Fingerfood statt Gulasch: Grazer entwickeln Abfallkonzept für Events

Trendige Trinkflaschen anstelle von Bechern laden zur Wiederbefüllung und machen Werbung

 Graz - Großveranstaltungen wie Musikfestivals und Straßenfeste locken Tausende von Besuchern auf Festwiesen, Straßen und Plätze. Wo gefeiert wird, entsteht aber auch Abfall. Vorschläge für eine bessere Abfallwirtschaft bei Großereignissen haben Studierende der Umweltsystemwissenschaften an der Universität Graz erarbeitet. Sie reichen von Überlegungen zum Speisenangebot bis zur gezielten Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten.

Das Bild ist bekannt: Nach einem Fest türmen sich Berge von Geschirr, Flaschen und Servietten auf Wiesen, Straßen und Plätzen. Im besten Fall ist das verwendete Geschirr mehrfach verwendbar, oft kommt bei Feuerwehrfesten, Sport- und Kulturvereine oder auch Festivals in größeren Dimensionen Einweggeschirr zum Einsatz. Anhand des Beispiels der Flugshow "Airpower" haben Studierende der Umweltsystemwissenschaften Vorschläge für eine effektivere Abfallwirtschaft bei Großereignissen erarbeitet. Diese seien mittlerweile auch den Organisatoren vorgelegt worden, hieß es am Mittwoch von der Uni Graz.

Große Mengen an Abfall lassen sich vermeiden

Unter der Leitung von Ulrike-Maria Gelbmann und Arnulf Hasler vom Institut für Umweltsystemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung der Uni Graz haben die 18 Studiosi untersucht, wie sich der Abfall der durch die rund 300.000 Gäste entstehenden Flugshow im obersteirischen Aichfeld reduzieren bzw. auch vermeiden lassen könnte. Die zweitägige Veranstaltung zieht alle zwei Jahre an die 300.000 Besucher an. Das Fazit der Untersuchung: "Große Mengen an Abfall lassen sich vermeiden, wenn der Wille der Veranstalter dazu vorhanden ist", so Gelbmann.

Besonderes Augenmerk legten die Studierenden u.a. auf das Angebot der Speisen: "Wir plädieren für die Einführung von Fingerfood, wie etwa Pizzaschnitten. Man braucht kein Geschirr dazu, eine Serviette reicht völlig. Außerdem fällt das ungesunde und in der Entsorgung problematische Frittierfett weg", erklärte Gelbmann. Eine weitere Idee: Die Einführung von wieder befüllbaren trendigen Trinkflaschen, die zum Verkauf angeboten und dafür gemacht sind, von den Besuchern mit nach Hause genommen statt weggeworfen zu werden. Diese könnten durchaus aus Kunststoff sein: Plastik allein sei nicht das Problem, "sondern die Unmengen an Plastikbehältern, die nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden". 

Konkrete Bewusstseinsbildung

Das Konzept sieht aber nicht nur eine Abfallreduktion vor, sondern zielt auch auf möglichst gut vorsortierten Müll ab, der die Wiederverwertbarkeit erhöht. Dazu wären laut Konzept mehr Mülltrennstationen sowie besser durchdachte Entsorgungswege notwendig.

Unverzichtbar sei die konkrete Bewusstseinsbildung, betonte die Forscherin - Abfalltrennung sollte auch in den Veranstaltungsinfos bis hin zum Internet thematisiert werden. Weiters schlägt das Konzept Durchsagen oder Werbespots während der Veranstaltung vor, mit der Einschränkung: "Flugblätter sind zu vermeiden, wenn man als nachhaltiges Event gelten will. Diesen wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt, verglichen mit den Tonnen an vermeidbarem Papiermüll, den sie verursachen." (APA, 8.8.2012)

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einfach ein pfandsystem machen, das den durchschnittsbesucher schmerzt ...

10euro/plastikbecher
10euro/teller und komplettes besteckset

da würden sicher einige schon während dem event den "müll" sammeln.

abfallkonzept für events

klingt etwas hochtrabend.

(mein simpler, aber effizienter vorschlag: die "restbestände" einfach abfackeln)

Fingerfood, wie etwa Pizzaschnitten

analogkäse braucht auch seine abnehmer...
es ist erschreckend zu sehen, dass kinder oftmals kaum mehr richtig mit besteck umzugehen wissen...

geh bitte ..

Mein Gott verrottbares Material würde es auch tun

Teller aus Papier, Flaschen und Besteck aus natürlichem Kunststoff würden es auch tun.

http://www.bewusstkaufen.at/news/271/... pruch.html

weiterführende Ideen

den luschtigen Kunststoffbecher, damit ihn sich die Leuz auch ja mitnehmen, mit einem Halsband ummen Hals befestigen, dessen Kleber erst nach einer Woche nachläßt...

der lustige Kunststoffbecher, den man sich aufhebt, heißt übrigens Mug, in den USA seit den 1970ern

Meine Idee, liebe "Umweltsystemwissenschaftler":

Flugshows abschaffen.
Macht keinen Müll, keinen Lärm und vermeidet unnötigen Verkehr.
Statt dessen das Geld in nachhaltige Projekte in der Region stecken, die permanent Arbeitsplätze sichern.
Ach so, Red Bull zahlt dafür nix.
Blöd aber auch, dass sich so eine Uni irgendwie finanzieren muss...

Gute Idee, Flugshows abschaffen

Aber Sie wollen doch nicht allen ernstes alle Großveranstaltungen abschaffen?

na ja...

...man muss ja nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten...

solange leute ganze wohnzimmereinrichtungen auf festivals mitnehmen (und diese dann stehen lassen) braucht man sich über becher und teller keine gedanken machen....der müll der liegen bleibt ist zu 90% von daheim mitgebracht

was vl auch helfen würde

mehr müllcontainer aufstellen. ich kenne das vom novarock: am letzten tag den müll von 4 tagen bis zum ausgang/eingang tragen ist nicht wirklich eine freude. mehrere container über das gelände verteilt, die auch während der veranstaltungstage offen haben (security posten muss leider gottes auch ein eigener abgestellt werden), würden sicher helfen um das müllproblem zumindest teilweise in den griff zu bekommen.

Blablabla..

Und für sowas bekommt man einen Artikel im Standard?

Ehrlich, ich erwartete mir konkrete und wirklich gute, neuartige Ideen, die man im Artikel vergeblich sucht.

da haben eine anzahl studierender eine bachelorarbeit geschrieben

und wollen diese halt auch publizieren...gönnt denen halt auch etwas öffentlichkeit ;-)

Kompostierbares Einweggeschirr

.. mal kurz am Kopf gegrault udn los geht meine Innovationsstudie:

Man nehme kompostierbares Einweggeschirr.
Das kann rumliegen oder auch nicht, am Ende eingesammelt, zusammengeschoben und versumpft.

Kompostierbar heisst bei mir vorallem aus organischem Material ohne viel Chemie.

Die von den Studenten angeführte Idee ist hervorragend, besteht aber keinen Test gegen Wiener die a 16er Blech gewohnt san.

Da bleiben wir am besten beim Bundesheer:
" Immer auf die Zielgruppe achten! "

Organisches Material ohne viel Chemie. Aha. Schon einmal etwas von organischer Chemie gehört?

Einweggeschirr aus organischem Material? Was stellen Sie sich darunter vor? Jede Art von biologisch abbaubarem Kunststoff enthält eine ziemliche Menge Chemie. Aber "ohne viel Chemie" ist auch ein lächerliches Argument.

16-er-Dosen kann man wenigstens ordentlich recyceln.

beispiele organischer chemie: zitronen-batterie, diverse fleischfressende pflanzen, bienenwaben, ... millionen von pflanzen und tieren verwenden das; die planzen-tier-mischlinge - die pilze - erst recht.

bei biologisch abbaubarem geschirr wird maisstärke unter hochdruck in form gepresst. beginnt zu verrotten, sobald es feucht wird. dazu reicht in der regel die luftfeuchte der umgebung aus, geht aber auf dem komposthaufen effizienter und schneller.

CU TOM

Und was wollen Sie mir jetzt sagen? Dass Sie den Unterschied zwischen Organischer Chemie und Biochemie nicht verstanden haben?

Ja, das konnten Sie mir glaubhaft vermitteln.

Sie sind mein Held!
Plastik - organische Chemie - schlecht abbaubar
Schüsseln aus gepresseten Maisblättern - organisches Material, welches verrottet und das sehr schnell im ggsatz zu Plastik.

Wirklich gepresste Maisblätter? Wusste nicht, dass es das gibt.

Sollten Sie Maisstärke meinen, dann sollten Sie darüber nachdenken, wie man das wohl gewinnt.

http://www.bioeinwegartikel.de/bio-produ... chirr.html

Aus Mais habe ich hier nixgfunden, aber auf einer Messe mal.
Vielleicht haben die mich aber auch "angelogen", und es war eh aus Palmblättern... :-=

Müsste aber aus Maisblättern auch gehen...

Aus Palmblättern gepresstes Einweggeschirr gib's sogar beim Metro.

Man lernt nie aus.

hier gehts nicht um abbaubaren Kunststoff. Beispiel http://www.moonennatural.com/de/sortiment.html

Dann würde ich an Ihrer Stelle aber einmal zu lesen beginnen:

Die dort genannte PLA-Beschichtung ist z.B. ein Kunststoff.

Und Chemie steckt natürlich auch in all diesen Produkten. Damit meine ich nicht nur den Spruch "Alles ist Chemie", sondern auch konkret chemisches Know-How.

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