Entführt in die "Welt von Tuchlauben"

Julia Herrnböck
8. August 2012, 18:02
  • Ein Vorschlag zur Güte von Signa, aber nur ein Musterbüro. Der Kunde kann sich am Ende einrichten, wie es ihm gefällt.
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    foto: standard/urban

    Ein Vorschlag zur Güte von Signa, aber nur ein Musterbüro. Der Kunde kann sich am Ende einrichten, wie es ihm gefällt.

Edelste Materialien und exklusive Lage sollen Kunden vom "Goldenen Quartier" in der Wiener Innenstadt überzeugen

Wien - Wenn Kord Schmülling schwärmt, dass "der Qualitätsstandard einzigartig ist für Wien", hat er vermutlich recht. An der Tuchlauben in der Innenstadt entsteht derzeit das Feinste vom Feinen: Seidentapeten, italienischer Steinboden und aufwändige Verglasungen sollen Kunden aus aller Welt anlocken, die zu schätzen und zu zahlen wissen, was ihnen die Firma Signa Development bietet.

Plastik-Orchideen

Schmülling ist der Geschäftsführer von Signa und führte am Mittwoch durch das Musterbüro an der Ecke Bognergasse. Der Rest ist noch eine Baustellenwelt aus Sichtbeton und losen Kabeln.

"Hier wollen wir zeigen, was alles möglich ist und in die Welt von Tuchlauben entführen", sagt er. Die bis zum Orchideen-Arrangement - zweckhalber sind sie aus Plastik - ausstaffierten Räumlichkeiten messen 180 m², die Miete wird "oberhalb der 25-Euro-Grenze liegen".

Luxusimmobilien boomen derzeit in Wien, die Makler liefern sich ein regelrechtes Rennen, wer den Zuschlag für das Goldene Quartier, wie der gesamte Tuchlaubenkomplex heißt, bekommt. In das Gebäude am Hof wird das Park-Hyatt-Hotel einziehen.

Auf rund 8500 m² werden sich in den unteren Geschoßen bis Jahresende diverse Nobelmarken einmieten, darunter Armani und Louis Vuitton, der seine Osteuropa-Zentrale hier eröffnen wird. Die Büroflächen darüber betragen 9300 m², die je nach Bedarf parzelliert werden und ausschließlich befristet vermietet werden.

Fertigstellung 2013

Und ganz oben thronen ab 2013 elf exklusive Dachgeschoßwohnungen. Die wiederum gibt es nur als Eigentum. Ein Besichtigungsexemplar soll ab Herbst die Kunden zum Kauf verführen, bis dahin bleiben die Details der Luxusimmobilien einer kleinen Gruppe vorbehalten.

Aktuell sind die Objekte noch nicht am Markt, doch Schmülling will schon jetzt verraten: "Sie suchen den Vergleich in Wien vielleicht vergeblich." Das hätten ihm auch die ersten Makler bestätigt, die sich um eine Partnerschaft bemühen.

Sorge, dass das Megaprojekt für Wien doch etwas zu kostspielig angelegt sein könnte, scheint Schmülling nicht zu kennen. "Wir liegen hervorragend im Zeitplan, was den Bau und die Vermarktung betrifft." Insgesamt arbeiten rund 200 Mitarbeiter an der Fertigstellung von Tuchlauben. Über das Investitionsvolumen von Signa-Gründer René Benko wird elegant geschwiegen.

"Extrem aufwändig"

"Auf jeden Fall hat Benko das volle Risiko auf sich genommen. Wer schlussendlich in die Häuser einziehen wird, war auch bei Projektstart nicht klar", meint der Geschäftsführer. Dass sich hauptsächlich internationales Klientel für die hochpreisigen Objekte interessieren würden, will Schmülling nicht bestätigen. Jedenfalls hätten sie "sehr, sehr viele Anfragen". Die Geschäfte würden nicht alle gleichzeitig fertig - Luxus sei technisch und finanziell "extrem aufwändig" und würde die vierfache Ausbauzeit wie etwa ein Hennes und Mauritz benötigen.

Der Trubel um die Fußgängerzonen in der Seitzer- und Bognergasse habe sich seiner Meinung nach gelegt. Eine Bürgerinitiative forderte über Monate hinweg von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (VP), die an die Fußgängerzone angepasste Streckenführung der Innenstadtbusse wieder zurückzunehmen. "Weder die Busroute noch das Fahrverbot war eine Bedingung für die Groß-Investition", sagt Schmülling. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 9.8.2012)

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zu den schon erwähnten peinlichkeiten

erlaube ich mir anzufügen:

ein uninspiriert an die decke geklebter brandmelder aus dem bauhaus.

ein echt peinlicher parkettboden, bei dem man sich das randfries gespart hat. - das ist echt das letzte.

hr benko hat offensichtlich das talent in der immobilienbranche tolle projekte zu realisieren.
sollte er aber auch für die ausstattung zuständig sein, dann beweist er hiermit, dass er definitiv keinen geschmack hat! das foto zeigt ein sehr scheußliches büro!

Das ist nicht edel, sondern geschmacklos.

Jetzt braucht man

nur noch die passende Stadt dazu und die Dinger gehen weg wie die warmen Semmel.

Man darf ehrlich bezweifeln dass die irgendwen finden...

...das wird ein Massaker ungeahnten Ausmaßes schätze ich mal.

Es herrscht eine Firmenflucht aus der Wiener Innenstadt. Außerdem stünden für interessierte Firmen durchaus noch genug Büroflächen in der City frei. Zum Beispiel die Ringstraßengallerie (Karlsplatz)... steht seid Jahr und Tag zu ca 2/3 frei.
...keiner will die Preise für Innenstadtbüros zahlen.

Die Shops im UG mögen vielleicht Kunden anziehen... aber auf den Büros bleiben sie denke ich sitzen.

Die Wohnungen... naja irgendwelche reiche Russen oder Öl-Multis werden sich schon finden.

Inserat

Ich habe mir gedacht für ein Immobilieninserat muss man viel Geld zahlen und dann steht "Bezahlte Anzeige" über dem Artikel!?

Aber doch zu einer Kleinigkeit des Inhaltes: @ Buslinie: Es bedarf bald einer ordentlichen Aufwärtung des 1A. Am besten und schönsten wäre meiner Meinung nach ein Straßenbahnlinie (würde viel besser ins Straßenbild von Wien passen) die in der Innenstadt Ost und West über Schottengasse, Freyung, Tuchlauben, Brandstätte, Wollzeile verbindet... am besten gleich als Verlängerung des 43 oder 44er und wenn ich schon am laut träumen bin: Am besten auch gleich als Straßenbahn weiter auf der Landstraßer Hauptstraße als 74A Ersatz...
So könnte man längfristig die lauten Busse aus der Innenstadt verbannen....

Luxus?

...da würde ich mir nicht Radiatoren an der Wand, sondern Fußbodenheizung erwarten. Und keine Ufo-ähnlichen Lüftungsteller an der Wand, sondern Decken- oder Wandkühlung.

und keinen Badezimmerteppich unterm Tisch.

Jaja... designmäßig

wussten sie bei dem Büro echt nicht mehr ob sie klassisch oder ultra-modern sein wollen... oder vielleicht doch ein bisschen heimeliges Gefühl verbreiten?

Die seltsame Lampe, der einfache Tisch, der offen hängende Heizkörper, die Designerstühle und der komische Kuscheltepich, der Boden der ein bisschen an 1970 erinnert... das passt alles einfach irgendwie nicht zusammen. Und dann die wirklich seltsamen Lüftungsöffnungen in der Wand (Will man hier damit angeben eine Klimaanlage zu haben? ODer warum baut man die sonst so offensichtlich wie es nur geht?)

Noch - lehnt sich die Mehrheit der Betrachter zurück und wartet gemütlich auf eine allfällige auf die Pleite des Projekts

typisch Wienerisch halt! Derstandard.at PR Artikel dazu ist ein Mosaiksteinchen. Man lese zwischen den Zeilen die mitschwingende Skepsis. Freilich wird der Jubel und das Schulterklopfen auch groß sein, wenn es klappt, weil dann haben's eh alle von Anfang an schon gewusst.
Aber bis dahin nervt mich die Bautätigkeit und hat mich als bisherigen tagtäglich die Gegend frequentierend von ebendort vertrieben.

Depperter Name

Tuchlauben, was soll das sein ?

Eine Straße...

...in der Wiener Innenstadt.

Am Ende des Grabens, direkt neben dem Meinl (am Graben) und gegenüber des Kohlmarkts.

Google - dein Freund und Helfer!

Kord Schmülling.

Nestroy?

Den russen gefällts..

bis auf die Sessel wirkt alles sehr mömax-haft.

touché!

oberhalb der 25 euro grenze... das ist aber eine exakte preisangabe :)

EINES weiss ich: Es gibt ein Marktlücke für warme und natürliche Wohnungen und Büros. Mit VIEL Holz und Grün. Ich hab es satt, die immer-gleichen sterilen Glas-Metall-Konstrukte zu sehen, und ich bin da sicher nicht der einzige.

so wie in den 70er jahren mit resopal-möbel und gummibaum im eck?

also jetzt bin ich schockiert! gestern noch habe ich bei dem anderen bericht ueber dieses projekt geschrieben und auch derstandard aufgefordert dieses projekt kritischer zu betrachten, dann kommt doch glatt diiieser artikel! dann kann es nur noch einen grund geben, dieser artikel ist ein verzweiflungsakt der signa das projekt zu vermarkten. noch einmal, ich kenne die anfragen fuer die bueroflaechen, niemandem bis jetzt interessiert das, niemand ist bereit bis zu 30 euro pro m2 zu bezahlen, kein einziger mietvertrag wurde bis jetzt unterschrieben, signa hat die wenigen die es gab mit ihrer arroganz vertrieben und die einrichtung ist nichts als 08/15, ob schoen od nicht will ich nicht sagen, aber nichts neues.

der standard zieht in das "haus an der Wien" ein. da kommen noch mehr berichte auf uns zu.

Gaaaanz ruhig!

schaut aus wie der sterile Besprechungsraum einer aufsteigenden Firma, die unbedingt in Design investieren möchte und ins Klo greift.

Oh bitte ich glaube nicht das man einem Immo-Tycoon wie Herrn Benko ratschläge erteilen muß wie man ein Objekt vermietet!

Einzigartig sind daran vor allem die traumhaften Lüftungsauslässe ^^

ah, danke. Ich konnte mir nicht erklären was das sein sollte.

Was mich genauso stört sind die klobigen Lichtschalter. So etwas hat meine Oma anno '55 mit eleganterem ersetzt ;-)

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