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Flora ist fein, im Garten lebe aber auch die Fauna: Und die ist ganz schön vielgestaltig.
Ein alter Irrtum irrender Alter ist die Unterstellung, ein Garten habe in erster Linie mit Pflanzen zu tun. Doch ein Garten kann viel mehr. Ein Garten ist der Raum, in dem der Gestalter nicht zwingend göttlich ist, sondern mit seinen bescheidenen Mitteln versucht, ein funktionierendes Zusammen von Tier und Pflanze zu schaffen, und zwar nach eigenem Sinn. Nicht mit einer Rippe beginnt der schöpfende Gärtner, sondern zumeist mit einem Packerl Gartenerde. Der Rest ist bekannt.
Staude um Staude, Baum um Baum und Graserl um Graserl werden herangekarrt. Aber mit jedem einkehrenden Halm kommt auch ein Viecherl mit. Da wären die Tiere, die gerne in und gelegentlich auch über der Erde leben. Man spricht von Würmern, diversen Larven, aber auch Wühlmäusen und Maulwürfen. Je nach Zustand fressen die einander, und im Laufe des Frühjahrs gesellen sich die Singvögel und Hauskatzen hinzu, die sich auch am gegenseitigen Fressen beteiligen. Kämpfende Marder beginnen die Nacht mit seltsamem Geschrei zu füllen, Amseln übernehmen noch vor dem Morgengrauen das Kommando, und das Gurren der Tauben bringt menschliche Bewohner an den Rand des Wahnsinns. Ebenso entnervend sind Stuhlmulden von Katze und Marder, aber auch Fraßschäden von Schnecke und Raupe.
Die Ameisen hingegen sind still, kacken nicht in selbstgegrabene Löcher und fressen auch keine Pflanzen. Sie pflegen jedoch die Läuse, welche ihrerseits wieder die Pflanzen an- und aussaugen. Die ganze Tierwelt ist in so einem Garten ein einziges Verstoffwechseln, dessen muss man sich einmal bewusst werden. Wer es damit nicht so hat, wendet sich mehr den schönen, ästhetischen Aspekten der Tierwelt zu. Der Garten hat hier viel zu bieten. Vielen schlägt das Herz höher, wenn sie Zeugen des mütterlichen Lockens innerhalb einer Kohlmeisenfamilie werden, wenn Meisen-Mutter versucht, ihren Nachwuchs zum Fliegen zu animieren.
Schön anzusehen ist das Flattern bunter Schmetterlinge über eigens für sie gekaufte und gepflegte Pflanzen. Buddleja davidii, der Sommerflieder, ist hier ideal dafür. Er zieht Schmetterlinge magisch an, duftet wunderbar und blüht ohne Unterlass den ganzen Sommer über. Viele Gartenfreunde schicken ein "Jö" in die Runde, wenn sie ihren ersten Marienkäfer des Jahres erblicken. Mit verklärtem Blick lassen sie den Käfer über ihre Finger krabbeln und freuen sich, dass er immer noch und immer wieder vom höchsten Punkt, dem Mittelfinger, wegfliegt. Wie schön.
Manch Gärtner liebt das Summen der Schwebfliegen, die bevorzugt über weniger gut riechenden Blumen in der Luft stehen und ruckartig ihre Position wechseln. Sie tun mit ihrem schwarz-gelb gestreiften Hinterleib so, als wären sie gefährlich, können aber weder stechen noch beißen. Sie sind einfach nur hübsch anzusehen.
Für mich sind aber jene Viecher mit die wichtigsten Gartenbewohner, die mit ihrem Zirpen die heißesten Tage im Jahr begleiten, dabei an Pinienhaine der Toskana oder Platanenalleen der Provence erinnern: die Zikaden, Heimchen und Heuhüpfer. Ohne diesen Sound am heißen Nachmittag, ohne das Zirp-zirp der Heimchen ist ein Sommer kein Sommer. Kommen sie nicht von alleine, so empfehle ich den Besuch eines Terrariengeschäfts - dort kann man sie als Futtertiere kaufen und im Garten freisetzen. Flora ist fein, diesmal lebe die Fauna! (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 10.8.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
Ja, interessante Tierchen. Meiner Beobachtung nach so ziemlich die einzigen Insekten, die gerne Pelargonien anfliegen. Alles andere Getier (abgesehn von den Blattläusen natürlich) hat viel lieber die Kräutertöpfe und Dahlien etc angesteuert.
Und seitdem ich endlich einen Garten hab, wimmelts eh nur so. Grillen jede Menge zb.
das sind hummelschwärmer:
http://de.wikipedia.org/wiki/Humm... %C3%A4rmer
Also- auf die Idee, Grillen zu kaufen muss man erst mal kommen.
Aber gut, es werden auch Wiesengänseblumchensamen zum Verkauf angeboten und tatsächlich auch gekauft.
Wenn man unbedingt will, kann man echt für alles Geld ausgeben.
mein Favorit ("Koilibri") an der Buddleja
http://www.insektenbox.de/schmet/tauben.htm
(übrigens: Blütenreste abschneiden, dann blüht sie nochmals)
und Grillen: hatte mal eine im Schlafzimmer...seither hat meine Liebe einen Dämpfer bekommen....
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