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vergrößern 645x430Hemd von Prada, Anzughose Gaspard Yurkievich, Taschenuhr O'Clock
vergrößern 645x474Polo von Prada, karierter Blazer von Raf Simons
vergrößern 645x430Kurzarmhemd von Jil Sander, darüber ein T-Shirt von Art Point, Sakko und Shorts von Gaspard Yurkievich
vergrößern 645x967Fotos: Rafaela Pröll
Styling: Felix Leblhuber / Making of
Haare/Grooming: Patrick Glatthaar
Model: Martin Beranek / Wienermodels
Mode von: Prada, Jil Sander, Art Point, Gaspard Yurkievich, Raf Simons, O'Clock, Gintman Bros., Calvin Klein Collection
Es gibt Zusammenhänge, die scheinen willkürlich zu sein, aber trotzdem sind sie wie in Stein gemeißelt. Drogen etwa werden in unserem Kulturkreis mit Farben assoziiert, mit einem giftigen, unreinen Amalgam gesteigerter Farbeindrücke, unter denen sich wie in "Easy Rider" die Formen verzerren. Die Bildschärfe geht genauso verloren wie die Kontrolle über sich selbst. Bereits Aristoteles nannte Farbe eine Droge (pharmakon), und noch heute scheint ein Unbehagen an Farben unsere Wahrnehmung zu durchziehen. "Seit der Antike" konstatierte der britische Kulturwissenschafter David Batchelor in seinem Buch Chromophobie, werde Farbe "systematisch verdrängt, verleumdet, abgeschwächt und abgewertet". In der Literatur genauso wie in der Malerei. Und natürlich auch in der Mode - besonders in der Männermode.
Seitdem diese vor nunmehr zwei Jahrhunderten auf den dunklen Anzug gekommen ist (um sich damit vom aufgeplusterten Adel zu unterscheiden), beherrscht die modische Welt der Männer eine Scheu vor allem, was jenseits der Farbskala Dunkelblau-Grau-Schwarz liegt. Eine bunte Krawatte? Sie ist für viele bereits das höchste der Gefühle. Grellbunte Socken, die unterm Hosenbein hervorblitzen? Sie markieren bereits die Exzentriker in der Männerwelt. Dabei fristen Farben in der Modewelt nicht unbedingt ein Nischendasein. Die Damenmode ist voll davon - nur die Männer tun sich schwer damit. Männer und Farben, das scheint nicht zusammenzugehen.
Aus Sphären verbannt
Wahrscheinlich, weil Farben traditionell aus allen Sphären, die auf eine gewisse "Ernsthaftigkeit" pochen, verbannt sind. Die Farbe der Intellektuellen? Schwarz. Die Farbe des Kunstraums? Weiß. Ein Satz am Ende von Goethes Farbenlehre fasst die Vorurteile, die hier am Werk sind, zusammen: "Endlich ist noch bemerkenswert, dass wilde Nationen, ungebildete Menschen, Kinder eine große Vorliebe für lebhafte Farben empfinden, dass Tiere bei gewissen Farben in Zorn geraten, dass gebildete Menschen in Kleidung und sonstiger Umgebung die lebhaften Farben vermeiden und sie durchgängig von sich zu entfernen suchen."
Diese Zeilen wurden während des ersten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts geschrieben, also in einer Zeit, in der die heutige Herrengarderobe de facto definiert wurde. Von Männern ist in ihnen nicht die Rede, aber es ist klar, dass es von "ungebildeten Menschen" und Kindern zu Frauen ein kurzer Weg ist. Im bürgerlichen 19. Jahrhundert galten Kosmetik und grelle Farben als Zeichen für eine "liederliche" Frau, ein Befund, der sich erst mit dem Aufkommen des Kinos und später des Farbfilms ändern sollte, als rote Lippen und rosa strahlende Wangen die Sehnsüchte der weiblichen Kinobesucher anstachelten. Dabei ist die "Verknüpfung von Farbe, Kosmetik und Weiblichkeit" keine Erfindung der Neuzeit, weiß David Batchelor: Sie reiche bis in die Antike zurück.
Freizeitmode als Biotop
Wobei es natürlich immer auch Biotope gab, in denen sich Männer farblich ausleben durften. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es etwa das Gilet, wo zart- oder kräftigfarbene Samt-, Seiden- und Brokatstoffe eingesetzt wurden, viel später war es die Sport- und Freizeitmode, in denen die strenge Farbskala außer Kraft gesetzt wurde. Auch die derzeitige Konjunktur von Farben und Mustern in der Männergarderobe kommt aus diesem Bereich.
Bemerkenswert ist allerdings, dass sie die Grenzen zur formaleren Garderobe schon vor längerem eingerissen hat. Als Calvin Klein vor einiger Zeit inmitten einer Parade unscheinbarer Anzüge einige neongelbe und -orange Anzüge einstreute, dachte niemand daran, dass diese Knallbonbons sich auch verkaufen würden. Sie avancierten zu den am öftesten nachgefragten Modellen der Saison. Genauso wie die flamboyanten Entwürfe eines Raf Simons bei Jil Sander, einer Miuccia Prada oder eines Dries Van Noten. Diese Farb- und Musterseligkeit geht bereits seit einigen Saisonen so, und wer vor einigen Wochen den Kollektionspräsentationen für das Frühjahr des kommenden Jahres beiwohnte, der sah: Es wird auch noch eine Weile so weitergehen. Männer und Farben, das scheint plötzlich zusammenzugehen.
Zumindest in der kleinen Welt der Mode. Oder ist es vielleicht so, dass Farben derzeit einfach nur besonders perfide ihre Macht ausspielen? "Farbe ist gefährlich", schreibt Batchelor: "Sie ist eine Droge und bedeutet zumindest vorübergehend den Verlust des Bewusstseins und eine Art Blindheit." Keine Frage: Manchmal zieht man es vor, blind durchs Leben zu gehen. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 10.8.2012)
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Bezüglich der Aberkennung des Status "Mann" der gezeigten Models. Justin Bieber schaut nicht viel männlicher aus, bzw. hat gleich wenig Bartwuchs und bekäme trotzdem auf einen Schnipser seiner Finger mehr Frauen ins Bett, als Standardposter diesen Artikel kommentiert haben. (Wobei der ausschlaggebende Faktor, die Männlichkeit zu bestimmen, nicht sein sollte, wie viele Frauen man "rum" kriegt. Nur leider wird diese Ziffer meist als Vergleichsbasis herangezogen - so scheint mir zumindest.)
Justin Bieber - Fans sind noch lange keine Frauen sondern pubertierende Mädchen, die sich mit solchen gleichaltrig wirkenden bartlosen und eigentlichen ase*uellen Nichtmänner an die Entdeckung der Se*ualität wagen.
Und das ist auch gut so.
Frauen und Männer haben damit aber nichts zu tun.
hätte ich jetzt echt nicht geglaubt, wie viele spießige, hasserfüllte und offen homophobe kommentare (wobei ich nicht meine, dass diese outfits besonders schwul sind) diese schicken fotos auslösen - nur weil man selbst 1. keine fantasie hat und 2. sich gehen lässt und ergo aufgrund von wampe, halbglatze etc. so etwas nicht tragen kann, braucht man doch den anderen männern den spass an farben und mustern nicht zu missgönnen... im übrigen bin ich der meinung dass das model auf den bildern ein zwar (noch) recht bartloses, aber doch markantes und männliches gesicht hat.
wie sie mit solchem Eifer etwas verteidigen das ungefähr die Halbwertszeit einer Woche hat. Nächste Woche tischt ihnen die tolle Modeindustrie wieder den 'neuesten' Müll auf und dann werden sie das wieder für ganz ganz toll, modisch und neu halten.
Gut für die Inustrie das es immer wieder solche Gestalten gibt die glauben alle paar Tage as 'neueste' kaufen zu müssen.
Und Ihr Urteil das alle nicht Modeaffine häßlich, fett und phantasielos sind, zeigt nur ihre häßliche absolut oberflächliche Fratze.
sie seien häßlich, wenn sie ihr mißfallen gegenüber solchen hybriden geschöpfen äußern?
ich finde unnatürlich posierende, aggressiv dreinschauende weibliche models sehen doof aus, bei so einem süßen bubi wie dem hier ists für mich nicht anders.
1. Es gibt noch einiges zwischen metrose*uellen Körpern und Halbglatze + Wampe.
2. Markant-männliches Gesicht und bartlos schließen einander per definitionem aus.
Sehen sie es ein. In der Männermode haben die Kindermodels Einzug gehalten, wie es in der Frauenmode schon seit Jahrzehnten geübte Praxis ist.
Wär ja gelacht, wenn erwachsene Männer ihre Körper nicht auf "13 Jahre, unterernährt, hintrainieren könnten!
Bild 1: Kindergartenhemd, züchtig zurück ins vorige Jahrtausend.
Bild 3: Blümchen T-Shirt aus Großmutters Kleiderschrank
Bild 2: ja das polo kenn ich aus den 1990ern. Das Blazerkaro sieht nach Pyjama aus.
Bild 4: Über das Kapperl brauchen wir nicht diskutieren oder ?
wahnsinnig phantasievoll alles ...
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