Taliban kämpfen mit deutschen Waffen

7. August 2012, 19:52

Linksfraktion beklagt mangelnde Exportkontrollen

Berlin - Die deutsche Bundeswehr wird von den Taliban in Afghanistan auch mit deutschen Waffen angegriffen. Wie die Kölner Zeitung "Express" (Mittwoch) unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtet, stellt die internationale Schutztruppe ISAF bei Kämpfen mit Aufständischen regelmäßig Waffen, Sprengstoff und Munition aus deutscher Produktion sicher. Nach einer seit 2009 geführten Aufstellung des Ministeriums habe es sich dabei unter anderem um Maschinenpistolen, Maschinengewehre, einen Mörser sowie ein G3-Sturmgewehr gehandelt. Deutschland sei neben Tschechien das einzige EU-Land, aus dem Waffen in Afghanistan erbeutet worden seien.

Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag, die zu dem Thema eine Anfrage an das Verteidigungsministerium gestellt hatte, beklagte mangelnde Kontrolle bei deutschen Waffenexporten. "Es wird deutlich, dass die deutsche Kontrolle nicht funktioniert. Wenn die Waffen einmal exportiert sind, werden sie in alle Kriege dieser Welt weitergereicht - bis dahin, dass heute deutsche Soldaten gegen deutsche Waffen kämpfen müssen", sagte der Linke-Rüstungsexperte und Vize-Parteichef Jan van Aken der Zeitung. "Länder mit vergleichbarer Rüstungsindustrie wie Frankreich und Großbritannien scheinen kein so großes Kontrollproblem zu haben, denn französische oder britische Waffen wurden nicht bei den Taliban gefunden." (APA, 8.8.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
1 2

Dass diese bösen Buben nicht nur mit den ihnen erlaubten spitzglutschten Hustenzuckerln kämpfen ist generell schon a Frechheit, mit sowas konnte ja keiner rechnen :)

In Wahrheit dürften sich die Deutschen nicht darüber aufregen, erstens ist es ihr Exportgeschäft und zweitens sind die Kugeln nicht gefährlicher als die aus anderen Gewehren.

Im Gegenteil, böse Zungen behaupten ja, dass die AKs nach wie vor am seltensten klemmen.

Waffengeschäfte

... kennen weder Gesetz noch Moral.

Und in welchen Krisengebieten wird mit Handfeuerwaffen.....

..."Made in Austria" herumgeballert? Sicher in nicht weniger Gegeden dieser Welt.

Nur weiter so!

Heute schicken wir Waffen nach Saudi Arabien, damit die Salafisten nicht mit leeren Händen nach Syrien kommen.
Sollten sie tatsächlich die Regierung zum Rückzug zwingen, dann stehen dort viele Jahre ethnische und religiöse Kriege ins Haus.
Wenn sich heute die europäischen Waffen gegen die syrische Armee richten, dann tun sie es vielleicht in einigen Jahren gegen UN-Friedenstruppen.

Nicht groß rumlamentieren sondern einfach aus Afghanistan abziehen. "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" so ein Schwachsinn. Unser Wohlstand wird vielleicht gesichert durch Ressourcenklau sonst aber auch nix.

welche Ressourcen gibt es denn in Afghanistan?

schön!

wird Zeit, dass sich jemand drum kümmert!

sehr interessant... auch im bezug auf österreich

http://workshop.chromeexperiments.com/projects/armsglobe/

Made in Germany ist eben - auch hier - noch immer ein Qualitätsbegriff.

Und mal ernsthaft, will irgendwer, wenn er das Original bekommen kann, einen chinesischen Nachbau????

Warum darf der Hr. Taliban nur mit bestimmten Waffen kämpfen?

Säbeln höchstens!

vielleicht sollte der drittgrößte waffenexporteur der welt seine produkte klarer kennzeichnen: dieses erzeugnis darf ausschließlich auf nicht-deutsche ziele angewendet werden.

Vielleicht

sollten Sie angesichts des größten Ausrüsters der syrischen Armee mal etwas kleinlauter werden.

dann müßtens, ob ihrer faktenkenntnis, still sein.

Sie meinen...

die Österreicher?

die deutschen jammern herum, nachdem sie ihre waffen verscherbelt haben. eine gewisse naivität in ihrer einschätzung der "spielverderber" kann man da nicht verheelen.

Der Vertrag von Den Haag, vom 10.9.1785, zwischen USA und Preussen [ http://archive.org/stream/re... 1/mode/1up ] besagt in seinem Artikel XIII., dass dann,

wenn eine der beiden Vertragsparteien im Krieg ist, die andere trotz aufrechter Neutralität an den Feind der einen Waffen liefern darf.

Eine sonderbare Bestimmung, die grundlegenden VVölkerrechtsprinzipien zuwiderläuft und daher einer Prüfung unterzogen werden muss.

Die Taliban kämpfen mit allen Waffen..

...die sie in die Hände bekommen! Bei Kampfeinsätzen werden Waffen auch oft aufgegeben bzw. von Gefallenen erbeutet. Dass deutsche Waffenfirmen jetzt die Taliban beliefern wie hier vom "grünen Rüstungsexperten" unterstellt wird ist einfach nur Humbug. Die Taliban kämpfen auch mit amerikanischen Waffen gegen die Amerikaner und haben auch mit russischen Waffen gegen die Russen gekämpft...so what! Krieg ist nunmal Scheisse!

Kleine Korrektur

Die Taliban kaempften mit Waffen aus amerikanischen Lieferungen gegen die Russen, jetzt kaempfen sie mit Waffen aus russischer und vor allem anderer Quellen gegen die Amis. Herstellerland ist nicht Unterstuetzerland. die bekommen den groessten Scheiss der verfuegbar ist, bezahlt wird. zum Glueck. AK47 gibts auf dem halben Planeten zum Verschleudern, Ladehemmungen inkl. Da wird alles zusammengetragen was da ist, Qualitaet egal. Funktionierts nicht, gibts 72 Jungfrauen als Geschenk.

Das zeigt das du die Problematik nicht verstehst.

Die Schweiz hat an die VAE geliefert. Kurz danach tauchten viele dieser Waffen in Libyen auf.

Das war aber von der schweizer Regierung nicht autorisiert worden.

Die Amerikaner haben..

..die irakische Polizei mit Glock Pistolen ausgestattet von denen viele ihren Weg in kriminelle Hände gefunden haben. Die österreichische Regierung hat das aber gar nicht autorisiert...Waffen können gestohlen, erbeutet oder von sympatisierenden Regimen an Leute verhökert werden, für die diese Waffen ursprünglich nicht vorgesehen waren. Was gibt es daran nicht zu verstehen?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.