Duane Solomon (USA) 1:42,82 - 5. Nick Symmonds (USA) 1:42,95 - 6. Mohammed Aman (ETH) 1:43,20 - 7. Abubaker Kaki (SUD) 1:43,32 - 8. Andrew Osagie (GBR) 1:43,77
Zehnkampf: 1. Ashton Eaton (USA) 8.869 - 2. Tray Hardee (USA) 8.671 - 3. Leonard Suarez (CUB) 8.523 - 4. Hans van Alphen (BEL) 8.447 - 5. Damian Warner (CAN) 8.442 - 6. Rico Freimuth (GER) 8.320 - 7. Olexij Kasjanow (UKR) 8.283 - 8. Sergej Swiridow (RUS) 8.219
Speerwurf, Damen: 1. Barbora Spotakova (CZE) 69,55 Meter - 2. Christina Obergföll (GER) 65,16 - 3. Linda Stahl (GER) 64,91 - 4. Sunette Viljoen (RSA) 64,53 - 5. Lu Huihui (CHN) 63,70 - 6. Katharina Molitor (GER) 62,89 - 7. Martina Ratej (SLO) 61,62 - 8. Madara Palameika (LAT) 60,73
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Ein 800m Läufer der auf die Taktik pfeift und einfach mal durchrennt. Einen WR im Alleingang aufstellt, der bisher nur mit einem halben Dutzend Tempomachern möglich war.
Für mich ist der Kenianer der Athlet dieser Spiele, knapp gefolgt vom Reck-sieger aus Holland.
war das nicht der erste WR ohne tempomacher. wenn überhaupt, dann reicht einer aus. bei 5k,10k oder marathon sind tempomacher weit wichtiger.
vermutlich wollte er es auch nicht auf einen sprint ankommen lassen, wo er zuletzt auch mal verlor. aber bei diesem höllentempo konnte man fast den eindruck haben, dass 800m eine sprintdistanz sind.
wohn- und trainingsraum mit "30-er-zone" sind für ihn schon ein problem ;-)
Völlige zustimmung - Rudishas leistung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Er hat ja angekündigt, den weltrekord im olympiafinale brechen zu wollen; das hat nur kaum jemand ernst genommen. Das war wirklich absolut faszinierend.
Nb: Die zeit des zweitplatzierten njel amos - 1:41:73 - war exakt dieselbe, die olympiaorganisator sebastian coe 1981 als weltrekord gelaufen ist; der hatte dann fast 20 jahre bestand. Und amos war etwa 20m hinter rudisha zurück..
Zum Glück gibts ARD/ZDF, SF, Eurosport.
Dreifachsieg für Jamaika, langsam wirds auffällig. Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht erklären, wie Jamaika derart überlegen sein kann in allen Sprintwettbewerben. Die anderen kommen ja auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen.
Viele Ländern, wo Sport die einzige Möglichkeit ist, aus der Armut zu fliehen, bringen top Athleten zu Tage.
In jamaica nicht viel anders. Entscheiden muss man sich zwischen Slums, Kriminalität und Drogenhandel versus so oft wie möglich von der Insel kommen und einen Halt im Sport zu finden.
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