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"Strache distanziert sich jetzt von Haider", "Strache rechnet mit Haider ab" - so lauten sinngemäß die Schlagzeilen, nachdem der FPÖ-Chef kritische Worte zu Haider und seinem System in Kärnten gefunden hat. Einsicht? Anerkennung der Tatsache, dass Haider und seine Erben Kärnten in den Graben gefahren haben?
Sieht so aus. Ist es aber nicht. Strache sagte zwar bedauernd, Haider sei angetreten, um das "über Jahre gewachsene Proporzsystem zwischen Rot und Schwarz aufzubrechen", sei aber offenbar selbst "von diesem System korrumpiert" worden. Aber das ist nur der düstere Hintergrund, vor dem sich Strache selbst strahlend präsentieren kann: "Ich habe mich nicht korrumpieren lassen, Haider wollte mich seinerzeit sogar mit einem Staatssekretär-Posten kaufen, damit ich zu den Eurofightern und anderen Projekten der schwarz-blauen Koalition schweige."
Strache versucht einen Trennungsstrich zur FPÖ-Ikone Haider zu ziehen, weil die Skandale inzwischen auch ihm selbst schaden. Allerdings ist richtig, dass Strache schon früh gegen Haider auftrat. Mit den Burschenschaftern und "Nationalen" im Rücken übte er Kritik am zunehmend erratischen Kurs des FPÖ-Stars. Dass Haider das BZÖ gründete, hat etwas damit zu tun, dass Strache bei einem Parteitag gegen ihn antreten wollte, mit Chancen auf einen Achtungserfolg. Jetzt versucht Strache, den Übervater endgültig loszuwerden. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 10.8.2012)
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Der Zahntechniker der Herzen hat innerparteilich ganz andere Probleme. Er wird vom ideologisch gefestigten und intellektuellen Kern der Rechten schlicht und einfach verachtet. Er ist ja nicht einmal Akademiker und in deren Herren*assenaugen grenzt das knapp an den Unter*enschen.
Er dient ihnen als Rattenfänger, aber ist er erst einmal Regierungspartei, dann wird er abmontiert.
Gibt es eigentlich Statistiken, wie hoch der Akademikeranteil bzw. Anteil an Mitgliedern ohne Schulabschluss bei den einzelnen Parteien ist?
Mir schien die FPÖ immer Sammelbecken bildungsferner Schichten mit ein paar verkorksten Akademikern zu sein. Graf beispielsweise ist nie über die Hürde der Rechtsanwaltsprüfung gekommen, und die Aktion mit der Stiftung war auch nicht gerade die klügste.
Der einzige rechte Politiker, der mir als sehr intelligent auffiel, war Haider, und dessen persönliche Probleme sind ein ganz eigenes Thema.
Bei keiner anderen Partei ist der Unterschied so groß:
Da die Funktionäre - großteils schlagende deutschnationale Burschenschafter mit Hochschulabschluss, die glauben auf den Rest der Welt - insbesondere alle ohne Uniabschluss- herabschauen zu können.
Da die Wähler - meist die Verlierer der Gesellschaft - meist kein Schul- oder nur Pflichtschulsabschluss.
Ich kenn' keinen Haider. Wer soll das gewesen sein?
Ah sooooooooo, der Landeshauptmann von Kärnten! Also, den hab ich nie nicht gekannt, mit dem hab ich nie nicht gesprochen. Den kenn ich einfach nicht.
Der ist mir nicht erinnerlich.
bequemer und intellektuell schwer herausgeforderter schreihals der gern die schönen seiten der politprominenz geniesst - die bierzeltauftritte vor dumpf-verhetzten massen, krügl in der hand, das tItt´nsignieren in der prolo-disco, die lines am häusl in der passage und auf ibiza...das geht gut. sacharbeit is net so seins, und zu mehr als zur sprech(schrei)puppe is er net zu gebrauchen.
die harten ideologischen deutschnationalen (die burschenschafterpartie) verachten ihn und dulden ihn halt solang er glaubhaft stimmen bringt. und für die hälfte des wählerpotentials (und ganz kärnten) ist im grunde immer noch haider der parteichef. wenn er sich von dem lossagt verliert er kärnten und wird nix, und dann stechen ihn die eigenen leut ab.
es ist derzeit WEIT und BREIT keine konkurrenz für strache in sicht.
und selbstverständlich weiß er das.
die harten deutschnationalen werden schön brav ihr papperl halten, weil sie ohne strache in der bedeutungslosigkeit versinken würden.
und selbstverständlich wissen die das.
dass strache von irgendjemandem abgesägt wird ist wie gesagt pures wunschdenken.
Allerdings hält sich bei der Partie ja praktisch jeder für den Auserwählten. Kann gut sein, dass sich da ein Gudenus oder irgend ein anderer Tuscher berufen fühlt, wenn Bumstis 'Glanz' verblasst. Dass er in der Partei schwach ist, ist offensichtlich - siehe Graf, Scheuch und Co. Im Interesse der Partei/Stimmen müsste er die los werden so schnell es geht. Kann er aber nicht.
*lol* - gut formuliert.
Vielleicht ist eben gerade einer der Gründe des Wahlerfolgs Straches, dass er seine Wählerschaft nicht zu sehr überragt.
Mir ist der Mann jedenfalls als Mensch ziemlich unheimlich, ich kann ihn mir ganz gut in Uniform vorstellen.
dass die FPÖ "offen für alle Geschlechtsteile" sei, nicht unterdrücken.
Ob das unbewusst vom Streben, den ihm geistig weit überlegenen Haider zu kopieren, getragen wurde, kann ich allerdings nicht beurteilen.
schläue ist zwar nicht weisheit, aber hier sei ausdrücklich gewarnt, die soziale schläue von strache und seiner clique zu unterschätzen!
wenn sie eins wissen, dann wie man gut dasteht und sich freunde macht, in einer umgebung wo so manches toleriert wird, das es im westen eigentlich nicht geben dürfte, wenn man was auf sich hält.
(aber die überlegung ist eh schon zu kompliziert...)
Das sehe ich ganz anders. Strache ist nur ein Rattenfänger.
Gefährlich hingegen sind die intellektuellen Rechten, die Verfassungsjuristen, der harte und ideologisch gefestigte Kern dieser Bewegung. Die auffällig unauffälligen und verbindlichen Herren in Anzügen.
Kommt Strache an die Macht, ist er abmontiert, denn dann hat der "Mohr seine Schuldigkeit getan".
da wär ich nicht sicher, denn wir haben die ära der marionetten, siehe guttenberg, es war eine kombination aus zufall und übertriebener arroganz, die ihn stürzen liess. sonst tät der immer noch als verteidigungsminister in afghanistan und nun syrien mit der geiss ackern.
solang strache mit den hintermännern harmoniert, darf er auch ganz oben, denk ich mal.
aber da sei das spaghettimonster vor...
Damit könnten Sie recht haben.
Ist erst mal die Macht gefestigt, kann man mit Intellekt nicht gegen Gewehre punkten, oder, im nicht so extremen Fall, sogar in der Wirtschaft sind manchmal Leute in Führungspositionen, die sich mehr durch Ellbogen als durch Leistung auszeichnen.
selbst nach dem tod haiders hängt strache immer noch an den fäden, weil er nach wie vor haider nachahmt.
wer keine eigene meinung hat und mit allem was er sagt immer nur herumlaviert ist und bleibt eine marionette.
das ist doch bitte ein falscher trost.
religionen gedeihen tausende jahre im gedenken an den gründer.
der viel interessantere faktor ist die internationale zusammenarbeit von cliquen mit ähnlicher geisteshaltung. auch die hat haider gefördert, und sei es mit gaddafi, und strache geniesst die früchte hier und jetzt und baut dran weiter! und keiner scheint zu wissen, was hinter den kulissen abgeht und mit wem.
wen kennt der in amerika, russland, baltikum, südafrika, frankreich, chile? niemand? träumen wir weiter.
täusch ich mich oder war es nicht der selbe strache, der nach haiders tot noch von unmittelbar davor erfolgter versöhnung sprach, von plänen zur wiedervereinígung, vom väterlichen freund und so. und nennt man das jetzige verhalten in diesen kreisen nicht ehrlos?
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