Pia Sundhage - geprägt vom Kampf um Anerkennung

Kopf des Tages | Kevin Bell, 7. August 2012, 17:45

Pia Sundhage steht wie keine andere für die Entwicklung des professionellen Frauenfußballs

Dass sich Japan am Donnerstag im Finale des erst fünften olympischen Frauenfußballturniers gegen die Titelverteidigerinnen aus den USA um Gold bemühen dürfen, verdanken Homare Sawa und Kolleginnen auch deren Trainerin Pia Sundhage. Die 52-Jährige, seit 2007 für das US-Team verantwortlich, steht wie keine andere für die Entwicklung des professionellen Frauenfußballs. Das Finale im ehrwürdigen Wembley ist für die gebürtige Schwedin aber nur ein Zwischenschritt.

Von der großen Fußballbühne konnte Sundhage nur träumen, als sie als Jugendliche in ihrer Heimatgemeinde Ulricehamn in den Sportverein eintrat. Prägend für die Karriere der Stürmerin war das erstes Länderspiel, das nur über zweimal 35 Minuten ging. Die ambitionierte 15-Jährige und ihre Kolleginnen hätten ihre englischen Konkurrentinnen lieber 90 Minuten lang gefordert. Damals, sagt Sundhage, habe sie erkannt, dass es eines Kampfes um Anerkennung bedürfe. "Und dann haben wir erst für die Weltmeisterschaft und dann für Olympische Spiele gekämpft", sagte die 146-fache Internationale anlässlich der WM 2011 in Deutschland der "FAZ".

Als Aktive nahm Sundhage selbst 1991 und 1995 an den ersten beiden, vom Weltverband Fifa organisierten, Weltmeisterschaften teil. Ebenso stürmte sie anlässlich des ersten Olympia-Auftritts der Fußballerinnen 1996 in Atlanta.

Sundhage, die Mannschaften auf drei Kontinenten coachte, ließ erst unlängst mit der Vision aufhorchen, dass Frauen durchaus Herrenmannschaften trainieren könnten. "Frauen werden den Männerfußball voranbringen", sagte sie.

Mit ihren Ambitionen steht die Schwedin seit langer Zeit bei weitem nicht alleine da, als Mitglied einer Protestbewegung fühlte sie sich aber nie. Ihre Karriere sei eben geprägt gewesen vom "Kampf um Anerkennung für unseren tollen Sport". Die Sorge, die sie als Sechsjährige aufs Feld begleitet hatte, nämlich das einzige Mädchen zu sein, das Fußball spielt, ist längst vergessen. (Kevin Bell, DER STANDARD, 8.8.2012)

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24 Postings

Ich kenne sehr viele sehr aktive Fußballfans, die Abos haben, auch zu Ländermatches (auch Auswärtsfahrten) gehen und manche davon gehen auch gelegenlich in untere Ligen zu Spielen. Die interessieren sich auch stark für ausländischen Fußball und verfolgen regelmäßig die Spiele und Ligen aus D, I, E und GB. Aber für Frauenfußball interessiert sich davon niemand, nicht einmal einer.
Frauenfußball hat noch einen sehr weiten Weg vor sich. In Österreich müssten viel mehr Mädchen zum Fußballspielen gebracht werden, um die Väter als Fans zu gewinnen. Weiters sollte der Frauenfußball sich wie bei Tennis, Beachvolleyball, usw. als Nebenevent zum Männersport organisieren um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

frauenfußball ist vielleicht gar nicht immer von so geringer qualität. frauenfußball ist aber unendlich fad!
daher auch kaum zuseher, kaum sponsoren und damit naturgemäß auch geringes medieninteresse.

ansichtsache. aber ich möchte es verstehen, also: Warum unendlich fad?

das Halbfinale USA gegen Kanada gesehen? In der 123ten Minute das siegestor von USA. also ich bin knapp am Herzinfarkt vorbeigerannt. :)

Frauenfußball gehört abgeschafft.

Danke

Also erstens einmal danke für die Artikel über Frauenfußball!
Ich finde es sehr schade, dass der Frauenfußball Medientechnisch generell auf kleiner Flamme gehalten wird. von den seltenen Übertragungen im Fernsehen mal ganz zu schweigen.Und jetzt kommt mir bitte keiner mit dem Argument, dass Männerfußball qualitativer wäre.

Als USWNT-fan bin ich sehr froh durch Olympia wieder mehr von den Mädels zu hören.
Das Finale kann kommen.

wer sich für die frau mehr interessiert... die faz brachte vor einem jahr ein lesenswertes interview mit ihr

http://www.faz.net/themenarc... 15462.html

Anerkennung hin, Anerkennung her

es nützt nichts, wenn das Interesse trotz versuchten hypens, derartig gering ist. Wo kein Interesse, da keine Sponsoren.
So einfach!

ja,

ist das genaue Gegenteil zum Beachvolleyball- dort ist es für Frauen-Teams leichter Sponsoren zu finden und die Tribünen sind voll wenn die Frauen-Teams spielen. Vielleicht sollte das mal die Funktionäre und Funktionärinnen zum nachdenken anregen.

Sie spielen auf die Bekleidung der Spielerinnen beim Beachvolleyball an und glauben, das wäre die Ursache, dass dieser Frauensport sich leichter tut. Da irren Sie sich aber. Eine unbequeme Tatsache ist, dass sich Frauensport vor allem dort leicht tut, wo er als Neben-Event zum Männersport dient. Das ist beim Beachvolleyball und beim Tennis so, aber auch bei den olympischen Spielen.
Es ist ganz einfach, wenn man die Frauen-Fußball WM gleichzeitig und am gleichen Ort wie die Herren-WM veranstaltete, hätte sie wesentlich mehr Zuschauer.

die "einfache" Schlussfolgerung...

...wäre, dass die Fußballerinnen bitte nur mehr in knappen Höschen und Bikinis spielen dürften.

Und dafür würde es - berechtigterweise - Zitronen hageln...

Warum sind eigentlich so viele Fußballerinnen lesbisch?

warum sind so wenig Fußballer offen schwul?

Weil sie es satt haben vom Partner ständig ihre Arbeit erklärt zu bekommen (Stichwort Abseits...).

Aus dem gleichen Grund, wieso so wenige Leistungssportlerinnen hetero sind.

Ihr täuscht euch

es gibt gerade mal drei oder vier sportler/innen bei den olympischen spielen welche offen zugeben 'homosexuell' zu sein.
alle anderen sind somit als hetero einzustufen.

Hat ungefähr gleich viel zu bedeuten, wie wenn ein Politiker behauptet unbestechlich zu sein...

Homosexualität ist in unserer Gesellschaft noch lange nicht akzeptiert, das gibt nur der oder die zu, wo es eh schon alle wissen.

stimmt es sind nicht viele in der Öffentlichkeit geoutet und es gibt sicher einige die es trotzdem sind. Von einigen weiß man es je irgendwie trotzdem. Na und? Who cares?

Allerdings ist doch das wichtigste Thema der Olympia der Sport oder etwa nicht?

Toleranz ist beim Frauenfußball aber definitiv höher als bei den Männern.

Aha - und der undeklarierte Zustand ist automatisch 'hetero'?

Grüss Gott...

...frau rosenkranz!

OK

beide san in ihrm Job ziemlich verbissen, tragen GRau und san genetisch Frauen.
Des wars aber auch schon mit der Ähnlichkeit.

schon angeduedelt?

Die Frau sieht auch wie Rosenkranz ihre Zwillingsschwester!

Kennen Sie etwa das Ergebnis vom Sehtest von Fr. Rosenkranz' Zwillingsschwester?

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