Traiskirchen: Bereits 400 unbegleitete Minderjährige in Flüchtlingslager

Thomas Neuhold und Stefanie Ruep, 8. August 2012, 18:26
  •  Nach Angaben der Asylkoordination Österreich leben mehr als 400 
unbegleitete Jugendliche im Flüchtlingslager Traiskirchen. Im September 2011 
seien es noch 194 Minderjährige gewesen.
    foto: apa/techt

    Nach Angaben der Asylkoordination Österreich leben mehr als 400 unbegleitete Jugendliche im Flüchtlingslager Traiskirchen. Im September 2011 seien es noch 194 Minderjährige gewesen.

Anzahl unbegleiteter Kinder und Jugendlicher seit September verdoppelt - Bundesländer kommen Versorgungspflicht nicht ausreichend nach, sagen Flüchtlingshelfer

Traiskirchen/Salzburg - Die Situation für minderjährige Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen (NÖ) ist alarmierend: Nach Angaben der Asylkoordination Österreich leben mehr als 400 unbegleitete Jugendliche in dem Flüchtlingslager. Im September 2011 seien es noch 194 Minderjährige gewesen.

Laut Grundversorgungsgesetz sind Asylwerber 14 Tage nach Zulassung zum Asylverfahren in die Bundesländer zu überstellen. Einige Jugendliche lebten allerdings schon seit einem halben Jahr oder länger in der Erstaufnahmestelle, weil sie nach der Zulassung zum Asylverfahren keinen Platz bekommen, sagt Heinz Fronek von der Asylkoordination Österreich.

Schon im September 2011 ist die NGO wegen der Anpassung der Betreuungskapazitäten für jugendliche Asylwerber an das Innenministerium herangetreten. Passiert ist bisher nichts. Die Situation habe sich sogar verschlechtert, klagt Fronek.

Immer mehr unmündige Flüchtlinge

Immer mehr unmündige Minderjährige (unter 14) werden als Flüchtlinge nach Österreich geschickt. Ein Trend, der mit der allgemeinen Flüchtlingsabwehr zusammenhängt, erklärt Fronek. "Kinder werden geschickt, weil sie bessere Chancen auf ein Asylverfahren haben und ihnen ihr Alter geglaubt wird."

Manche Bundesländer wären zwar durchaus bemüht, Plätze bereitzustellen, das Problem seien aber die unzureichenden Tagsätze, die seit 2004 nicht erhöht wurden. Die meisten Betreuungsplätze würden von NGOs, Vereinen und Flüchtlingsinitiativen angeboten. Diese könnten sich aber die Eröffnung neuer Quartiere nicht leisten. Mindestens um 20 Prozent müssten die Tagsätze inflationsbedingt angehoben werden, fordert Fronek.

Fehlende Betreuung

Die Steiermark betreut mit 264 Personen die meisten unbegleiteten minderjährigen Asylwerber. Die Problematik in der Steiermark seien die privaten Beherberungsbetriebe, die nicht das nötige Know-how für Minderjährige hätten, betont Fronek.

Nur Wien erfülle überhaupt die Quote mit der Aufnahme von 5611 Asylwerbern insgesamt, betreue aber nur 92 Minderjährige, berichtet Fronek. Oberösterreich liegt mit 62 im Mittelfeld. Keine bis wenige Plätze für Jugendliche bieten das Burgenland und Kärnten an. Im Herbst werde sich die Situation für die Kinder in Traiskirchen weiter zuspitzen: Das Angebot sei nicht für eine längere Betreuung ausgerichtet. Es fehle an Deutschkursangeboten und Alphabetisierungskursen; vielen Minderjährigen bliebe - trotz der nach Zulassung zum Asylverfahren geltenden allgemeinen Schulpflicht - der Schulbesuch verwehrt.

Schüler gegen Abschiebung

Dass Schulbesuch wichtig für die Integration junger Flüchtlinge ist, zeigen die zahlreichen Protestaktionen von Schülern und Schülerinnen, deren Mitschüler von der Abschiebung bedroht sind. So auch am Mittwochnachmittag im Stadtzentrum von Hallein, wo Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (VP) zur Eröffnung einer Wachstube angesagt war; dies wollten 50 Mitschüler und Nachbarn eines 17-jährigen Armeniers für Aktionen gegen eine mögliche Abschiebung des Jugendlichen nutzen. Wie berichtet, wurden zu Wochenbeginn bereits seine Mutter und ein Bruder abgeschoben. Der 17-jährige Geworg, sein Vater und ein weiterer Bruder blieben in Österreich zurück. Die Proteste in Hallein blieben ungehört: Mikl-Leitner sagte den Termin kurzfristig ab.

Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) wiederum stellte sich Mittwoch hinter die umstrittene Flüchtlingsunterkunft (für Erwachsene) auf der Saualm. Klagen über unzumutbare Zustände wie Schimmel in den Zimmern (der Standard berichtete) hielt er entgegen, dass es "keine nennenswerten Beanstandungen" gebe. Die Volksanwaltschaft will er nicht prüfen lassen, weil diese nicht befugt sei. Volksanwalt Peter Kostelka kündigte dennoch Kontrollen an. (Thomas Neuhold/Stefanie Ruep, DER STANDARD, 9.8.2012)

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Mutwillig verschärft wird der Versorgungsengpass durch das neue Karriere-mit-Asylantrag-und-Lehre-Modell

Wenn ein minderjähriger Asylwerber vor Abschluss seines Asylverfahrens eine Lehrstelle ergattert, dann erhält er (lt. Erlass des Sozialministeriums) eine Beschäftigungbewilligung für die gesamte Lehrzeit.
Das bedeutet (lt. einem anderen Standard-Artikel):
"..., dass eine Beschäftigungsbewilligung automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung beinhalte, weil eine Arbeitserlaubnis ohne Aufenthaltserlaubnis sinnlos wäre. Das sei auch gängige Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs."
Ein Lehrling ist noch lange nicht selbsterhaltungsfähig, er wird wahrscheinlich weiterhin in einem betreuten Heim wohnen.
So werden die raren Heimplätze blockiert, obwohl die Asylverfahren mitunter schon seit Jahren negativ abgeschlossen sind.

Wo soll da jetzt das Problem sein?

Auch ohne irgendwelche konkreten Zahlen:

1.)Sobald das Asylverfahren abgeschlossen ist (pos. oder neg.), fallen die ja ohnehin aus der Grundversorgung, d.h. an der Frage der Säumigkeit der Länder bei der Grundversorgung ändert sich nichts.

2.)Solange das Asylverfahren läuft, ist das ja ähnlich wie Schulpflicht bzw. die Erwerbsregelungen für erwachsene Asylwerber, die ja auch (eingeschränkt) arbeiten dürfen

4.)Asylverfahren für UMF dauern gleich lange.

3.)Jene, deren Asylverfahren pos. abgeschlossen wird bzw. faktischen Abschiebeschutz haben, brauchen während des Verfahrens nicht umtätig herumsitzen und haben im günstigen Fall vllt. schon die Hälfte der Lehrlingsausbildung absolviert, zahlen genauso Abgaben wie andere Lehrlinge, etc.

Sobald das Asylverfahren abgeschlossen ist (pos. oder neg.), fallen die ja ohnehin aus der Grundversorgung?
Das ist Unsinn, siehe Grundversorgungsgesetz:
http://www.wien.gv.at/recht/lan... 900000.htm

es ist schon bezeichnend, wenn im artikel "die awa, das bedrohteste volk der welt" menschlichkeit seitens der poster gezeigt/geheuchelt wird.

ist ja auch am ende der welt und geht uns ipso facto nix an. da kann man schon motschgern.

die bewertungen von postings, die sich für eine betreuung von flüchtlingen und deren kindern mitten in österreich einsetzen, zeigt - meiner ansicht nach - eine gewisse bigotterie auf.

an die rotstrichler hier: WESWEGEN zum teufel soll man kindern und jugendlichen in zweifelsohne prekären lebenssituationen die unterstützung verweigern?

WESWEGEN werden flüchtlinge in österreich nicht gemäß dem menschenrecht untergebracht?

WESWEGEN werden mutmaßlich kriminelle flüchtlinge immer noch auf almen weggesperrt?

ich warte...

Das sind arme Geister, welche immernoch Glauben, dass man als Asylbewerber in Österreich in einer 100 qm Wohnung mit Meerblick wohnt und täglich mit einer s-klasse zum asylgerichtshof kutschiert wird.

lesen Sie meinen kommentar.

mein vorschlag:
solange der aslyantrag nicht durch ist, sollte man die werber internieren, "anwesenheitspflicht" im ministersprech. erst, wenn dieser positiv erledigt worden ist, darf schulbesuch etc von statten gehen. ich sehe nicht ein, warum man mit steuergeld leute alphabetisieren soll, wenn sie unrechtmäßig im lande sind.

weil das werbung und positiven einfluss darstellt!

warum lernen wir von amerika immer nur das negative?
wären wir hier nicht so verbiestert, könnten wir mit leichtigkeit alle halbwegs normalen leute die herkommen, österreichisieren und - ohne sie in der ausübung ihrer religion zu behindern - motivieren, aktive und begeisterte mitbürger zu werden.

es hat eine offizielle prüfstelle zu geben, die nicht der lokalen korruption und freunderlwirtschaft untersteht. entweder bekommt der bund direkten durchgriff, oder die länder werden einem wettbewerb ausgesetzt, dessen kriterien sind guter zustand der heime, und erfolgreiche sozialisierung der asynlanten oder erfolgreiche aufnahme in einem anderen land, wo ihr schicksal in beiden fällen evaluiert wird.

für alle kinder hat es unterricht zu geben.

Das is auch so ein Vorschlag.... wenn die "Internierungsphase" vorbei ist regen sie sich wahrscheinlich auf das die Leute kein Deutsch können und sich nicht integriert haben.

Ausländerproblematik in Österreich.. hier sind die Lösungen schlimmer als das Problem.

alphabetisieren...

aber wenn sie in die nächste Dorfschule mit gehen und die Lehrer so und so bezahlt werden, warum sollen diese Kinder/Jugendlichen nicht gleich mitlernen?

Das sind Kinder die LERNEN wollen.

es geht hier um kinder und jugendliche. viele von ihnen bereits schwer traumatisiert.
kein mensch zieht es vor das eigene land zu verlassen um dann in einem asylheim, saualm oder sonst wo zu wohnen. es sei denn die zustände im eigenen land sind nicht tragbar und es besteht wenig zukunft für die eigenen kinder.
wie können so viele menschen so herzlos sein. einfach nur urteilen, wegsperren rufen und ständig die pseudo angst "die nehmen mir meine steuergelder weg". lächerlich, ignorant und herzlos.

und wieso sollte man sie sofort internieren? ist sicher sau komisch wenn man aus einem krisengebiet geflohen ist, dass man erst ein mal eingesperrt wird.

eine frage die du dir selbst stellen solltest: würdest du es wollen, dass du nach deiner flucht aus deiner heimat ersteinmal weggesperrt wirst? wenn nein, warum willst du trotzdem andere wegsperren?

Verstehe das problem nicht.....

kinder und unmuendige jugendliche gehoeren unbedingt unter das patronat ihrer eltern. Daher sofort nach hause zurueckschicken damit sich die eltern keine sorgen machen und den sproessling wieder unter ihre fittiche nehmen.
Warum sollten wir in Oe. elternaufgaben uebernehmen?

Ich stelle mal die Theorie in den Raum das es den Kindern hier immernoch besser geht als bei ihren Eltern.

Wir haben alles da fällt es schwer sich vorzustellen unter welchen Bedingungen Menschen woanders leben.

Geld und Luxus ist anscheinend für sie wichtiger als Familie.

Bitte um Erklärung.
Sie wollen jetzt nicht ernsthaft sagen das die Familien der Kinder in Luxus leben nachdem sie ihre Kinder hergeschickt haben?
WTF?

Nein will ich nicht, sie haben doch gemeint den Kindern geht es hier besser, obwohl sie von ihren Eltern getrennt sind. Und ich bin der meinung das die Eltern wichtiger sind als das Umfeld.

Das is jetzt die Frage...normalerweise würde ich ihnen recht geben.

Es gibt aber Situationen wo das Jungendamt Kinder in Heime holt weil die Eltern kein gutes Umfeld bieten können. (OK das hab ich in einer Dokusoap gesehen :) )

Familien die bei uns im sozialen Netz hängenbleiben tun das woanders nicht. Da bleiben nichtmehr viele Möglichkeiten wenn sie ihren Kindern eine Zukunft bieten wollen... eigentlich traurig. (wenns so is)

auch Sie wissen ganz genau, weshalb die kinder geschickt werden.

Nein.

Wie wir alle hier kann ich nur Mutmaßungen anhand der Informationen die ich habe anstellen.

Nur ich schaff das ohne mich von Vorurteilen leiten zu lassen.

Sie anscheinend nicht.

sie haben recht. sie verstehen das problem nicht.

Ich hasse es, wenn meine ausländischen Nachbarn, den Müll nicht sortieren und alles in die Restmülltonne schmeißen. Dann geht es nicht mehr zu und es stinkt heraus.

haben sie es schon mal mit kommunikation probiert.
weisen sie ihren nachbarn höflich und mit respekt darauf hin, dass er doch bitte den müll korrekt trennen soll. es ist ihnen ein anliegen und wenn er etwas nicht versteht, sind sie ihm gerne behilflich.
das wäre menschlich und würde ihren unnötigen täglichen frust lindern.
vielleicht fällt ihnen dann auf, dass ihr nachbar auch nur ein mensch ist.

o.t.
Ich hasse es wenn alles was ich kaufe x mal in verschiedene Kunststoffe eingeschweist ist.
Ich hasse es wenn ich etwas kaufe dessen Verpackung das 10x Volumen des Produkts hat.
Ich hasse es wenn mein Produkt ein vorprogrammiertes Ablaufdatum nach Garantieende hat.
Ich hasse es wenn meine schwerhörigen Nachbarn den ganzen Tag deutsche Volksmusik hören.
Ich hasse es wenn mein mühevoll getrennter Müll an der Müllhalde wieder zusammengeschüttet wird (naja gut passiert eher selten).

hahaha ja dagegen ist ihr "Hass" bissl lächerlich.

ad rolmander:
hören Sie bitte mal zu:
er schildert ein problem und Sie kommen damit, dass überall plastik ist. als ob das plastik sagen würde: "bitte nicht trennen". das ist lächerlich - Sie machen sich damit lächerlich. Sie und Ihresgleichen schützen diese völlig ignoranten personen. das ist das problem, das Sie dann mit lächerlichsten argumenten wegwischen.

ich war kürzlich in mailand: wunderschön. die leute traumhaft, einfach nett und bezaubernd. mit denen hat man überhaupt keine probleme, das beste einvernehmen. schwierigkeiten machen höchstens die herumlungernden (schwarz-)afrikaner

Sie haben mich missverstanden.
Ich wollte damit darauf hinweisen das viel Müll auch vor allem von unseren eigenen Leuten kommt und das es lächerlich ist negativ über Ausländer zu reden weil sie in diesem Fall nicht mülltrennen.
Es gibt sicher mindestens genauso viele Ösis die nicht mülltrennen oder anderweitig stören aber darüber wird nicht geredet.

Und ich war auf Rhodos, neben den Straßen zwischen den Städten bzw Dörfern liegt so viel Müll(sogar ausgebrannte Autowracks) das man Problemlos zwischen den Orten hin und herkommt ohne den Boden zu berühren.
Aber das hat mit dem Thema auch nix zu tun.

Es gibt überall (nerivge) Leute die die Meinung vertreten "Wenn Sie es sauber haben wollen sollen Sie aiuch die arbeit machen."

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