Übergangsrat gibt Macht an Parlament ab

8. August 2012, 18:16

Nationalkongress soll Demokratie vorbereiten

Tripolis - In Libyen liefen am Mittwoch letzte Vorbereitungen für die formelle Machtübergabe des Übergangsrates an die im Juli gewählte Volksvertretung. Wegen des islamischen Fastenmonats Ramadan sollte die Zeremonie am späten Mittwochabend über die Bühne gehen.

Erst in den folgenden Tagen wird das Parlament seine reguläre Tätigkeit aufnehmen. Der 200 Abgeordnete zählende Nationalkongress soll den Übergang zu einem demokratischen Libyen vorbereiten. Der langjährige Herrscher des Landes, Muammar al-Gaddafi, war im vergangenen Jahr nach einem monatelangen Aufstand gestürzt und auf der Flucht getötet worden.

Der Nationalkongress soll in den kommenden Monaten eine Regierung bilden und ein Wahlverfahren ausarbeiten, nach dem das Volk die Verfassunggebende Versammlung wählen kann. Nach der Verabschiedung eines Wahlgesetzes sollen die Libyer im Juli 2013 ein Parlament wählen.

Unklare Mehrheiten

Die Mehrheitsverhältnisse im Nationalkongress sind noch unklar, da 120 der 200 Sitze nicht über Parteilisten vergeben wurden. Die moderate Allianz der Nationalen Kräfte von Expremier Mahmud Jibril erlangte knapp die Hälfte der 80 Parteisitze.

Libyen steht vor großen Herausforderungen. Die neuen Machthaber müssen die zahlreichen bewaffneten Milizen im Land unter ihre Kontrolle bringen und entwaffnen. Experten haben gewarnt, das nach seiner Fläche viertgrößte Land des afrikanischen Kontinents könnte angesichts der Rivalitäten zwischen den Regionen auseinanderfallen. (dpa, red/DER STANDARD, 9.8.2012)

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19 Postings
Nationalkongress soll Demokratie vorbereiten. . .

. . . tippfehler :"sollte nationalkasse" heissen.

die Hälfte der Abgeordneten sind nicht gewählt

da sollte man auch einmal sagen .. zur herbeigemordeten "Demokratie"

Jo, extrem oarg, pfui, buh.

bin ehrlich gesagt überrascht, daß der demokratisierungsprozeß in libyen anscheinend weiter fortgeschritten ist als jener in ägypten.

.....eine der wichtigsten Etappen bei der Demokratisierung....

sagt die Kriegsnachbearbeitungspropaganda.
Währenddessen herrscht in Libyen nicht die Demokratie, sondern die Nacht der langen Messer und absolute Gesetzlosigkeit
Die hunderten Milizen bringen nach Belieben ihnen verdächtig Erscheinende um. Das interessiert aber die humanen Westler nicht. Denn wenn das Regime passt, genügen formale Hülsen, die Demokratie vorspiegeln.

Oje, die Diktatorenliebhaber sind schlechte Verlierer...

für ungeduld und (unbeabsichtigtes) spamming: 'tschuldigung!

die libyer sind froh dass ihnen ein langer bürgerkrieg á la syrien erspart geblieben ist, sie ihren diktator aber trotzdem losgeworden sind.

aufbruchsstimmung und enthusiasmus sind immer noch enorm. weiter so!

Sind Sie derzeit in Libyen? Meine libyschen Freunde sind

wesentlich weniger enthusiastisch.

"Ihr seid jetzt also auch mit den Facebook-Kids zusammen", habe der Diktator herablassend das Gespräch eröffnet [...] Ben Ali und Hosni Mubarak hätten ihr Schicksal verdient, weil sie nicht auf ihr Volk hörten und ihre Söhne als Nachfolger

durchsetzen wollten. "Sagt das den Menschen, erklärt ihnen das", redete er auf seine Besucher ein.
Doch die ließen sich nicht ablenken. Sie forderten in ihrer Gegenrede Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und eine Verfassung. Die junge Generation wolle stärker einbezogen werden in die Entwicklung ihres Landes. Sie brauche Wohnungen, eine gute Ausbildung und und Arbeitsplätze. Gadhafi habe verwundert reagiert. Anders als sonst üblich habe er nicht ständig arrogant in die Luft gestarrt, sondern intensiv zugehört. Trotzdem wischte er ihre Forderungen am Ende vom Tisch. "Alles, was das Volk braucht, ist Essen und Trinken" [...]

http://www.zeit.de/politik/a... rgangs-rat

Sind Sie derzeit in Libyen?

http://www.intelligentpositioning.com/blog/2011... -facebook/

http://www.socialbakers.com/facebook-... tics/libya

-- wenn in diesem hinweis etwas spott mitschwingt, so trifft der zuerst mich selbst. --

früher hast du herumerzählt dass du dort warst, jetzt sinds plötzlich freunde... du solltest dich mal auf was festlegen. :)

keine angst, was libyen betrifft kommen meine infos aus erster hand, direkt von dort. deswegen erkenne ich auch die blöden propagandalügen, die hier immer wieder durchs forum geistern. und ja, optimismus und euphorie halten noch an und nein, g. wünscht sich dort niemand zurück (der hat hier im forum mehr anhänger als in libyen).

ich kann mir deine fanatische gaddafi-unterstützung nicht erklären.

Ich arbeitete 2 Jahre in Libyen (bitte die Zeit beachten) und habe

aus dieser Zeit noch immer Freunde in Libyen.

Und jetzt sind die Freunde traurig weil Sie keine Geldkoffer mehr bringen.

Bei meinen libyschen Freunden ist es ein eher ..

. ambivalentes Verhältnis. Jetzt schon zu jubeln, wäre etwas verfrüht. Die wollen zuerst mal sehen wie die Verfassung aussieht. Grund zur Freude ist in jedem Fall, das es ein Parlament gibt und keinen irren Diktator der über die Geschicke des Volkes entscheidet.

selbstverständlich ist nicht alles eitel wonne und von jubelstürmen ist natürlich auch nicht die rede und auch meine bekannten wissen sehr wohl dass noch viel zu tun ist und es noch bedrohungen, stolpersteine und fallen gibt. aber das gefühl selbst verantwortlich zu sein, das ist immer noch neu und aufregend (sagen die bekannten)
aber wenn ich meine freunde bspw auf milizen und sicherheitslage anspreche dann ist das für die einfach kein großes thema. als zb anfang dieses jahres bei uns groß vom gaddafi-widerstand in bani waleed berichtet wurde war das dort nicht mehr als eine randmeldung ("ja, da war was...")
in diesem forum wird oftmals ein sehr unwahres bild gezeichnet. und zwar von jenen die sehr fanatisch gaddafi verteidigt haben.

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