US-Sender buhlen um Latinopublikum

Doris Priesching, 9. August 2012, 17:51
  • Aaron Paul und Bryan Cranston sind böse in "Breaking Bad".
    foto: amc

    Aaron Paul und Bryan Cranston sind böse in "Breaking Bad".

Serien wie "Breaking Bad" oder "Modern Family" spielen mit Klischees und Stereotypen - Newscorp startet einen spanischsprachigen Kanal

Wien - Langsam, aber unumkehrbar driften alle ab: Walter White (Bryan Cranston), einst überkorrekter Chemielehrer, Krebspatient, verständnisvoller Familienvater und treu ergebener Ehemann, geht in seiner neuen Aufgabe völlig auf. Als Drogenproduzent im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet ist er drauf und dran, das Geschäftsfeld unter Kontrolle zu bringen. Seine Gattin Skyler (Anna Gunn) spielt schon lange nicht mehr die schockierte Ehefrau, sondern entdeckt ihrerseits kriminelle Talente, die ihr im Gewerbe der Geldwäsche zugutekommen. Walter junior (RJ Mitte) gefällt der neue Stil: Mit flottem Rennauto sieht er sich als Begünstigter und stellt keine Fragen. Ewige Verdammnis tut sich auch in der fünften Staffel von "Breaking Bad" auf. Der US-Kabelsender AMC zeigt sie seit Mitte Juli.

Die Rechnung geht wieder auf: Fans von Vince Gilligans preisgekrönter Dramaserie jubeln über sehr dunkle, abgründige Erzählbögen, in denen sich mit gebotener Gnadenlosigkeit zeigt, dass sich in jedem noch so faden Kleinbürger eine grundschlechte Essenz befindet. AMC freut sich über gelungene Serienunterhaltung. Auffallend ist "Breaking Bad" aber nicht nur wegen Handlung, Darsteller und flirrender Optik, sondern weil die Serie hispanisch-amerikanische Rollen differenziert anlegt.

Dass sich hier ein Markt auftut, haben Produzenten und Sender natürlich längst bemerkt. Knapp 16 Prozent beträgt der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe in den USA. Englischsprachige TV-Stationen haben aufgrund der hohen Versorgung mit spanischsprachigen Sendern Probleme, an das wachsende Latinopublikum heranzukommen. Eine Sendung, die diese Zielgruppe erreicht, darf mit hoher Quote rechnen. Entsprechend heftig wird sie umworben.

Nicht immer passiert das so treffsicher wie bei den brutalen Drogenbossen an der amerikanisch-mexikanischen Grenze in "Breaking Bad". Oder mit den spitzen Auseinandersetzungen bei den Pretchetts in "Modern Family", wo er als alter Spießer den Ton angeben will, seine Frau, die sexy Latina, ihn mit einem Mix aus Frechheit und Ahnungslosigkeit schlägt.

Zusammenprall

Der Witz kommt an: 798.000 Hispanics schauen "Modern Family" regelmäßig, berichtet die New York Times. Ähnliche Erfolge erzielen Serien mit Latinoanteilen etwa bei "Two And A Half Men", "Grey's Anatomy" und "Glee".

Versuche, gezielt in latinoamerikanische Lebensräume einzudringen, unternimmt CBS mit "Rob". Die Titelfigur Rob Schneider heiratet in eine mexikanische Familie ein und erlebt den Zusammenprall der Kulturen. ABC entwickelt "Devious Maids", eine Comedyserie über Latinofrauen, die im noblen Beverly Hills arbeiten. Für Aufsehen über der Grenze sorgt unterdessen die Dramaserie "Estado de Gracia" über den Irrsinn des mexikanischen Drogenkriegs. Medial wird der Kampf der Kartelle, der bisher mehr als 55.000 Opfer forderte, kaum differenziert diskutiert. Bemühungen einer entschlossenen Politikerin um bessere Gesetze sind laut Los Angeles Times zum ersten Mal Teil einer fiktiven Serie. Dem mexikanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen war der Stoff vor den Präsidentschaftswahlen zu brisant. Zum Zug kam Cinelatino - mit Sitz in Florida.

Ohne Umschweife forciert Rupert Murdoch den Markt: Mit Newscorp startet er kommenden Montag den spanischsprachigen Kanal MundoFox. (Doris Priesching, DER STANDARD, 10.8.2012)

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Und ich dachte das wäre ein Aritkel über "Treme"

Dabei nimmt die Autorin nur die in meinen Augen fadesten und blassesten Serien. Die "Latinos" darin wären mir gar nicht aufgefallen. Welches Stereotyp wäre wohl gemeint: ach ja, das Gegenteil davon -
Nicht dass ich "Treme" leiden könnte...

"texanisch-mexikanischen Grenzgebiet"

Breaking Bad spielt übrigens nicht in Texas, sondern in Albuquerque, Bundesstaat New Mexico

gus ist mittlerweile einer der brillantesten ganovencharaktere ever! ich ziehe mir mittlerweise auch in fast manisch genau durchgeführten bewegungen hemd und hose an oder aus und falte sie bevor ich kotzen gehe :-)

klingt trotzdem alles recht klischeebeladen

drogenbosse, zusammenprall der kulturen und quotenlatinos fürs latinopublikum.

mmmmhhhh....

los pollos hermanos.....me gusta!

Ich bin skeptisch, ob die fünfte Staffel noch einen draufsetzen kann. Für mich war die letzte Folge der vierten Staffel von "BB" ein großartiger Abschluss einer der besten Fernsehserien aller Zeiten. Walter hat "gewonnen", aber zu dem preis, dass er seine Menschlichkeit schon fast völlig eingebüßt hat und vor nichts mehr zurückschreckt.

da geht sich noch was aus.... die fünfte fängt genial an!

yo magnets, bitch!

ich freu mich zwar, dass noch eine staffel kommt, aber das finale der 4. staffel hätte ich mir auch als endgültiges ende gefallen lassen.

ich denke da kommt jetzt ein neues kapitel auf uns zu, walter der skrupellose bösewicht ? würde mir sehr gefallen

Bis jetzt ist sie der 4ten Staffel durchgehend ebenbürtig.

Die 4 Folgen waren allesamt genial. V.a. aber die letzte (0504) fand ich extrem gut.

Die 4 Folgen waren soweit schon sehr beeindruckend, da gehts gleich von Beginn an richtig um...bei der 4. Staffel passierte anfangs ja nur sehr wenig (war aber auch nicht schlecht - eine unglaubliche Spannung war das).

Geht mir genauso.

Breaking Bad gehört zum besten was in den letzten Jahren zu sehen ist.

Wobei für mich am Ende der 4. Staffel gewisse Abnützungserscheinungen aufgetreten sind oder einfach einige dumme Plot Twists, die vor Klischees im Inhalt und in der Umsetzung nur gestrotzt haben, vorhanden waren. Der Showdown am Swimming Pool hat mich genervt.

Ich glaube, dass man die Serie mit dieser Staffel auch auslaufen hätte lassen können.

Bin aber natürlich trotzdem gespannt wie sich die 5. Staffel entwickeln wird und ob es ein stimmiges Finale gibt

naja hab mal gelesen, dass die usa laut derzeitigen schätzungen in wenigen jahrzehnten kein "weißes" land mehr sein werden, sondern latinos und schwarze die mehrheit stellen werden.........daher werden sie auch ihre unterhaltungsangebote darauf ausrichten. im rest der welt werden's damit halt probleme kriegen....

ist einfacher als man denkt

die englischsprachige bevölkerung wendet sich immer mehr netflix zu.

übrig als zusehergruppe für die tvsender bleiben entweder arme, die sich die mit werbung vollgemüllten sender ansehen MÜSSEN (schwarze) oder zuseher, die nichtenglische vertonung haben möchten. christliche republikaner und rednecks haben sowieso ihre eigenen sender.

obwohl, vielleicht gibts spanischen oton auch bei netflix. ein problem könnten film- und vertriebsrechte sein.

Zielgruppen

Der Bevölkerungsanteil ist sicher nicht nur der einzige Faktor, geht auch darum wieviele Leute in der werberelevanten Zielgruppe mit Geld zum ausgeben vorhanden sind.

Breaking Bad ist mit Abstand die beste TV-Serie, die ich je gesehen habe (und ich habe viele gesehen).
Das Dumme ist nur, dass mir jetzt nichts anderes mehr gefällt, weil meine Ansprueche so hoch geworden sind.

Ach ja und zum Thema Skyler: Natuerlich ist sie eine dumme Zicke, aber irgendwie verstehe ich sie schon ein bisschen. Stellt Euch mal vor, Euer Lebenspartner entwickelt sich wie Walt - wuerde Euch da nicht ein bisschen mulmig werden?

Das tolle der Serie ist ja, dass auch die Zuseher bad breaken.

Also quasi eine Toleranz gegenüber dem "auf die Schiefe Bahn geraten" erzeugt wird.

Viele Zuseher werden auch bereits bad broken an die Serie herangegangen sein.

Wie lange muss man sich eine Serie über einen Heroinproduzenten/-dealer ansehen, der sich mit der mexikanischen Mafia anlegt und was nicht noch mehr, bis man nicht mehr zusieht?

Ich habe nach der zweiten Staffel aufgehört, weil ichs mir nicht mehr weiter ansehen wollte. Aber die eine andere Kifferserie hat mich schon genausowenig interessiert.

welche "die eine andere"?

ACHTUNG Spoiler weiter unten - Breaking Bad

am besten ist ja auch bei den simpsons der fliegenmann

sehr zu empfehlen als trashigen gegensatz zu BB

für alle spanischsprecher ist die col. narcotelenovela "las munecas de la mafia". ein echter reisser,vereint alle klischees der latino novela.

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