Neuer Katalysator soll Erdgasnutzung umweltfreundlicher machen

Einsatz von Nanotechnologie lässt Methangas auch bei niedrigen Temperaturen vollständig verbrennen

Washington - Ein neuer Katalysator könnte Erdgasautos und Gaskraftwerke effektiver und umweltfreundlicher machen. Mit Hilfe von Nano-Kügelchen verbrennt Methangas auch bei niedrigen Temperaturen vollständig, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science" berichtet.

Problem: Rückstände von unverbranntem Methan

"Katalysatoren für eine bessere Methanverbrennung werden dringend gebraucht", schrieben Matteo Cargnello von der Universität von Triest und seine Kollegen. Methan wirke als Treibhausgas in der Atmosphäre 20 Mal stärker als Kohlendioxid und trage daher auch zum Klimawandel bei.

Doch die bisher als Katalysatoren in Kraftwerken und Erdgasautos eingesetzten Palladiumverbindungen hinterlassen bei Temperaturen unter 400 Grad Celsius größere Rückstände von unverbranntem Methan. "Bei Erdgasautos besteht daher ein Großteil der Abgase aus Methan", erläuterten die Forscher. 

Lösungsansatz: Verändertes Konstruktionsprinzip

Gleichzeitig sei der neue, per Nanotechnologie erzeugte Katalysator auch bei den hohen Temperaturen noch stabil, wie sie beispielsweise in Erdgas-Kraftwerken aufträten. Herkömmlich eingesetzte Materialien verklumpen bei solcher Hitze.

Zur Herstellung des neuen Katalysators verpackten die Forscher Palladium-Teilchen in hohle Kügelchen, die sich auf der Trägersubstanz in gleichmäßigem Abstand anordneten und nicht verklumpten.

In Tests verbrannte damit das Methan mehr als 30 Mal effektiver als mit den herkömmlichen Materialien, schreiben die Forscher. Dieses Konstruktionsprinzip biete daher eine große Chance, künftig bessere und umweltfreundlichere Katalysatoren für die Methangas-Verbrennung zu entwickeln. (APA, 18.8.2012)

Share if you care