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Vevey - Die Absätze in Schwellenländern haben den Nahrungsmittelkonzern Nestle auch im ersten Halbjahr 2012 angetrieben. Das Unternehmen nahm mit 44,1 Mrd. Franken (36,7 Mrd. Euro) 7,5 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Davon machte das organische Wachstum, das unter anderem Wechselkurseffekte und Übernahmen nicht berücksichtigt, 6,6 Prozent aus, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das operative Ergebnis stieg um 6,3 Prozent auf 6,6 Mrd. Franken. Unter dem Strich steigerte Nestle den Reingewinn um 8,9 Prozent auf 5,1 Mrd. Franken.
Weiterhin gut lief das Geschäft mit den Kaffeekapseln: Nespresso generierte ein "hohes zweistelliges Wachstum", wie es im Bericht heißt. Anfang Mai hatte Nestle den Bau einer dritten Nespresso- Produktionsstätte in der Schweiz bekanntgegeben. Der Bau der neuen Fabrik in Romont FR soll Ende Jahr beginnen.
PIIGS kaufen weniger
Das Wachstum in den aufstrebenden Märkten lag mehr als doppelt so hoch, während das Geschäft in den Industrieländern immerhin noch um 2,6 Prozent zulegte.
Die Geschäfte in den aufstrebenden Märkten liefen weiterhin sehr gut, sagte Nestle-Finanzchefin Wan Ling Martello bei der Präsentation des Ergebnisses, die im Internet übertragen wurde. Insbesondere hob sie das Geschäft in Lateinamerika hervor, welches das schwache Wachstum in Nordamerika kompensierte. Die Zone als Ganzes wuchs um 6,4 Prozent.
In Europa kämpfte Nestle mit der nach wie vor schlechten allgemeinen Wirtschaftslage und erreichte mit 2,6 Prozent ein vergleichsweise tiefes Wachstum. Besonders in den Krisenstaaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien waren die Konsumenten weniger kauffreudig. Diese Ländergruppe verzeichnete als einzige einen leichten Rückgang des Umsatzes.
Steigende Rohstoffkosten
Belastet wurde das Nestle-Halbjahresergebnis von den steigenden Rohstoffkosten, welche der Konzern über Preiserhöhungen zu kompensieren versuchte. Diese zeichneten für ein Umsatzplus von 3,7 Prozent verantwortlich.
Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen aber mit abnehmendem Kostendruck bei den Rohstoffen. Wie Ling Martello erklärte, geht Nestle weiterhin von einem Anstieg der Inputkosten im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Der Ausblick für das Gesamtjahresergebnis wurde bestätigt.
Die Anleger an der Börse zeigten sich mit den vorgelegten Zahlen offensichtlich zufrieden. Die Nestle-Aktie gewann bis gegen Mittag 2,4 Prozent an Wert und lag damit einsam an der Spitze der SMI- Tabelle. Der Leitindex stand - ebenfalls getrieben von der Nestle- Aktie - 0,6 Prozent höher. (APA, 9.8.2012)
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