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vergrößern 500x273Eva Glawischnig spragelt sich ab. Fünfeinhalb Wochen lang tourt die grüne Chefin quer übers Land. Sie durchradelt Täler, erklimmt Berge, sucht bei Brettljausen, Sommerfesten oder Grillabenden den Kontakt zu ihren Wählern - und natürlich die Aufmerksamkeit der Medien.
Nun hat Glawischnig die ersehnte Schlagzeile, doch die Schlagseite ist die falsche. "Grünen-Chefin als Auto-Raserin" titelte Heute, von einer "wilden Dienstfahrt" berichtet die Krone. Mit 160 km/h soll ihr Dienstwagen auf der A2 Richtung Süden gesichtet worden sein. Ein anderer Autofahrer hatte das auffällige, weil grasgrüne Fahrzeug gefilmt.
Viel beweist das verwackelte, auf Youtube verewigte Video nicht. Es zeigt den Opel, der offenbar auf der linken Spur drängelt, aber keinen Beleg für das Tempo - die Szene könnte sich genauso gut bei 130 abspielen. Gefahren ist ohnehin nicht Glawischnig selbst, sondern ihr Chauffeur.
Doch letztlich sind die Unklarheiten nebensächlich. Glawischnigs Sommertour wird sich in vielen Köpfen als Rowdyfahrt einbrennen, da kann sie noch so viele Hände schütteln. Der Vorwurf der Doppelmoral verfängt eben: Eine grüne Politikerin, die Autofahrer mit Tempo-30-Zonen drangsalieren will, aber selbst als Raserin auffliegt, hat in den Augen der Allgemeinheit Wasser gepredigt und Wein getrunken.
Wie können Politiker aus solch einer PR-Bredouille wieder rauskommen? Experten empfehlen allesamt die gleiche Grundregel. "Fehler zugeben und Asche aufs Haupt", rät der Politikberater Thomas Hofer, "Never lie!", der Politologe Peter Filzmaier. Auch der Kommunikationsstratege Lothar Lockl, einst selbst bei den Grünen, hält "Fakten auf den Tisch" für lohnender als das beliebte Durchtauchen: "Mut, Fehler einzugestehen, wird durchaus honoriert."
Mea culpa statt Herumeiern
Das Kalkül: Wer herumeiere, leugne, Ausflüchte suche, bausche eine blöde G'schicht oft noch weiter auf, zumal Gegner und Journalisten nachbohren können. Ein zerknirschtes Bekenntnis à la "Das darf nicht mehr vorkommen" biete hingegen - sofern das "Vergehen" nicht zu schwer ist - wenig Angriffsfläche. "Am besten, man macht ein bisschen mehr gut als erwartet wird", sagt Hofer: "Glawischnig sollte sich tunlichst nicht mehr in dieses Auto setzen, sondern den Bus nehmen."
Ein halbes "Mea culpa" haben sich die Grünen abgerungen, dieses aber gleich auch relativiert. Ja, der Wagen sei "flott unterwegs" gewesen, weil es Glawischnig halt eilig gehabt habe, doch niemals mit 160 - da hätte der Chauffeur den Opel Ampera, ein Elektroauto, schon bis zur Höchstgeschwindigkeit hochtreiben müsse. Überhaupt sei der Zeuge als FPÖ-Sympathisant unglaubwürdig. Aber "eine geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitung" sei "nicht auszuschließen".
Anhand des Wörtchens "geringfügig" ließe sich, wenn die Kärntner Skandale nicht alles überdeckten, schon eine unliebsame (Sommerloch-)Debatte anzetteln, sagt Filzmaier: "Welche geringfügigen Gesetzesverstöße tolerieren die Grünen denn so? Tempo 150? Zeitung klauen am Sonntag? Die Putzfrau nicht anmelden?"
In grünen Kreisen kursiert mittlerweile eine spaßiges Kontra-Video, das ein Rallyeauto in mörderischem Tempo zeigt - "Glawischnig bei der nächsten Sonderprüfung". Doch der PR-Profi Josef Kalina warnt davor, Affären wie diese nicht ernst zu nehmen. So ungerecht Politiker eine Punzierung auch empfinden mögen: "Man bekommt sie kaum noch weg."
Als SPÖ-Sprecher hatte Kalina mit Alfred Gusenbauer einen Parteichef betreut, der sich das für seine politische Färbung fatale Image des luxusverliebten Prassers eingetreten hatte. Legendärer Fauxpas: Am Höhepunkt einer Debatte um eine harte Pensionsreform, brillierte Gusenbauer im Profil mit einer mehrseitigen Besprechung über exquisite Weine und passende Gaumenfreuden.
Ähnlich stark in Sachen Selbstbeschädigung: Fritz Verzetnitsch, der als Gewerkschaftsführer im City-Penthouse wohnte.
Politiker müssten höllisch aufpassen, sagt Kalina, der in der Raser-Affäre an keinen Zufall glaubt: "Dass ein FPÖler ihrem Auto nachfahren könnte, hätten sich die Grünen denken können." (Gerald John, DER STANDARD, 8.8.2012)
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Angeblich radelt die Glawischnig lt. Grünen Seite!
"Anstrengend war aber nicht nur die 15km-Radfahrt am Rande der Weinberge zwischen Weißenkirchen und Krems, sondern auch die gesamte Sommertour fordere sie schon einigermaßen, gestand Glawischnig."
Will die ÖVP durch mittels Datensicherung oder mit dem Verhindern von direkter Dekokratie die Grundrechte der BürgerInnen beschneiden schweigt die Krone - ist ein Auto einer unbequemen Partei unbwiesen etwas zu schnelll am Weg gibt es eine Schlagzeile. Das kommt mir schon " verdächtig" vor.
Und wenn das Standard schweigt, was sehr oft der Fall ist, dann berichten halt die anderen Zeitungen. Das Standard schweigt aber oft mehr wie dieser Schweigekanzler. Deswegen ein Tipp. Auch wenn es schwer fehlt, es gibt auch andere Nachrichtenquellen wie das provinzielle Zentralorgan der zersplitternten Linken, Parteiorgan der Grünen, und Sprachrohr der christophoben Bevölkerung.
hab mir das video dieser überwachung angesehen.
uns vom BÜS kann sie nie mit 160 bedrängt haben, da wir auf der a2 meist schneller als diese geschwindigkeit unterwegs sind. unser auto verbraucht dabei gute 12 liter, der umwelt zuliebe.
mfg, ihr büs
bitte um rote Striche von allen, die (Hand aufs Herz) bei uns bei guten Strassenverhältnissen noch nie 150 auf der Autobahn gefahren sind (nicht mit dem Radl, mit dem Auto).
Meine Erfahrung: in Deutschland passt man viel besser auf und ist viel konzentrierter (160 mit Tempomat geht auf manchen Autobahnen locker), die Unfallgefahr steigt bei uns massiv an. Neulich knapp vor Graz: einer mit 125 auf der Überholspur (dritte Spur), geht nicht weg (war wohl so ein Fundi), massenweise Reaktion: rechts vorbeifahren, na was denn sonst....und wären Polizisten in der Nähe gewesen, hätt ich angehalten und darum gebeten den Hirschen rauszufischen.
man sehe sich das Video an - meines Erachtens eindeutig eine Art Stau bei dem sich alle mit höchstens 90 kmh bewegen (siehe entgegenkommenden LKW)...
Aber die Krone will anscheinend von den vielen rechts der Mitte angesiedelten Skandalen ablenken, man möchte sichs ja weiter mit allen gut stellen (und da gehören scheinbar Unterstellungen dazu damit die anderen nicht gar so schlecht dastehen) ...
Ich bin der Meinung, die Postings stammen generell von selbst denkenden Menschen, die auch fähig sind, die Partei kritisieren zu können, der sie am nähesten stehen, wenn es notwendig ist. Und nicht einfach nur mitlaufen und alles mittragen, was irgendwer da oben sagt und macht.
Ich kann den Grünen als auch den Blauen manchmal was abgewinnen, aber mit Kritik kann ich bei beiden nicht sparen, was da oft gegen den Strich geht...
ich mag die grünen nicht aus diversen gründen, aber egal...
... denn es ist überhaupt lächerlich so ein verwackeltes video als beweis für irgendwas zu nehmen! das könnten 60 aber auch 200 km gewesen sein...
... der wirkliche "verbrecher" ist für mich der filmer, der mindestens genauso schnell gefahren ist UND dabei noch mit einer hand eine kamera gehalten hat!
Mit dieser Parkpickerl-Geschichte hat sich das demokratische Verständnis dieser Partei sowieso offenbart.
Vorher etwas entscheiden und danach pro forma das Volk "entscheiden" zu lassen, sagt doch schon alles.
PS: Ich bin sogar für die Parkraumbewirtschaftung, aber NICHT so.
Es muß doch wirklich fad sein in Österreich, wenn die Medien sich auf den aufgeblasenen Sch..... dranhängen, daß der Fahrer der Eva G. einmal zu schnell gefahren ist, das ist wohl die einzige Chance, daß man den Grünen eins auswischen kann.
Hätten wir doch nur mit den anderen Parteien auch solche Probleme.
dass das wiedermal ein Beispiel für "Wasser predigen, Wein trinken" der Grünen ist, sollte man außerdem auch kritisieren, dass sie mit einem Elektroauto rumfährt (viel wie man laut ihrer Tour entnehmen kann).
Erst vor kurzem gelesen:
"Ohne den Ausbau von Erneuerbaren Energien liegen die Gesamtemissionenvon Plug-In-Hybrid- und batterieelektrischen Pkw im Jahr 2030 16 % bzw. 17 % über dem Emissionsniveau eines konventionellen Benzin-Pkw."
Aber für die Grünen kommt ja der Strom anscheinend eh aus der Steckdose, gleich wie das Geld aus dem Bankomaten.
Das bei Strom aber auch immer Atomstrom und gewonnener Strom aus Kohlekraftwerken etc. kommt, auf die Idee ist von denen noch keiner gekommen.
...zu singulär. die frage müsste lauten: ist es ökologisch sinnvoller für die 6 mio autos die leistung zentral via kraftwerke zur verfügung zu stellen, oder individuell zu praktisch 100% über öl & gas zu verbrennen
warum fährt die glawischnig mit dem auto, wenn es mit s-bahn genauso schnell geht ?
ja, so schnell kann man aus dem volksnähe-geplänkel einen pflanz für sämtliche pendler machen.
vom fehlenden sicherheitsabstand der radhysteriker ganz abgesehen - was die auf der autobahn aufgeführt haben, war schlicht gefährlich und menschenverachtend.
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