Herr Rossi wechselt die Maschine

Auch im Motorradsport scheitern Beziehungen. Valentino Rossi wurde bei Ducati nicht glücklich, er heuert bei Yamaha an

Mailand - Motorrad-Superstar Valentino Rossi verlässt nach zwei frustrierenden Jahren sein italienisches Team Ducati und kehrt zu Yamaha zurück. Das hat Ducati am Freitag offiziell bestätigt. Demnach wird der auslaufende Zwei-Jahres-Vertrag nicht verlängert. "Ducati wünscht dem Italiener für seine künftigen Aufgaben alles Gute. Das Team wird weiterhin das Beste geben, um in der zweiten Saisonhälfte Verbesserungen zu erzielen", hieß es in der Ducati-Erklärung. Bereits von 2004 bis 2010 raste der 33-Jährige für den japanischen Rennstall, der die Verpflichtung des 9-fachen Champions für zwei Jahre am Freitag bekanntgab. Und zwar sehr schnell, vier WM-Titel in der MotoGP sind ein wunderbares Zeugnis gewesen. Mit Rossi soll auch sein australischer Chef-Mechaniker Jeremy Burgess zu Yamaha ziehen.

Die in Italien als " Traumehe" gefeierte Kombination des italienischen Stars mit der italienischen Traditionsmarke war nicht von Erfolgen gekrönt. Von bisher 26 Rennen hat Rossi keines gewonnen. Der Mann, der schon 105 Mal Champagner versprüht und seine Hymne gehört hat, hält diesen Entzug nicht mehr aus. In der laufenden WM liegt er an achter Stelle. Es führt überlegen der Spanier Jorge Lorenzo, er sitzt auf einer Yamaha. Als Nachfolger Rossis bei Ducati ist der italienische Yamaha-Pilot Andrea Dovizioso praktisch fix.

Rossi entschiede sich für das finanziell schwächere Angebot, obwohl ihm auch Ducati nur einen Vertrag mit reduzierten Bezügen angeboten hat.  "Man behauptet, dass sich nach Ducatis Übernahme durch Audi vieles ändern wird. Man muss begreifen, wie stark Audi motiviert ist und wie stark man im Motorsport investieren will", hatte er gesagt und mit Blick auf das Ducati stets eng verbundene Formel-1-Team Ferrari erklärt: "Bisher war alles frustrierend. Auch Ferrari ist schlecht in die neue Saison gestartet, die Lage besserte sich aber danach. Bei uns geschieht jedoch nichts."

In der Formel 1 führt der Spanier Fernando Alonso nach elf von 20 Rennen die WM an, obwohl sein Auto zu Saisonbeginn noch als "rote Gurke" verspottet wurde. Rossi hat noch achtmal die Ducati unter sich, der nächster GP findet am 19. August in Indianapolis statt. (red, DER STANDARD 10.8.2012)

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