"Radikale Islamisten wollen Mursi testen"

Interview | Teresa Eder
8. August 2012, 17:24
  • "Viele der radikalen Islamisten sind enttäuscht davon, was Mohammed Mursi
 bisher geleistet hat im Hinblick auf die Beziehung zu Israel": Christian Achrainer.
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    "Viele der radikalen Islamisten sind enttäuscht davon, was Mohammed Mursi bisher geleistet hat im Hinblick auf die Beziehung zu Israel": Christian Achrainer.

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Die Anschläge am Sinai könnten für Ägyptens Präsidenten zum Testfall werden und zeigen, wie ernst der Friede mit Israel ist

Die Bilanz der Gefechte zwischen Terroristen, ägyptischem und israelischem Militär in den vergangenen Tagen: 36 Tote. In der Folge des Arabischen Frühlings tun sich neue Konflikte im Nahen Osten auf. Der Politologe Christian Achrainer glaubt, dass der Friedensvertrag von 1979 zwischen Israel und Ägypten modifiziert werden muss, um die instabile Lage auf der Sinai-Halbinsel wieder in den Griff zu bekommen. Im Interview erklärt er, wie sich das auf den Gazastreifen und die Stimmung in der ägyptischen Bevölkerung auswirken könnte.

derStandard.at: Am Wochenende wurden 16 ägyptische Grenzsoldaten getötet, in der Nacht auf Mittwoch gab es erneut Angriffe, die das ägyptische Militär nur durch den Einsatz der Luftwaffe abwehren konnte. Zieht hier ein handfester Konflikt auf, von dem wir ab jetzt regelmäßig hören werden? 

Achrainer: Der Konflikt ist nicht wirklich neu. Es hat sich schon lange angedeutet, dass sich die Situation auf dem Sinai verschärfen wird. Es entsteht ein immer größeres Machtvakuum. Seit dem Sturz Mubaraks gab es eine Vielzahl an Zwischenfällen. Der wahrscheinlich bekannteste Zwischenfall bis jetzt ereignete sich im August 2011, als Terroristen aus dem Sinai kommend in Eilat bei einem Anschlag Israelis getötet haben. Daraufhin hat Israel bei einem Gegenschlag versehentlich ägyptische Soldaten getötet. Das war längere Zeit ein sehr großes Problem für die israelisch-ägyptischen Beziehungen. 

derStandard.at: Nach wie vor ist nicht bestätigt, wer die Angreifer sind. Auch wenn wir hier nichts verifizieren können - um welche Leute oder Gruppen könnte es sich dabei handeln?

Achrainer: Die Tatsache, dass wir nicht wissen, wer die Angreifer sind, ist typisch für den Sinai. Es gab ja auch eine Vielzahl an Anschlägen auf Gaspipelines oder Entführungen von Touristen, und nie gab es Bekennerschreiben. Das ist in anderen Konfliktkonstellationen ganz anders, wo es meist mehr Bekenner als Täter gibt.

Durch das Machtvakuum tummeln sich mittlerweile sehr viele Gruppierungen auf dem Sinai. Einerseits Leute, die aus Gaza in den Sinai kommen, also klar antiisraelische, islamistische Terroristen. Andererseits gibt es auch Beduinen, die sich aufgrund von Perspektivlosigkeit und Vernachlässigung durch die ägyptische Regierung radikalisiert haben. Es finden sich aber mittlerweile auch globale Jihadisten ein, zum Beispiel Al-Kaida nahestehende Terrororganisationen. Diese Gruppen arbeiten mittlerweile auch zusammen und starten gemeinsame Aktionen. 

derStandard.at: Was soll mit den Angriffen bezweckt werden? 

Achrainer: Es gibt zwei unterschiedliche Erklärungsstränge. Der eine wäre, dass man Israel treffen will. Das würde vor allem auf aus dem Gazastreifen kommende Terroristen schließen lassen, die es als notwendiges Übel gesehen haben, erst einmal ägyptische Grenzsoldaten töten zu müssen, um nach Israel vorzudringen. Das haben die Angreifer ja auch versucht.

Aber vor allem Terroristen in Ägypten sind traditionell gegen den ägyptischen Staat gerichtet. Sie argumentieren, dass der ägyptische Staat durch den Friedensvertrag von 1979 sich der palästinensischen Sache entsagt hat und nun der Freund Israels ist. 

Im einen Fall ist also der "weitere Feind", wie man das im Jihad nennt, das Ziel. Im anderen Fall versucht man, zuerst den "näheren Feind" zu besiegen. In diesem Fall ist das die nicht mehr legitime ägyptische Regierung, die sich mit dem Feind - nämlich Israel - verbündet hat. 

derStandard.at: Die Muslimbrüder mutmaßen, dass der Mossad hinter den Angriffen steckt. Präsident Mursi war selbst Muslimbruder, hat aber versprochen, den Friedensvertrag mit Israel einzuhalten. Welche Optionen hat er, um dieses offensichtliche Spannungsfeld mit seiner Partei zu überwinden?

Achrainer: Er ist in einer sehr schwierigen Situation. Es sind nicht nur die Muslimbrüder, die er hinter sich haben will und die traditionell sehr israelkritisch sind. Auch die ägyptische Bevölkerung ist grundsätzlich sehr israelkritisch. Oft spricht man beim Friedensvertrag mit Israel von einem sogenannten "kalten Frieden". Die Regierung hat zwar einen Vertrag abgeschlossen, aber innerhalb der Bevölkerung ist die Kritik an Israel immer noch sehr deutlich. Das hat man auch während der Wahlen gesehen, es gab kaum einen Kandidaten, der sich klar geäußert hat. Es haben zwar alle gesagt, wir wollen uns an den Friedensvertrag halten, aber es haben alle auch israelkritische Töne durchklingen lassen. 

Die andere Seite für Mursi ist die, dass das Militär noch eine sehr wichtige Rolle hat. Das Militär ist traditionell sehr interessiert an der Aufrechterhaltung des Friedensvertrages, nicht zuletzt wegen der Zahlungen der USA, die Budgethilfe fürs Militär geben. 

Es wird für ihn sehr schwierig werden, einen Mittelweg zu finden, einerseits die Bevölkerung zufriedenzustellen, andererseits aber auch das Ausland, Israel und das Militär zufriedenzustellen. 

derStandard.at: Ist das möglicherweise ein Test für Mursi? Wollen die Terroristen wissen, wie weit er im Ernstfall geht und auf welcher Seite er steht?

Achrainer: Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Die gleiche Argumentation steckt auch hinter den Verschwörungstheorien der Muslimbrüder, dass der Mossad hinter dem Anschlag steckt: Jetzt drängen wir Mursi in dieses Spannungsfeld und schauen, wie er wieder herauskommt.

Viele der radikalen Islamisten sind enttäuscht davon, was Mohammed Mursi bisher geleistet hat im Hinblick auf die Beziehung zu Israel. Er hat den Friedensvertrag mit Israel nicht in Frage gestellt, er hat die Grenzen zum Gazastreifen nicht komplett gelockert. Er hat sich nicht klar positioniert in palästinensischen Fragen. Es kann durchaus sein, dass radikale Islamisten ihn durch solche Terroranschläge testen wollen.

derStandard.at: Glauben Sie, dass der Friedensvertrag mit Israel wirklich auf dem Spiel steht, oder sind wir davon noch weit entfernt?

Achrainer: Davon sind wir sehr weit entfernt. Ägypten hat zurzeit so große Probleme, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass irgendjemand ernsthaft darüber nachdenkt, einen Krieg mit Israel anzufangen. Vielleicht aus ideologischen Gründen, aber rational denkende Menschen haben daran kaum ein Interesse. 

Ich glaube aber, dass der Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten nun modifiziert werden wird. Eines der Probleme auf dem Sinai ist, dass in dem Friedensvertrag festgeschrieben wurde, dass das ägyptische Militär kaum eigenes Personal dort stationieren darf, weil er als Pufferzone zwischen Israel und Ägypten gesehen wird. Alles, was Ägypten in den Sinai bringen will an Militär, muss erst von Israel bestätigt werden. Durch die Absenz des Militärs ist aber das Machtvakuum entstanden. Es ist so, dass Israel schon seit einiger Zeit dafür plädiert, dass wieder mehr militärische Präsenz dort sein müsste, um für Ordnung zu sorgen. Negativ für Israel ist dann natürlich, dass es wieder eine direkte Konfrontationslinie gibt. 

derStandard.at: Glauben Sie, dass sich die Gaza-Blockade wieder verstärken wird?

Achrainer: Das ist sicher möglich, wenn Druck von außen kommt - von den USA, Israel oder aber auch dem Militärrat, der sich bis jetzt noch nicht klar positioniert hat. Allerdings wäre das ein äußerst unpopulärer Schritt bei der ägyptischen Bevölkerung. Mursi wird sich gut überlegen, ob er das wirklich macht, da er auch innenpolitisch vor vielen Problemen steht.

derStandard.at: Zwischen 1.500 und 2.000 Terroristen sollen sich derzeit auf der Sinai-Halbinsel befinden. Wie groß ist da der Zustrom aus dem Gazastreifen?

Achrainer: Die Zahlen sind sehr, sehr schwierig zu überprüfen. Zumal der Grat auch sehr schmal ist, wer nun als Terrorist eingestuft wird und wer nicht. Ist ein krimineller Beduine Terrorist? Was ist mit Schmugglern? Es ist definitiv nicht so, dass bei einer Abriegelung Gazas alle Probleme vorbei sein werden, zumal es ja immer noch Schmugglertunnel gibt. Auch die jetzigen Terroristen sollen über die Schmugglertunnel nach Sinai gekommen sein und nicht über die offizielle Grenze.

derStandard.at: Zu den Anschlägen, auf die es im Vorfeld Hinweise gegeben haben soll, meinte der ägyptische Geheimdienstchef Morad Mowafi, er habe sich nie vorstellen können, dass ein Moslem einen anderen Moslem während des Ramadan töten würde. Ist Mowafi wirklich so blauäugig?

Achrainer: Offensichtlich, ja. Die Auslegung, was nach islamischem Recht richtig und falsch ist, wird laufend durch verschiedenste terroristische Akte ad absurdum geführt. Zu glauben, dass der Ramadan das große Hindernis sein sollte, wenn jemand sonst zu allem bereit ist, ist da schon sehr blauäugig. 

derStandard.at: Die USA versprechen eine engere Zusammenarbeit mit Ägypten, um gewaltsamen Extremismus zu unterbinden. Kündigt sich da eine Annäherung beziehungsweise ein Tauwetter in den Beziehungen der beiden Länder an?

Achrainer: Ich weiß gar nicht, ob die Beziehungen wirklich so angeschlagen waren. Die Militärhilfe wurde zum Beispiel nie wirklich in Frage gestellt. Es gab ein Zitat von Hillary Clinton, dass die Militärhilfe nicht in Stein gemeißelt ist, das um die Welt ging. Aber trotz allem, gerade im Sicherheitsbereich sind die Interessen der USA einfach zu groß, um Ägypten fallen zu lassen. Deshalb glaube ich, dass es gar keiner zusätzlichen Annäherung bedarf. 

derStandard.at: Auch mit Mursi und den Muslimbrüdern?

Achrainer: Es ist ja momentan relativ hip, sich mit Mursi zu zeigen. Vor zwei Jahren hätte man noch gesagt, mit einem Islamisten spricht man nicht einmal. Durch den Arabischen Frühling haben sich die Realitäten und auch die Einstellung gegenüber Islamisten stark gewandelt. (Teresa Eder, derStandard.at, 8.8.2012)

Christian Achrainer ist Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Politologen liegen auf den Bereichen Nahost, nördliches Afrika und Sicherheitspolitik.

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wenn ich mich hinstelle und sage: "Deutschland muss vernichtet werden, es darf nicht existieren" nennt man das dann auch "Deutschlandkritik"?

In Zukunft sollten berufliche

Angaben des Autors an Textbeginn stehen:
Spätestens bei "ist Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik" wäre klar gewesen, dass für diesen Deutschen Antisemitismus bloß Israelkritik und Vernichtungswille nur der Seufzer eines Unterdrückten Volkes (einst des deutschen, nun des arabischen) sein kann.

Israelkritik der Muslimbrüder

die sich gerne "israelkritisch" zeigen um Israel zu "kritisieren" -
die liest sich so:
(Ein Zitat von Hassan al-Banna, dem
Begründer der Muslimbruderschaft,
am Anfang der Charta): "Israel wird
auferstehen und solange
fortbestehen, bis der Islam diesen
Staat wieder auslöscht, so wie er das
ausgelöscht hatte, was zuvor bereits
existierte…"

"Es sind nicht nur die Muslimbrüder, die er hinter sich haben will und die traditionell sehr israelkritisch sind. Auch die ägyptische Bevölkerung ist grundsätzlich sehr israelkritisch."

Die Sätze des Tages in diesem Interview! Dass sich die "Israelkritik" der MB als an Haji Amin al-Husseini geschulter eliminatorischer Antisemitismus äußert, ist schon in den Schriften von Hassan al Banna (im übrigen VOR der Gründung des Staates Israel) und Sajid Qutb nachzulesen!

In dieser "israelkritischen" Tradition stehen die Predigten ägyptischer Scheichs, die jeder, der etwas arabisch versteht, auf Youtube finden kann! "Itbach al-Yahud" (= "Tod den Juden") ist da noch eine harmlose Formulierung der "Israelkritik"!

Hr. Ach Rainer,

macht Aussagen zu Umständen von denen er offenkundig genau so wenig Ahnung und Einsicht hat, wie wir Meisten!
Eher ein Experte für's Schnabulieren und Kaffeesud lesen! UNFASSBAR! Information und Auskunft = O! Aber Hauptsache über die Terroristen sprechen... waas soll das!

Dann braucht sich niemand wundern, dass sich jüngere weder für Zeitunglesen noch Politik interessieren, wenn so halbherzige Interviews, mit sogenannten Experten/Kennern geführt werden!

Meine Kritik: Sobald man dieses Interview zu lesen anfängt, beschleicht einen das Gefühl, dass die "Experten" keine Ahnung haben. Sie schwabulieren mehr aufgrund von vergangenen Ereignissen und versuchen dem Leser indirekt ein Bild einzuimpfen,das ist für eine Qualitätszeitung entbehrlich!

ich mache im September in El Gouna Urlaub. Muss ich mir da sorgen machen? Was denkt ihr?

rot für nein, grün für ja.

danke

War eine Woche nach Ostern dort. Kein Problem.

Ich gehe heute noch an einer Baustelle vorbei.
Muss ich mir Sorgen machen?

Falls du gerne eine Kippah trägst, dann ja, sonst eher nicht.

Herr Achrainer spricht zudem ein wichtiges Thema an - das Machtvakuum in Sinai entstand auf Grund der Bedingungen des Friedensvertrags - ausr. milit. Präsenz ist den Ägyptern dort nicht gestattet - jede milit. Aktion außerhalb der Bedingungen...

muss von Israel abgesegnet werden.

Dass der Sinai dadurch zum Rückzugsort für Extremisten geworden ist, ist nicht neu und war schon zu Mubaraks Zeiten ein Problem.

Daher gehört dieser Punkt des Friedensvertrags allemal reformiert - sonst helfen nur noch internationale Truppen.

Man kann den Ägyptern nicht vorwerfen nicht ausreichend für Sicherheit zu sorgen, wenn man ihnen gleichzeitig die Hände bindet.

Der Friedensvertrag ist ein stueck Papier.

Wenn egyptische Truppen im Sinai nicht motiviert sind, d.h. die egyptische politische/militaer Fuehrung nicht motiviert sind, im Sinai und beim Grenzschmuggen nach Gaza durchzugreifen, wird nichts passieren, auch nicht wenn die Truppen zu 1000% aufgestockt werden.

Israel hat schon ein bischen Erfahrung was motivierte Truppen tun und erreichen koennen, und wie viele es braucht um gewisse taktische, strategische Ziele zu erreichen.

Und Israel's haupt problem war das Egypten nicht motiviert war -- die erlaubte Truppen groesse -- sah Israel als angemessen.

Vielleicht braucht es nun mehr Truppen, wegen der nachlaessigkeit egyptens. Israel hat da schon seine expertise dies zu bewerten, eher mehr als otto normal-poster hier im standard ...

Viele Kommentatoren hier tun bezeichnenderweise so, als ob eine Änderung in Ägyptens Haltung zwangsläufig Krieg als einzige Alternative hätte.

Das entspricht dem Dominanzverhalten Israels.

Fast alle musl. Menschen werden sich aus gutem Grund über die Behandlung der Pal. und die geballte Zerstörungswut der ILs z.Bsp.l im Libanon echauffieren. IL ist mit seinem Unwillen feste Grenzen zu akzeptieren ein permanentes Sicherheitsrisiko, für Pal sowieso, aber auch für die Nachbarn.

IL leistet sich diese Haltung, da es a) mehr Land will und b) militärisch und ökonomisch überlegen ist.

Es ist offens., dass Mursi ein Pragmatiker ist, der den Frieden erhalten, das Verhältnis zu IL aber sinnvoll reformieren will - hin zu einer gangbaren Perspektive für die Palästinenser - was von den Zeloten hier mit Krieg gleichgesetzt wird.

Das haben sie mit den Hitzköpfen v Sinai gemeinsam.

Dass Ägypter, selber Muslime, mit den Menschen in Gaza fühlen, zudem in einem Land leben, das auch schon von Isreal überfallen wurde - israelkritisch sind - ist nun wirklich nicht verwunderlich.

Wie selbstverständlich wird mal wieder in den Kommentaren hier der Begriff Antisemitismus genutzt - um zu intendieren, dass die realen und völlig nachvollziehbaren Gründe für die ablehnende Haltung der Ägypter gegenüber IL angeblich nur einem 'irrationalen Ressentiment' entspringen.

Dass die Menschen das Drama der Palästinenser vor ihrer Haustür - ein Volk - kollektiv weg- und eingesperrt, nicht kalt lässt, ist völlig klar. Jede arabische Regierung, die sich nicht mehr zynisch über die Belange der Bevölkerung hinwegsetzen kann, wird Kooperationen mit IL in Frage stellen und reformieren müssen, was hoffentlich friedlich vor sich gehen wird - das ist offensichtlich Mursis Bestreben. Ich wünsche ihm viel Erfolg.

Sorry, aber den meisten Arabern sind die Palästinenser aber sowas von egal. Sie sind nur Mittel zum Zweck. Israel ist kein muslimisches Land. Das ist das Hauptproblem und das Dorn für alle muslimischen Länder rundherum.

Aegypten wurde von Israel schon einmal "ueberfallen", da haben Sie vollkommen recht...

... dann wuerde ich aber auch erwaehnen, dass Aegypten das gegenueber Israel auch schon getan hat.

Das verwirrt den Leser sonst. Danke

Danke für ihr Posting ... sehr gut analysiert !

ja vor dem hintergrund, dass die rechte der j konsequent ignoriert werden und man es auch mit den formulierungen ("gefängnis" ist unsinn) nicht so genau nimmt. erkennt man diese rechte jedoch genauso an, wie die der pal, erkennt man die heftigen double-standards.

was man auch an der formulierung "überfall" merkt.
die wahrheit sieht dann doch etwas anders aus:

1948: angriff von egpt in der nacht der gründung(!) isr's
1956: nach 2 jahren von egpt gesponserter fedayeen-attacken whert sich isr.
1967: preemptiv(!)-schlag isr nach sperrung der str v. tiran für isr schiffe, unilaterale remilitarisierung des sinai(!) und allgemeine vernichtungsankündigung durch egpt.
1973: überraschungsangriff von egpt.

"die Bevölkerung zufriedenzustellen"

die Probleme für den Durchschnittsägypter sind:

Arbeitslosigkeit
Inflation
Kinder - vernünftige Schule, Ausbildung, etc.
Gesundheitssystem
nicht funktionierende Müllentsorgung
etc....

Israel ist dem Durchschnittswähler wohl ziemlich egal.

Die meisten Ägypter die ich in Kairo kennengelernt habe waren relativ offen mit ihrem Antisemitismus.

Lieber offen...

...als versteckt wie in Österreich... dann weiß man wenigstens, mit wem man's zu tun hat.

"Antisemitismus" ? Sie kennen Leute, die die Existenz des Staates Israel mit der Begründung der Rassenlehre in Frage stellen ?

Die beiden Staaten haben in den letzten Jahrzehnten ein paar Kriege gegeneinander geführt, die Ägypten allesamt verloren hat - selbstverständlich sind die Ägpyter, sowie 90 % der Menschen in den Nachbarstaaten, keine großen Freunde der israelischen Politik. Aber das als "Antisemitismus" zu titulieren, ist definitiv falsch, den selbigen haben wir erfunden und von vor 70 Jahre auf's grauslichste "perfektioniert", es wäre eine Relativierung unserer geschichtlichen Verantwortung, wenn man die Ressentiments der Menschen gegen den Staat Israel als "Antisemitismus" abtut.

also die araber unterscheiden überhaupt nicht zwischen Juden und Israelis. wenn die araber von den bösen im zionistischen Staat sprechen sagen sie Yahudin und nicht Israeliin. Der Hass gegen Juden ist nicht erst seit 1948 in der arab und muslimischen Welt etabliert. Bei den Demonstrationen gegen Israel und den USA auch im iran ist das so wird regelmäßig Tod den Juden mitgegröhlt. Den arab Kindern wird Hass sowohl gegen Israel als auch gegen Juden beigebracht. Schauen sie sich entsprechende Aufnahmen an. Viel Spaß.

Sie verstehen aber schon die gerade in unseren Breiten mit dem Begriff "Antisemitismus" verknüpfte Konnotation, oder ? Auf genau die habe ich hingewiesen.

Ich verstehe nicht was sie ausdrücken wollen. Drücken sie sich etwas weniger kryptisch aus.
davon abgesehen gab es zwischen Israel und Ägypten eben keinen krieg in den letzten Jahrzehnten genauer seit 1973. Das sind fast 4 Jahrzehnte.

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