Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Vier Jahre lang haben die Experten jeden Sommer das Fortpflanzungsverhalten der Strandläufer in freier Wildbahn beobachtet: In der Balzzeit schlafen die Männchen kaum.
Juneau - Barrow an der Nordwestküste Alaskas ist wahrlich ein abgelegener Ort. Die Siedlung liegt eingerahmt vom Polarmeer und der schier unendlichen Tundra. Im Frühsommer herrscht dort jedoch hektische Aktivität. Langschnabelige Vögel wuseln umher, jagen einander, fliegen auf. Es sind Graubruststrandläufer (Calidris melanotos). Die Strandläufer-Männchen verteidigen ihre Territorien und buhlen gleichzeitig um die Gunst der weiblichen Artgenossen. Praktisch pausenlos.
Im Juni, zur Paarungszeit, geht die Sonne bei Barrow nicht mehr unter. 24 Stunden Tageslicht täglich, und die männlichen Strandläufer scheinen währenddessen gar nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Ständig wird imponiert, gekämpft und geflirtet. Brauchen die Tiere keinen Schlaf?
Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam unter Leitung des belgischen Biologen Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen in einer Feldstudie nachgegangen, deren Ergebnisse nun in "Science" veröffentlicht wurden. Vier Jahre lang reisten die Experten jeden Sommer nach Barrow, um die Strandläufer in freier Wildbahn zu beobachteten. Sie nahmen genetische Proben und fingen Vögel ein, um sie mit speziellen Datenloggern zu versehen. So gelang es, einen detaillierten Einblick in das Fortpflanzungsverhalten von C. melanotos zu erhalten.
Graubruststrandläufer sind polygyn, es gibt keinerlei Form von Paarbildung. "Die Weibchen bekommen von den Männchen nur Sperma und sind deshalb äußerst wählerisch", erklärt Bart Kempenaers im STANDARD-Gespräch. Um die Brutpflege scheren sich die gefiederten Herren nicht im Geringsten. Für die Muttertiere bedeutet das: Lediglich der mit den besten Genen ist interessant.
Die Partnerqualität dürfte sich am zuverlässigsten in körperlichen Leistungsfähigkeit ausdrücken. Die ist bei den männlichen Vögeln in der Tat beeindruckend. Mittels winziger eingepflanzter Messgeräte gelang es den Forschern, die Gehirnaktivität der Tiere zu messen. Verblüfft stellten sie fest, dass die Männchen in der Balzzeit kaum schlafen. Wochenlang. Nur kurze Nickerchen sind drin, und die dauern nicht mehr als ein paar Minuten. Im extremsten Fall war ein Vogel 19 Tage lang mehr als 95 Prozent der Zeit aktiv.
Den Fortpflanzungserfolg einzelner Männchen konnte das Team anhand genetischer Untersuchungen nachweisen. Hier zeigte sich ein klarer Zusammenhang. Die Tiere, die am wenigsten schlafen, zeugen die meisten Nachkommen. Der Erfolg bei den Weibchen ist also die Frucht pausenloser Bemühungen.
Die Studie wirft die Frage auf, ob Schlaf tatsächlich eine unerlässliche Regenerationsphase ist, oder ob sich darauf auch verzichten lässt. Vermutlich ist die Fähigkeit zur längeren Schlaflosigkeit bei C. melanotos das Ergebnis eines jüngeren evolutionären Selektionsprozesses, der nach der letzten Eiszeit begann und noch immer anhält, meint Kempenaers. "Wir nehmen auch an, dass die Männchen nach der Balzzeit wieder viel länger schlafen." (Kurt de Swaaf/DER STANDARD, 10.8.2012)
Zwei Drittel des Anstiegs stammt von Eisschilden der Antarktis und Grönlands und dem sich ausdehnenden Meerwasser
Die acht eigentlichen Mitgliedsländer nehmen sich der Ölverschmutzungen im Norden an
Indirekter Effekt: Grizzlybären verschmähen neue Fischart und konzentrieren sich verstärkt auf junge Wapitis - Dies könnte gesamtes Nahrungsnetz verändern
Maßnahme soll Regenwäldern zugute kommen
Der Soufrière Hills auf Montserrat brach 1995 nach 300-jähriger Ruhephase aus und kommt seitdem nicht mehr zur Ruhe
Freiburger Forscher untersuchten Proteine, die in einer Bakterienzelle die Struktur des Erbguts sichern
500 Millionen Jahre alter Gliederfüßer nach Hollywoodstar benannt
Vorträge, Filmvorführungen, Labor- und Gartenbesichtigungen schon ab Mittwoch in Österreich
Forscher holten aus 2,4 Kilometern Tiefe Wasser aus dem Präkambrium - Nun hoffen sie auf Nachkommen von Mikroben aus der Anfangszeit des Lebens
Symposium über "Synthetische Biologie" am Dienstag in Wien
"Apothekerfrösche", die einst für Schwangerschaftstests verwendet wurden, verbreiteten den tödlichen Chytridpilz global
Tiere wachsen auch dann , wenn CO2-Konzentrationen jenen entsprechen, die wir für das Jahr 2100 erwartet werden
Schaffung von künstlichem Leben ist Ziel der synthetischen Biologie - Ob der Mensch die Natur übertreffen kann und ob ein Durchbruch bevorsteht, diskutierten Experten in Wien
Forscher untersuchen Milliarden Jahre alte geologische Formationen auf der Südhalbkugel
Jeder Reptilien-Zahn besteht aus einer dreiteiligen Einheit - US-Forscher wollen eines Tages das Gebiss von Menschen nachwachsen lassen
Beute mit Vorsprung: Die Große Wachsmotte kann noch in einem extrem hohen Frequenzbereich hören
Dauerstadien verraten viel über frühere Umweltbedingungen und wie deren Veränderungen die Arten künftig beeinflussen können
Gemeinschaftsprojekt von EU, Afrikanischer Union und Welternährungsorganisation
Forscher maßen Abbauprodukte des Stress-Hormons Cortisol im Kot von jungen Hyänen, die um die Muttermilch konkurrieren
Forscher weisen auf günstige Eigenschaften alter Sorten hin
Laut Forschern der Vetmeduni Wien steuern die Fettsäuren das Erreichen tiefer Körpertemperaturen und die Bewahrung eines regelmäßigen Herzschlages
Forscher finden Überreste eines kleinwüchsigen Verwandten des Pachycephalosaurus
Ernähren sich die Tiere von am Meer lebender Beute, sammeln sich schnell gefährliche Konzentrationen im Körper an
Pflanze stammt aus konventioneller Zucht - Kritiker warnen vor Abhängigkeit von Konzernen
Wissenschafter untersuchten Auswirkungen von 14 großen Vulkanausbrüchen in den vergangenen 70.000 Jahren
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.