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vergrößern 645x430Voyeurismus ist für Slumtouristen meistens nicht das angegebene Motiv, sich durch die Armenviertel führen zu lassen.
Cluburlaub? Strandurlaub? Städtetourismus? Ferien im heimischen Gebirge oder Sommerfrische am See? Haben wir alles schon gehabt. Wir wollen etwas Neues, etwas richtig Spannendes, etwas Sensationelles, Unerhörtes, Ausgeflipptes.
Armutstourismus oder "Slumming" lautet der neue Trend. Wer Geld und Zeit hat, verbringt seinen Urlaub in der Favela, im Ghetto, bei den Hungerleidern und Drogendealern. Man bemitleidet ein wenig befremdet den Dreck, die Armut, die katastrophalen hygienischen Zustände und das miese Essen, schlendert durch die heruntergekommenen Gassen, fühlt sich verantwortlich und schuldig und vermeidet es, den Kindern Zuckerln zu schenken, weil schlecht für die Zähne. Bleistifte sollen sie ja ganz gerne haben, die Kleinen. Auch wenn viele von ihnen kaum oder gar nicht zur Schule gehen. Natürlich geschehen diese Führungen im sicheren Rahmen, und Besucher müssen nicht befürchten, in eine Drogenschießerei zu geraten oder sich in einem Stapel brennender Reifen wiederzufinden. Das wäre zu viel der Realität.
Slumtouristen betonen natürlich, dass die Hintergründe keineswegs Voyeurismus oder Sensationsgier seien, sondern der Wunsch, sich hautnah mit den Ursachen der Entstehung von Armensiedlungen auseinanderzusetzen und ihre Solidarität mit den Armen der Welt auszudrücken.
Slumtourismus gibt es seit dem 19. Jahrhundert, als wohlhabende New Yorker durch die Armenviertel der Stadt schlichen, um zu schauen, wie es sich so lebt auf der anderen Seite. Inzwischen ist der Besuch bei "den Armen" ein Phänomen, das sich zum Massensport entwickelt. Filme wie "Slumdog Millionär" und "Tropa de Elite" sorgen für Nachschub, tausende Touristen wollen sehen, wo Gewalt und Armut zu Hause sind. Für die Veranstalter sind die Führungen ein gutes Geschäft, für die Slumbewohner sind sie wohl eher eine moderne "Völkerschau". (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 8.8.2012)
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Und einmal mehr denkt man sich, tiefer kann es nicht werden und dann liest man so was ... wer kommt auf die Idee, sich an der Armut und Not anderer zu ergötzen? Tut mir leid, aber nichts anderes ist das für mich! Oder will mir jemand wirklich erzählen, dass es Menschen gibt, die viel Geld ausgeben, um mit dem "Erforschen" der Armut etwas Gutes zu tun? Wenn ich mich für Arme engagieren oder herausfinden will, warum andere Menschen in solch einer Armut leben, mache ich das bestimmt nicht über einen Reiseveranstalter!
Beim Brandtweiner hab ich einen Mörder kennengelernt. Der hat immer gesagt: "Bum zack in die Moschn".
Die 20 Jahre in Stein haben den auf jeden Fall nicht zu einem klugen Mann gemacht.
Ja und wo trifft man sonst noch so waschechte Mörder?
Es ist gut, zu wissen, wie andere leben, es gut zu sehen, was Armut bedeutet, wobei es wichtiger ist, sich - zumindest als ersten Schritt - die Armut im eigenen Land anzuschauen.
Es bringt Verständnis und steigert die Hilfsbereitschaft. Es lehrt, den eigenen relative Reichtum mehr zu schätzen und mit den eigenen Gütern sorgfältiger umzugehen.
Das einzig Negative an dem oben beschriebenen Phänomen sind eigentlich Reiseveranstalter, die aus diesem Interesse Geld machen wollen.
Dabei kann man sich solche Ausflüge normalerweise leicht selbst organisieren, wenn man eine NGO, einen Sozialverein, eine religiöse Gruppe oder einen engagierten Politiker kontaktiert.
Die wollen, dass man sich ansieht, wo und unter welchen Umständen sie arbeiten.
Die Leute gehen hin, schauen es sichan an... und dann freuen sie sich wieder über den "eigenen relativen Reichtum".
Sich nur über die eigene Existenz freuen zu können weil es anderen schlecht geht ist die krautfalsche Lehre die man daraus ziehen kann.
dass es einem nicht schlecht geht.
Schlimm fände ich es, nicht dazu beitragen zu wollen, dass es Anderen auch gut geht.
Ich denke, dass viele, die sich auch einmal anschauen wollen, wie es den Armen dieser Welt wirklich geht, auch bereit sind, in Rahmen ihrer Möglichkeit zu helfen - ja vielleicht sogar mehr und intelligenter, da sie nun ein wenig besser verstehen, wovon die Rede ist.
...wenn man sich das überhaupt anschauen KANN.
Echte Armut bricht einem fast das Herz und man fühlt sich allein angesichts der Digicam in der Tasche, die mehr Wert ist als der gesamte Besitz der Person vor einem, beschämt.
Es drängt sich unweigerlich die Frage auf: Warum ich, und der nicht? Es ist ungerecht.
Ich verzichte seitdem auf ein "Ding" pro Monat das ich mal eben so nebenbei aus Fadesse einkaufe und in Wahrheit eh nicht brauche, und spende das Geld. Wegen meiner Unterstützung kann ein Kind behütet aufwachsen und in eine Schule gehen.
So leist ich meinen kleinen Beitrag zur gerechteren Verteilung.
Was bitte soll an Armut so schlimm sein? Ich hab schon viele Menschen getroffen die noch nie mehr als 50 Dollar besessen haben.
Meistens sind das ja fröhliche Menschen. Wenn man Leut trifft die wirklich in Not sind, dann darf man aber auch mal ein bisschen aushelfen.
Ich kann mit dem komischen europäischen Mitleitsgetue nix anfangen. Die Welt kann ich nicht verändern. Ich kann aber auch Armen Menschen in die Augen sehen und sehe da wirklich nicht nur Elend.
Ich habe echte Freunde in einem Township. Das liegt daran, dass meine Schwester aus religiösem Wahn einerseits und extremen Gutmenschentum andererseits in Afrika lebt. Und der Kontakt zu diesen Menschen kann schon die Perspektive verändern.
Natürlich werden solche "Reisen" kein komplettes Bild vermitteln und es wird auch genügend Zyniker geben, die sagen "ich war dort und habe gesehen, dass es denen eh gut geht". Andere werden aber sehen, was für ein Unterschied es ist bei uns oder anderswo "Arm" zu sein.
Wenn man sich dann noch ein "Reichenghetto" ansieht versteht man vielleicht, dass Wohlstand nur dann funktioniert, wenn man in teilt.
Bei uns wird gerne verdrängt was alles hinter einem T-Shirt um 1€, das eh nicht lang hält, steht.
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