Gute Kritiken für Jem Cohens "Museum Hours"

9. August 2012, 15:52
  • Warmherzig gemütlicher Spaziergang durch Wien und seine (Kunst-)Geschichten: "Museum Hours".
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    foto: stadtkino wien

    Warmherzig gemütlicher Spaziergang durch Wien und seine (Kunst-)Geschichten: "Museum Hours".

Auch zweiter österreichischer Wettbewerbsbeitrag trifft beim Filmfestival Locarno auf positive Reaktionen

Locarno - Jem Cohens "Museum Hours" sei ein "unorthodoxes, hybrides Ungetüm", beschreibt der "Hollywood Reporter" den Wettbewerbsbeitrag für das Filmfestival Locarno in einer ausführlichen Kritik. "Voller Charme, Intelligenz und trockenem Humor verdient der Film ein Kinopublikum außerhalb des üblichen Festivalzirkus." Die österreichische Produktion des 50-jährigen New Yorkers, eines langjährigen Viennale-Stammgastes, hat nach der Premiere am Mittwochabend positive Reaktionen am Lago Maggiore hervorgerufen.

Das Aufeinandertreffen eines Museumswärters und einer kanadischen Touristin in Wien  wirke wie eine "etwas ältere Variante des Paares in Richard Linklaters romantischer Komödie 'Before Sunrise'", resümiert der "Hollywood Reporter". "Ich wollte eine Stadt, die als High-Class-Touristenziel gilt, hernehmen und fragen: Was ist da noch?", hatte Cohen am Mittwoch bei der Pressekonferenz zur Weltpremiere gesagt:  "So wie bei jeder Stadt mit Touristenattraktionen gibt es eine ganze Unterwelt, auf die Touristen nicht blicken. Mich interessieren diese peripheren Dinge."

Für das Filmmagazin "Screen" versucht Cohens "melancholische Elegie" gar nicht wirklich, eine Geschichte zu erzählen, sondern "vielmehr eine Atmosphäre zu kreieren und die Leute zum Nachdenken einzuladen". Bobby Sommer schaffe es in der männlichen Hauptrolle durch seine klare, ruhige und ungehetzte Art ("in the best gemutlichkeit Austrian traditon") die Ideen rüberzubringen, und Mary Margaret O'Haras introspektive Momente seien bewegend. "Am überzeugendsten ist jedoch die Kameraarbeit von Cohen und seinem österreichischen Pendant Peter Roehsler, die das reale Leben in Kunst und die Kunst in das reale Leben verwandelt."

"Museum Hours" hat ebenso wie Tizza Covis und Rainer Frimmels hochgelobter Wettbewerbsfilm "Der Glanz des Tages" gute Chancen auf einen Preis am Samstag. Beide Filme konkurrieren auch um den Hauptpreis der 65. Festivalausgabe, den Goldenen Leoparden. Als weitere Favoriten wurden zuletzt Peter Stricklands "Berberian Sound Studio", Julia Heranandez Cordons Drama "Polvo" und Sean Bakers "Starlet" gehandelt. Der Jury sitzt in diesem Jahr der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul vor.   (APA, 9.8.2012)

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