Wie Maulwurf & Co zu ihren Schaufelpfoten kamen

9. August 2012, 02:00

Ein knorpelbildendes Gen ist zu anderen Zeiten aktiv als bei anderen Kleinsäugern und lässt die Vorderpfoten größer werden

Zürich - Ein internationales Forscherteam um Constanze Bickelmann vom Paläontologischen Institut und Museum der Universität Zürich hat die genetische Entwicklung der schaufelförmigen Pfoten von Maulwürfen aufgeklärt. Demnach ist bei Maulwürfen das sogenannte SOX9-Gen, das an der Bildung von Knorpel beteiligt ist, zu anderen Zeiten aktiv als bei anderen Kleinsäugern, wie die Forscher im Online-Fachblatt "EvoDevo" berichten. 

Frage des Timings

Die Forscher verglichen die Aktivität dieses Gens in der Embryonalentwicklung von Iberischen Maulwürfen, Kleinohrspitzmäusen (die ebenfalls zur Ordnung der Insektenfresser zählen) und Hausmäusen aus der Ordnung der Nagetiere. Es zeigte sich, dass das SOX9-Gen bei Spitzmaus und Maus bei der Entwicklung in Vorder- und Hinterbeinen gleichzeitig aktiv wird, beim Maulwurf jedoch in den Vorderbeinen früher als hinten.

Als Ergebnis haben sich bei den Maulwürfendie Vorderpfoten zu regelrechten Schaufeln vergrößert, während die Hinterpfoten etwa dieselbe Relation zum restlichen Körper wahren, wie dies bei anderen Kleintieren der Fall ist. Hände und Klauen sind verlängert und die Handflächen nach außen gedreht. Ein sechstes Fingerglied hilft beim Graben. Damit schafft es der Maulwurf, bis zu sieben Meter lange Gänge pro Stunde zu buddeln.

"Diese unterschiedliche Zeiteinteilung der Genaktivität ist ein extremes Beispiel für die Anpassung an eine besondere Lebensform",sagt Bickelmann. "Die natürliche Auswahl hat Tiere bevorzugt, die größere Vorderpfoten hatten und somit besser graben konnten." Darum hinterließen Maulwürfe mit einem früher aktiven SOX9-Gen in den Vorderpfoten mehr Nachkommen und breiteten sich aus. Da die Trennung von Maulwürfen und Spitzmäusen vor 70 Millionen Jahren stattfand, führte dieser Auswahlprozess zu einer langsamen, aber tiefgreifenden Veränderung bei der Produktion eines Eiweißes, das im Tierreich fast universell vorkommt, wie die Forscher schreiben. (APA/red, derStandard.at, 8. 8. 2012)

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...

ein viel effektiveres System als die Tasthaare des Europäischen Maulwurfs -
Ja aber auch viel schiacher!

a mole of moles

Ich bin ja schon neugierig

Was aus der zusätzlichen Arterie schlussendlich entstehen wird die beim Menschen aus bis jetzt ungeklärten Gründen immer öfter auftaucht (Auch innerhalb eines Menschenlebens)

von welcher arterie reden sie bitte?

Viel besser kann ich es als NichtChirurg auch nicht erklären

http://www.igify.com/?q=evolut... he+Arterie

wenn wir glück haben entsteht daraus vernunft;-)

ein viel effektiveres System als die Tasthaare des Europäischen Maulwurfs

und was mach jetzt , hauma den europäischen ausse und hol ma sie den amerikanischen dafür?

...warum sollte man das tun?

Ich find' Robinien schrecklich genug.

Bäh, der sieht aus wie eine Geschlechtskrankheit.

kein wunder,

er ist ja auch ein verwandter des reizenden nacktmull ;-)

*prust* Ja.

Allerdings: eine Geschlechtskrankheit bei der man lauter bewegliche Anhängsel kriegt und die dann auch noch fein innerviert sind...hmmm...Ich denke, dass das einige Menschen absichtlich kriegen würden.

Ihre Bekanntschaft möchte ich wirklich nicht kennen lernen.

Hey, Cthulhu!

Nasebohren extrem...

Also die Maulwürfe, die ich in meinem Leben schon gesehn habe, hatten keine solch seltsam häßliche Rosette im Gesicht...

Den hätte man auch bei der Sendung mit der Maus nicht bringen können.

lesen müssens schon selber

Trotzdem ein extremer Fall von "form follows function"
- Maulwürfe find ich irgendwie hübscher ;-)

Resident Evil meets Alien.

So gerne ich Maulwürfe mag...

das ganz kleine oben (und unten) nicht vergessen

und das große unten ist "doppelt".

Eine selten hässliche Fresse!

spiegelt ihr Display auch so stark?

Auf der Startseite sind sogar ein paar Artgenossen abgebildet...

Dann wenden Sie Ihre Augen weg vom Spiegel.
;)
Sorry, aber der war aufg'legt.

"Um jedes Nasenloch sind elf fingerähnliche ..."

auf dem beilagenfoto sind aber nur je 10 zu sehen

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