Elisabeth Osl: "Jeder Meter ist Power"

  • Mountainbikerin Elisabeth Osl erreichte in Peking vor vier Jahren Rang elf.
    foto: apa/favre

    Mountainbikerin Elisabeth Osl erreichte in Peking vor vier Jahren Rang elf.

Ex-Weltcupsiegerin will nicht die Medaillen-Retterin der Nation sein - "Wäre zu viel Druck" - Rückkehr zu Form von 2009 als Ziel

Hadleigh Farm/London - Mit einer Medaille rechnet sie nicht. Mountainbikerin Elisabeth Osl geht mit defensiv gesteckten Zielen in ihre zweiten Olympischen Spiele. Dabei stimmt die Formkurve der Gesamtweltcupsiegerin von 2009. Ein Interview mit der 26-jährige Tirolerin vor ihrem Olympia-Rennen am Samstag in Hadleigh Farm über externe Erwartungshaltung, Überwindung und mögliche Retterinnen der Sportnation.

Sie haben diese Woche bereits auf dem Olympia-Kurs trainiert. Wie ist der erste Eindruck?

Elisabeth Osl: "Relativ gut. Es gibt schon Stellen, an denen ich mich überwinden muss. Es sind viele Steine drinnen, aber vom ersten Gefühl her bin ich sehr zufrieden. Ich komme besser mit der Strecke zurecht, als ich mir das erwartet habe."

Mit Rang sieben in Val d'Isere haben Sie pünktlich vor Olympia Ihr bestes Weltcup-Ergebnis geholt. Stimmt die Form?

Osl: "Dieses Ergebnis hat mir gut getan. Val d'Isere hat mir neues Selbstvertrauen gegeben. Ich habe mich danach auch sehr schnell erholt. Trotz der Höhenlage und obwohl es ein hartes Rennen war, ist es mir schnell wieder gut gegangen. Das ist ein gutes Zeichen, dass der Aufbau gestimmt hat."

Welche Erwartungen haben Sie zu den Spielen mitgenommen?

Osl: "Das ist schwierig, weil die gesamte Weltspitze auf Olympia hinarbeitet. Alle bereiten sich auf dieses eine Rennen vor. Mein persönliches Ziel ist es, den elften Platz von Peking zu verbessern. Das kann schwierig genug sein."

Zählen Sie sich zu den Favoritinnen auf eine Medaille?

Osl: "Damit würde ich mir nichts Gutes tun. Ich rechne nicht mit einer Medaille. Das wäre auch zu viel Druck."

Bei Olympia in London hat Österreich noch keine einzige geholt. Mit einem Medaillengewinn könnte man zur Retterin der Nation avancieren. Macht das auch Druck?

Osl: "Als Retterin sehe ich mich nicht. Zum Glück werde ich auch nicht als echte Medaillenkandidatin gehandelt. Mit den Flachwasser-Mädels möchte ich im Moment nicht unbedingt tauschen. Als Sportler hat man aber auch mehr Verständnis dafür, dass Medaillen ausbleiben können. Man weiß, wie viele Dinge zusammenspielen müssen, damit man eine gewinnt."

Mountainbike erfreut sich in Österreich vor allem im Hobbybereich immer größerer Beliebtheit. Wie wichtig sind die Olympischen Spiele für den Zuspruch?

Osl: "Eine olympische Sportart hat automatisch einen höheren Stellenwert. Es ist eine Chance, dass auch einmal andere Sportarten im Fernsehen zu sehen sind und sich die Leute interessieren. Wenn sie die Olympia-Strecke so rüberbringen, wie sie ist, dann wird das sehr spektakulär. Jeder Meter ist Power, das wird interessant."(APA, 8.8.2012)

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