Neuer Katalysator soll Erdgasnutzung umweltfreundlicher machen

17. August 2012, 15:58

Einsatz von Nanotechnologie lässt Methangas auch bei niedrigen Temperaturen vollständig verbrennen

Washington - Ein neuer Katalysator könnte Erdgasautos und Gaskraftwerke effektiver und umweltfreundlicher machen. Mit Hilfe von Nano-Kügelchen verbrennt Methangas auch bei niedrigen Temperaturen vollständig, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science" berichtet.

Problem: Rückstände von unverbranntem Methan

"Katalysatoren für eine bessere Methanverbrennung werden dringend gebraucht", schrieben Matteo Cargnello von der Universität von Triest und seine Kollegen. Methan wirke als Treibhausgas in der Atmosphäre 20 Mal stärker als Kohlendioxid und trage daher auch zum Klimawandel bei.

Doch die bisher als Katalysatoren in Kraftwerken und Erdgasautos eingesetzten Palladiumverbindungen hinterlassen bei Temperaturen unter 400 Grad Celsius größere Rückstände von unverbranntem Methan. "Bei Erdgasautos besteht daher ein Großteil der Abgase aus Methan", erläuterten die Forscher. 

Lösungsansatz: Verändertes Konstruktionsprinzip

Gleichzeitig sei der neue, per Nanotechnologie erzeugte Katalysator auch bei den hohen Temperaturen noch stabil, wie sie beispielsweise in Erdgas-Kraftwerken aufträten. Herkömmlich eingesetzte Materialien verklumpen bei solcher Hitze.

Zur Herstellung des neuen Katalysators verpackten die Forscher Palladium-Teilchen in hohle Kügelchen, die sich auf der Trägersubstanz in gleichmäßigem Abstand anordneten und nicht verklumpten.

In Tests verbrannte damit das Methan mehr als 30 Mal effektiver als mit den herkömmlichen Materialien, schreiben die Forscher. Dieses Konstruktionsprinzip biete daher eine große Chance, künftig bessere und umweltfreundlichere Katalysatoren für die Methangas-Verbrennung zu entwickeln. (APA, 18.8.2012)

Share if you care
13 Postings

Kann man den auch bei Rindern einführen?

ja! wir müssen nur rindviecher züchten mit 52grad körpertemperatur...

und wo nehmen wir das palladium her?

Is ja nicht grad das häufigste metall. Und recht wichtig für elektronik und Brennstoffzellen

Palladium ist doppelt so häufig wie Platin, selten aber nicht so selten

0,01 ppm in der Lithosphäre. Und es wird ja jetzt bereits als Katalysator in diesen Verfahren eingesetzt, es wird halt auf einem anderen Träger eingesetzt.

doppelt so häufig wie platin??

Laut USGS 2009 jeweils rund 200t/a abgebaut.

2 Dinge: Wie im Vorposting bereits festgestellt steigt der

Bedarf an Palladium nicht weil es auf einem anderen Träger als Katalysator verwendet wird. Und was soll die Förderung von 200 t/a über das Vorkommen aussagen?

"Bei Erdgasautos besteht daher ein Großteil der Abgase aus Methan"

Da besteht Erklärungsbedarf: 1. Besteht die Luft zu 80% aus Stickstoff, 2. ein Teil des Methans verbrennt zu CO2 und Wasser sonst würde die Kiste nicht fahren. Wie kann dann das Abgas zum Großteil aus Methan bestehen wenn ich nicht mit Lambda<0,1 arbeite?

Ein Experte drückt sich schlecht aus, wird dann falsch zitiert, das ganze wird dann ein paar mal kopiert und überall steht nun diese offensichtlich falsche Zeile.

Tip: Redakteure dürfen redaktionell in Artikel eingreifen.

Dürfen ja können nein ;-)

Man wird wohl nur die Abgase gemeint haben die

als schädlich bekannt sind und gemessen werden. -Unverbrannte-Kohlenwasserstoffe heißt das dann etwas allgemeiner in den Abgasnormen. Methan ist halt 20-30x stärker Treibhauswirksam als CO2, deshalb spielt das bei der Klimafrage auch eine starke Rolle.

Ich teile ihre Einschätzung aber die Deutsche Sprache bietet

die Möglichkeit auszudrücken was man meint und man sollte diese Möglichkeit auch nutzen. Das macht Aussagen in gewisser Weise verständlicher.

Sehr schlecht ausgedrückt

Ja, auch die "30-mal effektivere Verbrennung" ist natürlich ein Blödsinn.

Wenn normalerweise z.B. 95% des Methan zu Wasser und Kohlendioxid verbrennen, sind es dann mit dem neuen Katalysator 2850 Prozent?

Gemeint ist offenbar, dass nur ein Dreißigstel der Menge unverbrannten Methans übrig bleibt. Dass also z.B. 99,83% des Methans verbrannt werden statt nur 95%.

Wenigstens macht der Artikel auf eine bisher eher unbekannte Problematik aufmerksam.
Interessiert hätten mich richtige Zahlen allerdings schon. Z.B., wie viel Erdgas bei einem Erdgasauto tatsächlich unverbrannt den Auspuff verlässt.

Schon alleine um abschätzen zu können ob die

geringere CO2-Emission der Erdgasautos nicht wieder durch das mehr an CH4 aufgehoben wird?! Jo, wär SEHR interessant :)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.