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Berlin - Die Commerzbank ist aus dem Spekulationsgeschäft mit Nahrungsmitteln ausgestiegen. Die zweitgrößte deutsche Bank habe vorsorglich alle Agrarprodukte aus dem Rohstoff-Fonds ComStage ETF Commodity Index herausgenommen, teilte die Verbraucherorganisation Foodwatch am Donnerstag mit.
Gleichzeitig habe die Bank bestätigt, keine neuen börsennotierten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln mehr aufzulegen. Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode begrüßte die Entscheidung: "Am Handeln der Commerzbank sollten sich andere Geldhäuser ein Beispiel nehmen - allen voran die Deutsche Bank", sagte er.
Foodwatch bemängelt seit geraumer Zeit, dass Spekulationen auf die Preise von Nahrungsmitteln den Hunger in Entwicklungsländern massiv verschärfen. Die neue Doppelspitze der mächtigsten Bank Deutschlands habe entgegen der Ankündigung ihres ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann aber bisher nichts Konkretes unternommen, erklärte Foodwatch. (APA, 9.8.2012)
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Der Markt für Nahrungsmittel sollte genau das Gegenteil bewirken. Nämlich, dass der Markt frühzeitig Engpässe und Überschüsse signalisieren, um Produzenten und Großhandel zu einer vernünftigen Produktion und Lagerhaltung zu zwingen.
Wenn der Markt von einigen missbraucht und manipuliert wird, ist es Sache der Politik für vernünftige Regeln zu sorgen und den Missbrauch unter Strafe zu stellen. Den Markt abzuschaffen ist keine Lösung.
Dass die Märkte heute nicht mehr funktionieren (siehe LIBOR-Skandal), ist mittlerweile in weit verbreitetes Problem, weil Politiker nicht den Mut haben gegen den Willen der Großbanken den Markt zu regulieren.
Es gibt da noch einen Unterschied ob Sie mit forwards handeln und dann wirklich einen Sack Weizen vor der Tür stehen haben, oder ob Sie mit Zertifikaten handeln und nie auch nur das geringste Interesse an dem Sack Weizen haben.
Wenn Sie sich die aktuellen Nachrichten zu den Missernten in USA und Russland anschauen ist klar dass die Preise von Mais, Weizen und Soja steigen werden.
Mit Zertifikaten kann man dann eine Blase erzeugen die zumindest für die ersten Käufer saftige Gewinne versprechen
Anders schauts bei forwards aus, weil sie da nicht mehr kaufen können als es an Nahrungsmitteln überhaupt gibt - nur da signalisiert der Preis die wirkliche Nachfrage.
Die Zertifikate sind hauptsächlich für das Anlegerpublikum - Leute die wenig Ahnung von den Rohstoffmärkten haben - und daher verzichtbar. Mit Zertifikaten und naiven Anlegern verdienen die Banken viel Geld. Einer vernünftigen Preisbildung stehen sie daher eher im Weg. Ohne Futures wird es aber schwer gehen. Der Börsenhandel mit Kontrakten erleichtert die Preisfindung.
Ob Sie nun mit forwards oder mit futures handeln ist in sofern wurscht, weil Sie so oder so mit der Ware selbst handeln.
Das Produkt was die Commerzbank jetzt umgestellt hat hat aber nichts mit der Ware zu tun, da gings nur um den Preis der Ware.
Mir wird immer schwindelig wenn ich den Handel von solchen Produkten sehe die mit der Ware nichts mit zu tun haben, Bsp ungedeckte Leerverkäufe -> Short Squeeze -> Volkswagen / Porsche 2008.
In dem VW/Porsche Fall nur ärgerlich für die beteiligten Händler bzw. Firmen, bei Lebensmitteln schauts ein bissl anders aus.
Wenn man sich so durchliest was Banker so alles treiben, womit Gezockt wird und auf welche Art der Bevölkerung das Geld aus der Tasche gezogen wird, grauslich diese Leute, genau so grauslich wie ein Hundstrümmerl. Leider gibts für Banker kein Sackerl und eine Tonne zum entsorgen!
also Produkte die quasi unabhängig vom Hersteller immer gleich sind.
Das besondere an dem Markt ist, dass die Verträge die Form haben von "ich kaufe dir in soundsoviel Monaten einen Sack Weizen zum Preis von XY Euro ab", d.h. es geht um Verkäufe in der Zukunft.
Vorteil für den Bauern bzw. Produzenten: Er weiss schon vorher was er pro Kilo Ernte bekommen wird und kann damit kalkulieren.
Vorteil für den Käufer: Er weiss schon vorher was er zahlen muss und erlebt dann z.B. bei Missernten nicht überraschende Preissteigerungen.
Jetzt gibts z.B. "Zertifikate" mit denen Sie darauf wetten wie sich die Preise entwickeln werden, ohne dafür dann Reis etc. zu bekommen. Das kann zu Blasen führen auch bei den wirklichen Produkte, also Reis usw.
Ohne Staatsanleihen wohl kein Gesundheitssystem, keine Infrastruktur, keine Pensionen, etc
Es reden so viele locker daher, dass man keine Schulden machen soll. Ja, es gab sogar ein europäisches Land, dass sehr lange keine Schulden gemacht hat. Rumänien. Super Lebensstandard dort.
Von mir aus kritisieren Sie den Handel mit CDS, vor allem dann, wenn man die betreffende Anleihe dazu gar nicht hält. Aber das geht wohl leider über Ihren Informationsstand hinaus.
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