Video von Dotcom-Razzia belastet Polizei

  • Kim Dotcom sagt vor Gericht aus, dass er bei seiner Festnahme geschlagen wurde
    screenshot: derstandard.at

    Kim Dotcom sagt vor Gericht aus, dass er bei seiner Festnahme geschlagen wurde

Neuseeländischer Sender zeigt Videoaufnahmen vom "unverhältnismäßigem" Polizeivorgehen

Ein Video, das die bei Kim Dotcom durchgeführte Razzia zeigt, die bereits im Jänner stattgefunden hat, könnte Dotcoms Vorwürfe gegen die Polizei untermauern. Wie Heise schreibt, hat Dotcom der Polizei vorgeworfen, unverhältnismäßig gegen ihn vorgegangen zu sein. Ein neuseeländischer Fernsehsender hat das Video und die Vorwürfe von Dotcom vor Gericht gezeigt.

Hundert involvierte Personen

Das Video zeigt, wie sich zwei Helikopter und vier Einsatzwagen auf Dotcoms Gelände befinden. Die Polizisten sind zum Teil schwer bewaffnet und haben Hunde bei sich. Einige der Polizisten waren Mitglieder der Anti-Terror-Einheit Special Tactics Group. Laut Heise waren 100 Personen involviert. Auch Dotcoms drei Kinder und seine schwangere Frau waren zum Zeitpunkt im Haus. 

Angst, erschossen zu werden

Dotcom habe geschlafen, während der Helikopter gelandet sei. Das Geräusch des Hubschraubers habe ihn nicht so sehr erschrocken, da er desöfteren Besuch empfange, der mit Hubschraubern ankommt, so Dotcom. Als er dann aber ein lautes Pochen gegen die Tür hörte, verschanzte sich Dotcom im sogenannten "Red Room", der in einem schwer zugänglichen Teil des Hauses liegt. 15 Minuten später hat ihn die Polizei gefunden. Dotcom sei nicht proaktiv auf die Polizisten zugengangen, da er Angst hatte, erschossen zu werden. 

Schlag ins Gesicht

Danach sei der Beschuldigte von mehreren Männern festgehalten worden, wobei ihn einige Füße getreten haben. Zudem bekam er angeblich auch Knie in seine Rippen und ein weiterer Beamter stieg ihm auf die Finger. Bei der Gerichtsanhörung behauptet Dotcom weiter, dass er auch einen Schlag ins Gesicht bekommen habe. 

FBI schon zuvor im Haus

Die Razzia habe laut Polizeiangaben deshalb so überraschend stattgefunden, weil man vermeiden wollte, dass Beweismaterial zerstört werde. Schon vor der Razzia habe sich laut Dotcom allerdings das FBI in seinem Haus umgesehen und Material gesichert. Im Juli wurde die Durchsuchung allerdings als illegal vom Gericht befunden. Über die von den USA beantragte Auslieferung wird erst im März 2013 entschieden werden.

 

(red, derStandard.at, 9.8.2012)

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