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Klar kann man Rotwein kühlen. Mit Cola beispielsweise. Aber selbst so ein köstliches Fetzi, vielerorts auch Bonanza genannt, sollte nicht zu kalt serviert werden.
Pro: Runter damit
Von Michael Völker
"Nuss, Brioche, Pfirsich, weißer Pfeffer ..." Ja, eh. Manchen Liebhabern erlesener Weine ist das Fachsimpeln eindeutig wichtiger als das Trinken an sich - und wenn wer beeindruckt zuhört: noch besser. Einer der Rothschilds aus der legendären Weindynastie soll auf die Frage, wie man denn am besten einen guten Wein zu sich nimmt, eine Schüttbewegung mit der rechten Hand gemacht haben: "Na, gluck, gluck, und runter damit!" Wein soll Spaß machen und kann auch ein Erlebnis sein, der Konsum soll sich aber nicht zur Wissenschaft auswachsen.
Einen Weißwein zu warm zu trinken kann ein Ärgernis sein, aber auch eine positive Überraschung. Kommt auf den Wein drauf an. Die Italiener trinken den Weißen prinzipieller wärmer als wir, und den Roten kälter. Jetzt eignet sich ein 1985er Mouton Rothschild aus Pauillac eher nicht für den Weinkühler, aber ein junger frischer Roter kann an einem warmen Sommerabend durchaus gute Figur im Eis machen. Wie so oft: Auf die Menge kommt es an. Sonst gilt: wegen Trunkenheit geschlossen.
Kontra: Mogelpackung
Von Michael Simoner
Klar kann man Rotwein kühlen. Mit Cola beispielsweise. Aber selbst so ein köstliches Fetzi, vielerorts auch Bonanza genannt, sollte nicht zu kalt serviert werden. Selbiges gilt für den roten Spritzer, dem es im Gegensatz zu seinem weißen Bruder überhaupt nichts ausmacht, wenn er zehn Minuten in der Schanigartensonne steht.
Wahrscheinlich liegt es an der Farbe: Rot passt einfach nicht zu kühlen Genüssen - mit Ausnahme von Erdbeereis und Himbeersaft natürlich. Rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle. Und Rotwein für die genießerische Benebelung der Sinne. "Go to my head" beschrieb Faserschmeichler Neil Diamond einst trefflich die Wirkung in Red Red Wine, einem Song, den die Reggae-Band UB40 viel später (aber jetzt auch schon wieder lange her) zu einem Welthit coverte.
Rotwein im Kühlfach ist einfach eine Mogelpackung. Wer die rote Rebe verehrt, kann aber trotzdem ganz cool bleiben, denn aus fast allen roten Traubensorten lassen sich auch kühlbare Weißweine keltern. (Rondo, DER STANDARD, 10.8.2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
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Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Ich glaube ernsthaft, das viele Leute in ihrem Leben noch gar nie einen WIRKLICH GUTEN Rotwein gekostet haben. Sondern nur 'Durchschnittsweine', also eher geschmacklose saure Weine. Ich habe selbst erst in meinen später 20er Jahren wirklich edle Tropfen kennengelernt; habe dann auch geschmeckt, was Temperatur und Dekantieren bewirken. Seither kommt mir Rotwein nur noch allerbester Qualität auf den Tisch, um alles andere ein weiter Bogen.
Wenn man Jamie Oliver zum Essen erwartet, dann ist es sicher zu empfehlen, den Wein gut zu kühlen, damit er mit dem ebenfalls gekühlten Orangenjuice harmoniert, mit dem der Gast seinen Wein verlängert. Dieser Drink paßt dann ideal zu weichgekochtem Steak mit Pfefferminzsauce.
Wenn man Rotwein, vermutlich verwechselt der Autor Rotwein mit der Pampe die in Doppelliter Tetrapackungen über den Ladentisch gehen, nicht in einem Weinschrank aufbewahren kann oder in einem Weinkeller und sich vorstellen kann Rotwein mit irgendwas Furchtbaren wie Cola zu mixen, sollte über solche Themen besser gar nichts schreiben.
Um sich mit billigem Gesöff eins hinter die Binde zu kippen ist es egal ob das Gebräu mit 12 Grad oder mit 30 Grad serviert wird, das Ziel ang'soffen zu sein wird auf alle Fälle erreicht, Kopfschmerzen inklusive.
Nicht ausgeschlossen, dass der Autor den Lesern mit diesem Erguss an diesem Kopfschmerz teilhaben lassen wollte.
Das Hauptproblem mit der Kühlschrank-Lösung ist das viel zu rasche Runterkühlen in der "nackten" Flasche, die danach rausgenommen und sofort geöffnet wird. Wickeln Sie die Flasche einfach in ein trockenes Frotteehandtuch bevor Sie sie reinlegen, und geben Sie ihr ein paar Stunden mehr Zeit. Dann nehmen Sie sie raus und lassen sie bei normaler Raumtemperatur die letzten paar Grad bis zur Zieltemperatur aufwärmen, und das Resultat wird um einiges besser sein als bei der "Schockkühl-Methode".
Nur aus der Chardonnaytraube muss er die Bezeichnung tragen "Blanc de Blanc".
Weißweine aus Rotweintrauben = "Blanc de noir", wie es sie z.B. in der Pfalz gibt.
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