Islamisten im Norden Malis hacken Dieb die Hand ab

Rebellen begründen Amputation mit Regeln der Scharia

Bamako - Islamisten haben im Norden Malis erstmals seit ihrer Machtübernahme im April einem Dieb die Hand abgehackt. Ein Führer der islamistischen Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO), Mohammed Ould Abdine, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, der Mann sei am Mittwoch in der südlich von Gao gelegenen Ortschaft Ansogo gemäß den Regeln des islamischen Rechts der Scharia bestraft worden. "In einigen Tagen werden wir dasselbe in Gao tun, niemand kann uns daran hindern", fügte er hinzu.

Ein Abgeordneter der Region Gao bestätigte, dass dem Mann, dem der Diebstahl eines Motorrads vorgeworfen wurde, vor dutzenden Menschen auf einem Platz in Ansogo die Hand abgehackt worden sei. Er habe selbst gesehen, dass dabei "viel Blut geflossen" sei. Am Sonntag hatten hunderte überwiegend jugendliche Einwohner der nahe gelegenen Stadt Gao die islamistischen Rebellen daran gehindert, einem Dieb die Hand abzuhacken.

Steinigung

Erst am 31. Juli hatten Islamisten in der Stadt Aguelhok ein unverheiratetes Paar öffentlich zu Tode gesteinigt. Aguelhok wird von der islamistischen Gruppe Ansar Dine kontrolliert, die mit Al-Kaida verbündet ist. MUJAO und Ansar Dine wollen die Scharia auf ganz Mali ausdehnen.

In dem westafrikanischen Land hatte im März eine Gruppe von Soldaten den langjährigen Präsidenten Amadou Toumani Touré gestürzt. In dem Machtvakuum nach dem Putsch gelang es Tuareg-Rebellen und mehreren islamistischen Gruppen innerhalb weniger Tage, den Norden Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Seitdem wurden die Tuareg-Rebellen jedoch von den Islamisten aus den wichtigsten Städten Timbuktu, Gao und Kidal vertrieben. (APA, 9.8.2012)

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