Ried und Admira ausgeschieden

  • Ried kam zu spät ins Spiel.
    foto: apa/epa

    Ried kam zu spät ins Spiel.

  • Die Admira kam früh ins Spiel, ist aber trotzdem draußen.
    foto: epa/singer

    Die Admira kam früh ins Spiel, ist aber trotzdem draußen.

Ried verliert bei Legia Warschau 1:3, die Admira schöpft in Prag nur kurz Hoffnung und streicht nach 2:2-Remis die Segel

Warschau/Prag - Die SV Ried und Admira Wacker Mödling haben sich aus dem internationalen Geschäft verabschiedet. Im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde der Europa League mussten sich zuerst die Innviertler Legia Warschau 1:3 (0:1) geschlagen geben. Der 2:1-Heimsieg aus der Vorwoche reichte damit nicht für den Aufstieg. Dann folgte die Admira: Die Südstädter erreichten in Prag immerhin ein 2:2-Remis, schieden aber nach der 0:2-Hinspielniederlage mit einem Gesamtscore von 2:4 aus.

Krimi in Warschau

Die SV Rieder haben sich mit Legia einen Krimi geliefert. Legia präsentierte sich vor 15.000 Zuschauern in der Pepsi-Arena als nicht übermächtiger Gegner. Die Polen profitierten allerdings von einer Aneinanderreihung von individuellen Fehlern der Oberösterreicher und erarbeiteten sich ein deutliches Chancenplus. Der ehemalige serbische Ljuboja brachte die Warschauer dann auf die Siegesstraße. Nach einem zu kurz ausgefallenen Klärungsversuch von Schicker bugsierte Ljuboja den Ball auf den Kopf von Saganowski, der gegen eine unsortierte Rieder Hintermannschaft keine Probleme hatte. Die Kontertaktik von Trainer Heinz Fuchsbichler war damit zum Scheitern verurteilt. Gegenstöße hatten die Rieder aber zuvor auch nicht setzen können.

Nach Seitenwechsel schien Legia den Sack endgültig zuzumachen. Radovic sorgte nach Ljuboja-Vorarbeit - die Rieder Abseitsfallle klappte nicht - für das 2:0, Ljuboja legte mit einem Heber über Gebauer nach. Ried hing in den Seilen, Legia richtete die Innviertler aber auf. Der bereits verwarnte Vrdoljak musste nach wiederholtem Foulspiel vom Platz, Fuchsbichler schickte mit Zulj sogleich eine frische Offensivkraft aufs Spielfeld.

Der Stürmer traf nur drei Minuten später, Ried schöpfte in Erinnerung an das 2:4 nach 0:4-Rückstand in Kopenhagen 2011 neue Hoffnung. Die letzte Viertelstunde entwickelte sich daraufhin zum offenen Schlagabtausch. Meilinger per Freistoß (86.) sowie Reifeltshammer, der den Ball aus wenigen Metern über das Legia-Tor köpfelte, ließen binnen einer Minute die besten Rieder Möglichkeiten aber ungenutzt.

Admria-Remis in der goldenen Stadt

Nach der SV Ried ist auch dann der FC Admira Wacker Mödling in der dritten Runde gescheitert. Coach Dietmar Kühbauer hatte seine Truppe wohl auch aufgrund der schlechten Ausgangslage und im Hinblick auf das Sonntagspiel in der Meisterschaft gegen die Austria an mehreren Positionen verändert. Der angeschlagene Ouedraogo und die geschonten Jezek und Kapitän Windbichler machten die Reise nach Prag erst gar nicht mit, zudem saßen auch die zuletzt beim 4:0 gegen Wiener Neustadt von Beginn an spielenden Hosiner und Drescher nur auf der Bank. Peter Pöllhuber und Schrott bildeten damit erstmals gemeinsam die völlig neu formierte Innenverteidigung.

Aber der Favorit Sparta blieb zu Beginn vieles schuldig und die Admiraner spielten durchaus gefällig mit. Und die Kühbauer-Truppe ging auch etwas glücklich in Führung. Ein Thürauer-Schuss wurde von Svejdik unhaltbar für Vaclik ins eigene Tor abgefälscht (19.). Der Sparta-Goalie hatte gleich darauf auch bei einem Sabitzer-Abschluss seine Mühe (24.).

Der Traum der Niederösterreicher den Aufstieg doch noch zu schaffen, zerplatzte allerdings noch vor der Pause. Admiras Tormann Tischler ließ eine Freistoßflanke aus und Kweuke vollendete Volley nach Svejdik-Zuspiel zum 1:1 (36.). Der Ausgleich war wie ein Weckruf für die Hausherren, die plötzlich tonangebend waren und auch nachlegten. Nach Kadlec-Vorarbeit traf abermals Kweuke vom Sechzehner ins lange Eck (39.). Der Assistgeber selbst ließ noch die Riesenchance auf das 3:1 aus (41.).

Nach dem Seitenwechsel schlief die Partie etwas ein. Die Tschechen begnügten sich großteils mit der komfortablen Führung, die Niederösterreicher wiederum schafften es nicht zuzulegen. So war es wenig überraschend, dass die Admiraner nur aus einer Standardsituation zum Erfolg kamen. Sulimani versenkte einen Freistoß zum 2:2 im Eck (69.). Mehr war für Hosiner und Co. aber nicht möglich, sie können sich jetzt wieder voll und ganz auf das nationale Geschehen konzentrieren. (APA/red, 09.08.2012)

Fußball-Europa-League-Qualifikation - 3. Runde, Rückspiel:

  • Legia Warschau - SV Ried 3:1 (1:0). Warschau, Pepsi-Arena, 15.000, SR Hacmon/ISR. Hinspiel 1:2,
    Legia mit Gesamtscore von 4:3 in 4. Qualifikationsrunde (Play-off).

Torfolge: 1:0 (41.) Saganowski, 2:0 (55.) Radovic, 3:0 (63.) Ljuboja, 3:1 (76.) Zulj

Legia: Kuciak - Jedrzejczyk, Zewlakow (12. Suler), Astiz, Rzezniczak - Lukasik (59. Gol), Vrdoljak - Radovic, Ljuboja (79. Zyro), Kosecki - Saganowski
Ried:
Gebauer - Hinum, Reifeltshammer, Riegler, Schicker - Ziegl (58. Carril), Hadzic (73. Zulj) - Nacho (56. Grössinger), Reiter, Meilinger - Gartler

Gelb-Rote Karte: Vrdoljak (71./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Suler, Jedrzejczyk bzw. Hinum

  • Sparta Prag - FC Admira Wacker Mödling 2:2 (2:1). Prag, Generali Arena, 8.732, SR Luca Banti (ITA).
    Hinspiel: 2:0 - Sparta Prag mit dem Gesamtscore von 4:2 in der Play-off-Runde

Torfolge: 0:1 (19.) Thürauer, 1:1 (36.) Kweuke, 2:1 (39.) Kweuke, 2:2 (69.) B. Sulimani (Freistoß)

Sparta Prag: Vaclik - Vidlicka, Svejdik, Jarosik, Pamic - Kaderabek (82. Grajciar), Holek, Husbauer, Prikryl (50. Skalak) - Kadlec (89. Keric), Kweuke
Admira:
Tischler - Plassnegger, P. Pöllhuber, Schrott, T. Weber - Seebacher, Mevoungou (62. Schachner), Thürauer, Sabitzer - Schwab (65. Hosiner), B. Sulimani (80. R. Schicker)

Gelbe Karten: Kaderabek bzw. Plassnegger, Schrott

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Admira

Schade! Die Admiraner habens in der Suedstadt vertan! So schwach wie jetzt war Sparta schon lange nicht mehr! Kweuke hat wohl den Unterschied ausgemacht. Auf den haetten sie besser aufpassen muessen. Der beste bei Sparta!

Übrigens,

Legia Warschau hat letzte Saison die Gruppenphase als 2. abgeschlossen und ist dann im 16tel-Finale knapp an Sporting Lissabon (die bis ins Halbfinale kamen) gescheitert.

Echt arg, dass die Rieder da nicht drübergefahren sind.

Warschau, Prag, voll die Gümmelmannschaften. *lach*

Wie mies muss man bitte sein um gegen DIE zu verlieren? Unglaublich.

ich hoffe

Du meinst das ironisch *fg*

"Die Goldene Stadt" war übrigens ein wunderbarer Film über Prag:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_... dene_Stadt

die admira hat sein längerer zeit

ein großes tormann problem. einem schwachen berger ist ein noch schwächerer tischler gefolgt. in fast jedem spiel ein eiertor wird die mannschaft auf dauer nicht aushalten und wertvolle punkte kosten. ohne die fehler wäre auch ein weiterkommen in der el quali durchaus möglich gewesen. südstadt bitte rasch handeln.

Das stimmt

Tischler ist noch nicht bundesligatauglich, geschweige denn ausreichend für Europa. Vielleicht können sie von der Austria Kardum ausleihen.

Kann die Erwartungen in diesem Forum nicht ganz nachvollziehen. Admira und Ried hatten klar stärkere Mannschaften als Gegner und sind knapp aber brav kämpfend ausgeschieden. RBS-Dü war eine Blamage, kommt aber auch alle paar Jahre mal vor und Rapid ist gegen einen leicht schwächeren Gegner weiter.
Man kann nicht erwarten dass jedes Jahr alle oder die Mehrheit der mannschaften die Quali überstehen!
Frei nach A. Assinger: "Die ondan Nationen sand a kane Nosenbohrer!"

Allein das Du ES aka Assinger zitiert hast...

...muss ich Dir schon rot geben.

Das macht man nicht. Nein.

pudeln´s ihna ned auf

wenn dr. seltsam mal ausnahmsweise was sinnvolles schreibt, dann passt das schon so. und keiner braucht ihre belehrungen, wer zitationsfähig ist und wer nicht.

hm

Ried spielte inferior und wäre damit fast noch aufgestiegen. schade, dass solche dorfclubs ohne internationale vision den anderen großen ö-clubs den europacupplatz wegnehmen. admira hat super gespielt, die wollen wirklich was weiterbringen. hoffentlich gibts endlich mal sitzplätze hinter den toren, das wird man sich in ö wohl leisten können (obwohl leider net einmal in linz, wo man hochgradigerweise peinlich hinterm tor nach dem ausbau häuserln sieht, weil net einmal eine tribüne). das gehört auch dazu. kann man sich auch in polen etc. leisten. dann werden einem solch kommentare erspart, ob das team angst hätte, weil stadion so groß, wie gestern. gut, dass rapid weiter ist, obwohl man den schöttl hinterfragen sollte.

tut das weh?

Ohne internationale Visionen...

Manchmal frage ich mich schon, was manche User in diesem Forum hier einwerfen. Ried ist nicht gegen Düdelingen oder Novi Sad ausgeschieden, sondern gegen Legia Warschau. Legia gehört nicht zur Topkategorie im internationalen Fußball, aber eine starke Mannschaft ist es allemal. So wie sich Rapid gegen die Serben präsentiert hat kann ich mir nur schwer vorstellen, dass es gegen Legia auch gereicht hätte.
Wenn man einer Mannschaft, die innerhalb eines Jahres Bröndby rauswirft und daheim gegen Legia Warschau gewinnt sowie gegen PSV Eindhoven remisiert, sie hätte keine internationalen Visionen, dann frage ich mich schon, ob da eigentlich das Hirnkastel eingeschaltet wurde.

Die Frage ist nicht,

ob eingeschaltet sondern eher, ob existent!

Diese "Dorfklubs" haben keinem einen Platz weggenommen!! Sie haben sich Qualifiziert!!

ich nehme gleich mal vorweg, dass sich ried tatsächlich nicht überragend präsentiert hat - aber ich finde es schwachsinnig zu behaupten ein verein würde einem anderen verein den europacup-platz "wegnehmen"....

um die Qualität österreichischer Fussballer zu beurteilen,

braucht man keine Fünfjahreswertung.
Es genügt, sich eine Liste von österreichsichen Spielern zusammenzustellen, die in der PL oder PD spielen.

Geiler Angsthasen fussball von Ried zumindest bis zur Roten für die Polen-verdient ausgeschieden.

Haben genau das gespielt was vom Trainer im Interview vor dem Spiel als "no go" ausgegeben wurde...

5 Vereine sind für die Qualität des österreichischen Vereinsfussballs definitiv zu viel

Man hat einfach nicht genug Spieler, die die Qualität für internationalen Fussball haben. Das war gestern ganz eindeutig zu sehen. Bei Ried waren z.B. Spieler wie Reiter, Schicker, Ziegl im Einsatz, die definitiv auf internationalem Niveau nicht brauchbar sind. Reiter war in beiden Spielen viel zu langsam, unbeweglich, technisch zu schwach. Warum der durchspielen durfte, weiß wohl auch nur der Trainer.

Und Admira hat eben ihre ganz großen Schwächen in der Defensive, wobei Tischler als Schwachstelle noch herausragt. Für Erfolge benötigt man bekanntlich einen sehr guten Torhüter und keinen, der selbst für die Bundesliga zu schwach ist.

Das Raunzen über die 5-Jahreswertung ist unerträglich:

Von den Raunzern wird ja meist angeführt, dass international ohnehin nur Salzburg, Rapid, Austria und Sturm tauglich sind. Ein fünfter Startplatz würde ja dann wohl ohnehin wieder nur Ried oder Admira etwas bringen. Die würden ja dann in der Logik erst recht wieder nichts bringen und nur den Teiler für die 5-Jahreswertung runtersetzen, sodass dann ohnehin wieder eine Verschlechterung eintritt.

Oder hat man da doch etwas Sorge, dass die eigene international ja soooo vielversprechende Mannschaft wieder in der Liga hinter Ried und Admira landen würde und somit der fünfte Startplatz ein netter Rettungsanker wäre?

Als Salzburg, Rapid, Austria und Sturm angefangen haben regelmäßig international zu spielen, waren alle ungesetzt (abgesehen von der ersten Quali Runde).

Mittlerweile ist Salzburg bis ins Play Off gesetzt und die anderen sind zumindest bis zum Play Off gesetzt.

Wenn man zumindest in den Runden wo man gesetzt ist immer gut punktet, dann arbeitet man sich auch immer stetig nach oben.

die setzungen haben aber nix mit dem uefa quoffizienten der liga zu tun sondern denen der einzelnen clubs da gibts ja wieder eine rangliste.
selbst wenn österreich vor england und spanien wäre, wäre keine mannschaft in den playoffs gesetzt.

Doch, sie wären gesetzt. Sie hätten ja schließlich in den Vorjahren die entsprechenden Punkte sammeln müssen. ;-)

Er hat schon recht. Eine Mannschaft, die jede Saison ihre Pflichtaufgaben erledigt, kommt in der Rangliste kontinuierlich nach vorne.

...

Die Verbesserung in der Champions League Setzungsarithmetik würden den Meister, wahrscheinlich also Salzburg, begünstigen. Salzburg besitzt schon jetzt über ein durchaus gutes Vereinsrating und ist die letzten beiden Jahre vor allem an der eigenen Unfähigkeit gescheitert. Gut, nicht in der Lage, den Luxemburger Meister zu schlagen, aber dann halt fix dabei. Freuen wird's vor allem die Salzburger, ob's verdient wäre ist eine andere Frage.

Der zweite der Liga wuerde eine Teilnahmechance erhalten, allein die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir offensichtlich dorthin nicht hingehören.

Ein Achtungserfolg für Dietmar Kühbauer und seine junge Truppe.

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