Zwang zu "Metro"-UI: Droht Windows 8 das Vista-Schicksal?

8. August 2012, 13:28
  • Microsoft forciert auch am Desktop die Touch-Oberfläche
    foto: apa

    Microsoft forciert auch am Desktop die Touch-Oberfläche

Auch Desktop-User kommen an Touch-Interface nicht vorbei

Microsoft Entscheidung, dass Nutzer unter Windows 8 nicht in den klassischen Desktop booten können, sondern beim Starten immer das neue Interface präsentiert bekommen, könnte sich als folgenschwerer Fehler erweisen. Das "New User Interface", das aus markenrechtlichen Gründen nicht mehr "Metro" heißt, ist eigentlich auf Touch-Bedienung ausgelegt. Microsoft zwingt das UI jedoch auch Desktop-Usern und somit Unternehmenskunden auf. Beobachter sehen auf Windows 8 bereits das "Vista"-Schicksal zukommen.

Schlecht mit Maus benutzbar

Für PCMag-Autor Sascha Segan ist das Interface gut für Tablets geeignet, aber eine pure Katastrophe, wenn es mit der Maus genutzt wird. Die einzelnen Interface-Elemente seien viel zu weit voneinander entfernt, um sie komfortabel mit der Maus zu erreichen. Für die klassische Nutzung seien Benutzeroberflächen mit eng beieinanderliegenden Elementen besser geeignet, um mit der Maus nicht zu weite Strecken zurücklegen zu müssen.

Bruch mit eigener Richtlinie

Microsoft hat "Metro" explizit für Touchscreens designt und auch Entwicklern den Rat gegeben, Apps dafür hauptsächlich für die Bedienung mit den Fingern zu programmieren. Nun haben die Redmonder allerdings mit ihrer eigenen Richtlinie gebrochen und so müssen sich alle Nutzer mit dem neuen Interface anfreunden. Auch auf Unternehmensrechner wird es voraussichtlich keine Ausnahme geben. Zwar kann man im laufenden Betrieb in den klassischen Modus wechseln, doch das ist ein zusätzlicher Schritt und für weniger erfahrene User nicht sofort ersichtlich, kritisiert Segan.

Tablets pushen

Microsofts Überlegungen dahinter sind klar. Das Unternehmen will Entwickler dazu bringen Apps für Windows RT (die Windows-8-Version für Tablets) zu entwickeln, damit das Unternehmen ein breites Ökosystem für Tablets aufstellen und ein Stück vom Markt erobern kann. Die Apps müssen allerdings eigens dafür programmiert werden. Um nun Entwicklern und damit auch Usern das "Metro"-Design schmackhaft zu machen, wird es am Desktop forciert.

Vista-Schicksal

Diese Strategie könnte nach hinten losgehen, wenn User die Touchoberfläche so stört, dass sie diese Windows-Version einfach auslassen. Ähnliches war bereits bei Windows ME und Vista der Fall. Wartet der Markt auf Windows 9 ab, fällt das wie ein Bumerang auch auf Windows-RT-Tablets zurück. Ohne User, sprich ohne Marktanteil, gibt es für Entwickler keinen Anreiz Apps zur schreiben. Und ohn eine große Auswahl guter Apps haben die Windows-Tablets kaum eine Chance gegen Apples iPad und die zahlreichen Android-Modelle. (red, derStandard.at, 8.8.2012)

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Das einzig logische Motiv

hinter dem benutzer-verachtenden ZWANG zum Kachel-Schirm nach dem Booten
ist fürwahr der Versuch Microsofts, ihren Kachel-Ramsch bestmöglich zu pushen.

Womöglich gleich mit einer prominent platzierten Kachel wo es zum Microsoft-Shop für kostenpflichtige Kachel-Apps geht.

GENAU SO gewinnt man als Unternehmen neue Fans unter den Benutzern,
denen in brandneu ausgestatteten Büros womöglich bereits ab Mitte 2013 die Kacheln auf's Auge gedrückt werden.

.. ab Mitte 2013 die Kacheln auf's Auge gedrückt werden.

Davon Träumen wohl manche Analysten oder Aktionäre, doch in der Realität läuft das Windows 7 in Betrieben (Professional auch für Private!!) noch locker bis 2020!

( http://support.microsoft.com/lifecycle... r=FilterNO )

Vergleich zu Vista IMHO unzureichend.

Vista war nicht schlecht auch wenn's in der Presse immer wieder verrissen wurde; viele Dinge die mit Vista eingeführt wurden (zB UAC User Access Control) sind dann bei Win7 "zu Ende entwickelt" worden, so gesehen wurde Vista vielleicht zu früh veröffentlicht, aber die Ansätze waren nicht falsch. Win8 hat auch viele gute Weiterentwicklungen nur leider geht das in der öffentl. Diskussion unter, eben wegen des IMHO unnötigen Zwangs zu Metro (new user interface). Habe ja aus meiner Meinung kein Hel gemacht dass ich touch/tablet/smartphone für allgem. überbewertet halte und es ist schade dass auch MS derart aggressiv auf diesen Zug aufspringt, wo es doch so viele Business Kunden und den Server Aber untergehen wird Win8 deshalb nicht!

Vista benötigt viel mehr Speicher.

Vista war nicht schlecht auch wenn's in der Presse immer wieder verrissen wurde

Hauptkritikpunkt war die miese Performance!

Gleiche Hardware war mit Vista spührbar langsamer als mit Windows 7! Sowohl beim Booten, als auch während der Arbeit.

najo

vista war schon relativ mies. schlechte treiberunterstützung(ok, da könnte man den 3rd parties die schuld geben - so wie bei linux), hoher speicherverbrauch, viele abstürze des normalen exploreres, unfertige UAC(bei Win7 schalte ich die auch immer ab - user klicken sowieso immer auf ja) und dann noch dieses furchtbare aero.

win7 war eine gutes SP für vista, damit kann man zufrieden sein, aber Windows 8.... die Businesskunden werden das so nicht mitmachen. Home-Kunden wird es egal sein. Aber Businesskunden sind Microsofts Standbein, ich glaube nicht dass jetzt viele zu Linux und Mac wechseln, aber der OS Layer wird immer unwichtiger und mit win8 steuert man da kaum dagegen.

wer braucht auf dem pc Windows 8?

Wenn er Windows 7 hat??

Wann wird ReactOS endlich halbwegs fertig? Es wurden viele Ressourcen in WINE gesteckt.

langsam...

...stellt sich die frage, ob copy&paste-funktionalität mit sp1 nachgereicht wird.

Also im consumer Bereich...

...sehe ich ja noch einen Sinn, es wird hier auch für den Desktop Lösungen zur usability gebe. Wo ich Schwierigkeiten bezüglich Absatzes sehe ist im B2B Bereich. Durch den casual Ansatz ist diese Version diesbezüglich sicher die mit dem schwächsten Anreiz Firmennetzwerke umzustellen. Eine „pro“ Version die zwar Neuerungen beinhaltet aber vom Layout gleich bleibt oder nur geringfügig verändert wäre sicher nicht sie schlechteste Idee.

Fast alle Unternehmen haben Vista übersprungen und eben erst die Umstellung auf Win7 abgeschlossen bzw teilweise noch nicht einmal das.

Ein Markt für einen neuen Windows Release ist momentan im Unternehmensreich nicht wirklich gegeben. Derart kurze Zyklen macht kaum ein Unternehmen mit.

Ich denke Microsoft lässt hier deshalb ganz bewusst Businesskunden aussen vor.

richtig

also bei uns sind die kunden zu 70% noch bei XP. Langsam verschwinden die Downgrades und es wird auf 7 gewechselt.

Die eierlegende Wollmilchsau kriegt ein Junges.

Das "Ding" aus Redmond. The Evil OS. Der Endboss.
(Danach --> Game Over für Ballmer)

Wer das verbrochen hat, von der Marketingkampagne bis zur technischen Umsetzung sollte mit Gefängnis nicht unter 5 Jahren bestraft werden.

CB

Also echt wenn man schon so radikale Ansichten hat sollte man diese begründen.
5 Jahre für einen CEO der Verantwortet, dass zwei oder drei deiner so gut einstudierten Mausklicks nicht mehr gehen? Oder weil Produkte von Billigstlohnarbeitern zu gesundheitsschädigenden Umständen produziert werden? - würde ich verstehen.
Da gibt's allerdings viel größere HW-Hersteller, die zu schlimmeren Bedingungen und vor allem noch viel mehr als MS produzieren.
Cook und wie auch die anderen Chefs heißen - ab hinter die schwedischen Vorhänge

Eine saubere Begründung

benötigt leider mehr Platz als hier geboten wird.

Aber einer der Hauptgründe ist definitiv diese Zwangsbeglückung mit dem neuen Interface das ja wohl am Dektop mehr als fehl am Platze ist.
Den Namen der Oberfläche nachdem eine Kampagne 1 Jahr läuft nochmal zu ändern, nicht zu bemerken das "Metro" keine sehr einzigartige Bezeichnung ist, sind auch keine "Lerchenschaase" für eine Marketingabteilung. Oder?

Das alles IMVHO, wie immer. ;-)
Denn vielleicht sind die ja auch viel schlauer als ich denke und es wird ein Riesenerfolg.

CB

Wie wär's wenn der Standard.at mal recherchiert und einen Artikel zu einem zukünftigen BS bringt, in dem überlegt wird welche neuen Arten der Bedienung such durch W8 ergeben.

Man könnte versuchen zu ergründen, warum dieser starke Umbruch passiert bzw. Warum auch von Microsoft so stark die Eingabe von alternativen Methoden forciert.
Meiner Meinung nach sicher nicht um den Tablet Markt zu erobern sondern um den Desktop neue Möglichkeiten zu bieten. Für Desktopsysteme werden neue Möglichkeiten zu bieten.
es wäre einmal interessant einen Bericht über leapmotion, kinect, oder Tackpads in Verbindung mit W8 zu lesen.
Einen Finger oder normalen kulli als pointer am Desktop. Zu verwenden.

Wie sieht es mit Touch-desktopsystemen aus?

Toll recherchiert!
Das sagt einem doch schon der Hausverstand, dass Bewegungs- und Fingersteuerung in Word nie so produktiv sein wird, wie Maus und Tastatur. Oder krümmst du dich vorm Monitor zu einem "C" um ein c zu schreiben?
Neue Bedienkonzepte müssen nicht automatisch für alles besser sein, auch wenn sie in Teilbereichen durchaus besser sein können. MS sollte die Tablet Oberfläche so wie das MediaCenter machen - bei Bedarf einfach umschalten. Dann kann es nutzen wer will. Ein Aufdrängen wird scheitern.
Ich bleibe bei Win7 und warte auf Android für Windows.

Android für Windows? Was bitte ist das denn für ein Quatsch?

Genau darum gehts.

Dass unflexible denken beim Ottonormalo wird hier von den Medien aufgegriffen (alle Techmedien), anstatt zu zeigen wie Computer zukünftig ausschauen können (bzw. werden).
Ich hab nie gesagt, dass die Tastatur vom Desktop verschwinden soll oder kann. Ein touchdesktopsystem wird sicher auch nicht so ausschaun wie eine herkömmliche Desktopstation ( senkrechter Bildschirm am Schreibtisch). Vielleicht sind das Bildschirme die in einem 30° Winkel am Schreibtisch liegen oder nach vorne an die Schreibtischkante zu ziehen und nach hinten zu schwenken...1000 Möglichkeiten. Sicher ergonomischer auf einen liegenden Bildschirm, wie in einem Buch / am Zeichenbrett zu arbeiten als verkrampft an einer Maus zu 1000 kleinen Icons zu navigieren.

Es geht in diesem Artikel aber nicht um irgendeine Zukunftsvision von MS, sondern darum, was sie mit Win8 jetzt und heute machen.
Wenn MS einen Prototyp baut, bei dem man per Augen- und Gehirnsteuerung den Desktop bedient, dann gut so. Aber in diesem Fall wird für Millionen Menschen eine Table UI auf ein Produktivsystem gesetzt, wo diese doch für Konsumationsgeräte entwickelt wurde, nicht für Produktivsysteme. Auch auf einem ASUS Transformer mit Tastatur und Maus wird man die Produktivität eines "normalen" Desktopsystems mit Maus/Tastatur nicht erreichen.

Ich bin auch offen für neue Ideen, aber diese "Idee" von MS ist weder neu noch gut. Win8 wird früher oder später das Startmenü per Patch zurück bekommen.

"Metro" wurde nicht ausschließlich für Tablets entworfen, is daher keine "tablet UI" und ich finde das merkt man auch es wurden einfach vereinfachte Eingabemöglichkeiten fokussiert. Dazu gehört eben die Gestensteuerung, swipe etc.

Mit Gesten einer Hand, kann ich unkompliziert erreichen was ich umständlich mit der Maus aus irgend einem Kontextmenü frimmeln müsste.
warum arbeit jeder, der wirklich effizient arbeiten mit shortcuts.
Ganz simples Beispiel Strg+C - mit der Maus ... Drauf gesch*****

Meine Meinung: Die Maus is besch*
es gab bisher einfach noch kein Betriebssystem das irgend eine Alternative zu dieser Bedienung zuließ.

Ctrl-C und CTRL-V unter Linux mit der Maus geht so:

Markieren -> Ziel wählen -> mittlere Maus.

Also noch weniger als mit der Tatatur.

Ihre Argumentation klingt so

als ob Sie noch nie ein ernstzunehmendes Graphik-, CAD- oder GIS*-Tool verwendet hätten. Präzise Messung von geographischen Distanzen oder pixelgenaue Manipulation von graphischen Objekten - das tippen Sie mir mit dem Finger einmal vor.

*Geographic Information System, nicht die Zasterfahnder

GIS kenn ich nicht, aber ich arbeite täglich 8h mit Autocad. Da werden Punkte, wie auch bei jedem anderen Vektorprogramm, über Optionen gefangen. Es gibt eben keine eindeutig genaue Eingabe. Grafikprogramme wie Photoshop (pixelbasierend) müssen auch gezoomt werden um wirklich genau Pixel manipulieren zu können.
Ich habe nicht behauptet, dass der Finger eine präzise Eingabemethode ist, die Hand mit ihren Gesten aber für vieles ausreicht. es gibt aber Hilfsmittel wie z.B einen Stift um genauer zu arbeiten. Ich schmiere auch nicht mit dem Finger in mein Notizbuch.
Ich kann mir einem Eingabestift direkt auf dem Arbeitsdisplay arbeiten oder Ich lasse die Spitze eines herkömmlichen Kullis, den ich am tisch bewege, tracken um genau zu arbeiten.

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