Geweihbäume aufstellen

Mit elf Skulpturen aus der Fichte wird durch das Gauertal im Montafon geleitet

Themenwanderwege, das ist Freiluftpädagogik. So einen Wanderweg ohne erklärende Schautafeln zu gestalten, das hat den Künstler Roland Haas herausgefordert. Mit elf Skulpturen aus der Fichte leitet er durch das Gauertal im Montafon. Die Gauertaler Alpkultour, erwanderbar in drei Variationen von 2,5 bis vier Stunden, soll die Aufmerksamkeit auf Alp- und Maisäßkultur, auch auf Nutzungskonflikte lenken. Und es wäre nicht Haas, wollte er nicht auch irritieren. Beispielsweise indem er einen Geweihbaum aufstellt - als Symbol für die ambivalente Beziehung zwischen Naturschutz und Jagd.

Suura-Kees

Die Krone des Fichtenbaums bilden Geweihe, allesamt von Jägern aufgelesen, nicht erlegt. Die Tour beginnt auf Grüneck, wohin man mit der Golmerbahn fährt. Informationen holt man sich über eine Broschüre, Führung oder eine App. Ganz ohne Hinweise geht's auch im Gauertal nicht, die sind allerdings im Montafoner Dialekt. Erklärungen liefert für Smartphone-Besitzer der QR-Code. Keine Angst vor Roaminggebühren: Der Strichcode lässt sich auch offline lesen. Je nach Tour liegen bis zu sechs Hütten auf dem Weg. Probieren sollte man den Suura-Kees, die Spezialität aus Sauermilchkäse. (jub, Rondo, DER STANDARD, 10.8.2012)

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