Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Mit einer besonders raffinierten Schadsoftware haben staatliche Dienste eines unbekannten Landes Bankkunden im Nahen Osten bespitzelt. An dem staatlichen Hintergrund des neu entdeckten Trojaners namens Gauss bestehe kein Zweifel, erklärte am Donnerstag der Chefexperte der russischen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky, Vitaly Kamluk. Es gebe große Ähnlichkeit mit den zuvor aufgetauchten Schädlingen Stuxnet, Duqu und Flame.
Flame
Bei dem Trojaner handle es sich um eine spezielle Anpassung des im Mai aufgetauchten Schadprogramms Flame, sagte am Donnerstag Kaspersky-Chefanalyst Magnus Kalkuhl der Nachrichtenagentur dpa. Flame wurde im Mai von Kaspersky entdeckt und nach Informationen der "Washington Post" von den USA und Israel entwickelt.
Späher
Der Online-Banking-Trojaner leitet im Unterschied zu den bekannten Werkzeugen von kriminellen Internetbetrügern keine betrügerischen Bankgeschäfte zum Schaden der Nutzer ein, sondern späht aus, welche Transaktionen vorgenommen werden. Insgesamt seien im Juni und Juli rund 2500 Infektionen mit Gauss registriert worden, darunter mehr als 1600 im Libanon, 480 in Israel und 260 in den palästinensischen Gebieten, sagte Kamluk während einer Web-Konferenz mit Journalisten. In anderen Ländern, darunter auch Deutschland, sei es nur vereinzelt zu Infektionen mit Gauss gekommen. Zu den betroffenen Banken gehörten den Angaben zufolge die Bank of Beirut und Credit Libanais, aber auch die Citibank und der Online-Zahlungsdienst PayPal.
Der Name des deutschen Mathematikers Carl Friedrich Gauss (1777-1855) sei im Code der Hauptkomponente des Trojaners gefunden worden, erklärte Kalkuhl. Die Schadsoftware infiziert nach seinen Angaben Windows-Computer und USB-Sticks und überträgt die ausgespähten Daten zu einem nicht näher bezeichneten Server. Neben Daten zum Zahlungsverkehr listet Gauss auch Laufwerke und Verzeichnisse des befallenen Computers auf, kopiert die als Cookies bezeichneten Nutzungsdaten des Internet-Browsers und späht weitere Zugangsdaten aus. Nach 30 Einsätzen zerstört sich Gauss selbst und ist dann nicht mehr sichtbar.
Seine Entwickler richteten ihr Augenmerk besonders auf die Tarnung des Trojaners
Gauss sei kleiner und nicht ganz so komplex und vielfältig einsetzbar wie der im Mai entdeckte Schädling Flame, sagte der Kaspersky-Experte Kalkuhl. Seine Entwickler richteten ihr Augenmerk besonders auf die Tarnung des Trojaners. Kaspersky fand Gauss bei seinen Untersuchungen zu Flame im Auftrag der International Telecommunications Union (ITU). Als erste Schadsoftware mit einem staatlichen Hintergrund gilt Stuxnet: Dieser Wurm wurde Anfang 2009 für Angriffe auf bestimmte IT-Module von Industrieanlagen entwickelt; Ziel war 2011 vermutlich die Sabotage iranischer Atomanlagen. Als Weiterentwicklung von Stuxnet tauchte im vergangenen Jahr der Trojaner Duqu auf, der als Spionagewerkzeug eingesetzt wurde.
"Wir haben nur die Fakten, wir spekulieren nicht über das Warum."
Die Gründe für den Einsatz von Gauss seien nicht bekannt, sagte Kamluk. "Wir haben nur die Fakten, wir spekulieren nicht über das Warum." Das Kaspersky-Team sei aber überrascht, so bald eine neue Schadsoftware mit staatlichem Hintergrund zu entdecken. Es sei zu befürchten, dass es weitere Kapitel in dieser Geschichte geben werde. "Da sollte etwas getan werden", sagte Kamluk. Nötig sei eine internationale Diskussion, vielleicht auf Ebene der Vereinten Nationen. "Das geschieht aber nicht." (APA/dpa, 09.08. 2012)
Link
Analyse von Kaspersky
Innenministerin Mikl-Leitner will digitale Straftaten auch bei StGB-Novelle diskutieren
US-Politiker machen Iran verantwortlich
Möglicherweise bis zu 22 Millionen Benutzerkennungen ausgespäht
Microsoft lanciert Warnung - Schädling tarnt sich als Browser-Erweiterung
Kaspersky: Spammer weichen allerings immer öfter auf soziale Netzwerke aus
Sicherheitsforscher konnten über ungepatchte Lücke auf Gebäudeverwaltung zugreifen
"Man braucht nur wenige Klicks, bis man am virtuellen Schaltpult eines Heizkraftwerks steht"
Polizei warnt vor Schädling - Virus versucht, Geld vom User zu erpressen
Unbekannten kopierten komplette Kreditkartensätze von Servern der Plattform Traveltainment
Nicht signierten Applets wird nun stets eine Warnung vorgeschalten
Angesichts der großangelegten Brute-Force-Attacke sollte einiges beachtet werden
Framework "SIMON" schleust sich in Flugmanagementsysteme ein - Übertragungsprotokoll anfällig
Malware installiert Bitcoin-Mining-System im Hintergrund und sorgt für spürbaren Performance-Einbruch des Computers
Mit Hilfe von Trojanern kann der ganze Rechner in die Kontrolle Dritter gelangen - Webcam inklusive
Sicherheitsexperten machen auf Sicherheitslücken bei vernetzten Kameras aufmerksam
Angriff zeigt Handlungsbedarf für Sicherheit von Internet-Verbindungen
Angeblich intensive Attacken auf staatliche Server
Stundenlang kein Zugriff für Kunden der US-Bank
Größere Gefahr für die Sicherheit der USA als der Terrorismus
Googles hochdotierter Hacker-Wettbewerb Pwnium 3 sah keinen Sieger
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.