Krebsmedikament fördert Lungenhochdruck

8. August 2012, 11:42
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Eine Forschergruppe an der Med Uni Graz konnte nachweisen, dass Proteinhemmer in der Krebstherapie das Risiko für Lungenhochdruck erhöhen

Graz - In den vergangenen Jahren kommen Tyrosinkinasehemmer, die in den Krebszellen das Eiweiß blockieren und somit das Tumorzell-Wachstum verhindern sollen, bei der Behandlung von Krebserkrankungen immer häufiger zum Einsatz. Dadurch können allerdings Beschwerden wie Atemnot in der Folge von Lungenhochdruck auftreten.

Tyrosinkinasehemmer als Ursache

Nun ist es einem Forscherteam in Graz gelungen, den Zusammenhang zwischen einem Krebsmedikament und dem Lungenhochdruck zu großen Teilen aufzuklären. Chandran Nagaraj vom Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für Lungengefäßforschung an der Med Uni Graz hat sich unter der Leitung von Andrea Olschewski jahrelang mit dem Thema Lungenhochdruck beschäftigt, wobei besonders die betroffenen molekularen Signalwege im Fokus des Interesses standen.

Jetzt gelang es erstmals nachzuweisen, dass eine bestimmte Protein-Tyrosinkinase auf die bei Lungenhochdruck betroffenen Ionenkanäle der Körperzellen einwirkt. Das heißt, wenn es zu einer Hemmung dieses Proteins kommt, kann die gefährliche Erkrankung Lungenhochdruck ausbrechen. Der dazu kürzlich veröffentlichte Fachartikel des Forscherteams in der internationalen Zeitschrift "European Respiratory Journal" soll das notwendige Grundlagenwissen für die Entwicklung neuer Therapiestrategien schaffen.(red, derStandard.at, 8.8.2012)

  • "Schwerer Lungenhochdruck ist eine gefährliche Erkrankung, der unbehandelt binnen einiger Monate zum Tod führen kann", erklärt Andrea Olschewski, Leiterin des Forschungsprojekts an der Med Uni Graz.
    foto: med uni graz

    "Schwerer Lungenhochdruck ist eine gefährliche Erkrankung, der unbehandelt binnen einiger Monate zum Tod führen kann", erklärt Andrea Olschewski, Leiterin des Forschungsprojekts an der Med Uni Graz.

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