Reich werden mit Bob Dylan

Mit einer neuen Anleihe können US-Anleger auf Gewinne aus den Verwertungsrechten von Bob Dylan, Neil Diamond und anderen Musikern spekulieren

Je öfter Bob Dylan im Radio läuft, desto sicherer das Investment: Die private US-Verwertungsgesellschaft Sesac bereitet laut "Wall Street Journal" eine Anleihenemission in Höhe von 300 Millionen Dollar (etwa 243,6 Millionen Euro) vor, die mit Nutzungsrechten der Musik von Dylan und anderen Künstlern besichert ist. 

Für eine fünfjährige Anleihe versprechen die Banken einen Zinsertrag von stolzen 5,25 Prozent, deutlich mehr als vergleichbare US-Staatsanleihen, die lediglich 0,7 Prozent Rendite abwerfen. Dafür sollen vor allem Folklegende Dylan und Sänger Neil Diamond (beide 71) sorgen, deren Musik von Sesac verwertet wird und sich immer noch großer Beliebtheit und häufigen Airplays im Radio erfreuen.

Die 1930 gegründete Firma ist die kleinste der drei amerikanischen Verwertungsgesellschaften und hat ihren Sitz in der "Music City" Nashville, Tennessee. Neben Dylan und Diamond verwertet sie etwa auch die Songs der kanadischen Rockband Rush und die des Bluesmusikers Robert Johnson.

"Knockin‘ on heavens door"?

Wie das "Wall Street Journal" berichtete, sei das neue Papier sehr begehrt, und das, obwohl die US-Ratingagentur Standard & Poors die Anleihe lediglich mit "BBB-" eingestuft hatte - fast Ramsch-Status. Die Investmentbank Goldman Sachs jedenfalls habe sich bereits Anleihen mit mehr als 100 Millionen Dollar gesichert, um sie an musikaffine Investoren weiterzugeben. 

Ob Dylan die Wall Street rocken wird ("Knockin‘ on heavens door"), oder die Anleihen tatsächlich Ramsch sind ("I threw it all away") bleibt abzuwarten. Eins steht, in Zeiten wo Anleger bereits auf Musik spekulieren können, jedenfalls fest: "Times They Are A-Changin'". (fbay, derStandard.at, 9.8.2012)

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