Österreich ist führend bei Abfallbewirtschaftung

7. August 2012, 17:12
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In 16 von 18 Kategorien hat Österreich die höchste Punktezahl - Größte Versäumnisse in Griechenland, Bulgarien, Malta, Litauen, Rumänien und Zypern

Brüssel - Österreich ist neben den Niederlanden laut einer aktuellen Studie der EU-Kommission führend bei der Abfallbewirtschaftung. Von der Brüsseler EU-Behörde untersucht wurden etwa die Gesamtabfallverwertung, die Kosten der Abfallentsorgung und Verstöße gegen das EU-Recht, wie die Kommission am Dienstag mitteilte. Die größten Versäumnisse ortet die EU-Kommission in Griechenland, gefolgt von Bulgarien, Malta, Litauen, Rumänien, Zypern und Lettland. Diese Länder haben laut der Studie schlechte Abfallvermeidungsstrategien, mangelnde Anreize für den Verzicht auf Deponien und eine unzulängliche Abfallinfrastruktur.

In 16 von 18 untersuchten Kategorien erhielt Österreich die höchste Punktezahl. So bekam Österreich etwa Bestnoten für das Vorhandensein eines eigenen Abfallvermeidungsprogramms, für Material-Recycling und Kompostierung, Energierückgewinnung aus Siedlungsabfällen, für Vergrabung, Ablagerung und Verbrennung, für eine landesweite Regelung zum Verbot und zur Beschränkung der Ablagerung von Siedlungsabfällen auf Deponien sowie für das Vorhandensein einer Abfallgebührenerhebung nach dem Verursacherprinzip.

Zugang gut

Außerdem sehr gut bewertet wurden der Zugang zu Müllabfuhrdiensten, die Kapazität zur Behandlung von Siedlungsabfällen im Sinne des EU-Rechts, die Vorausschätzung des Siedlungsabfallaufkommens, die Erfüllung der Auflagen der Deponie-Richtlinie und die geringe Zahl von Verstoß- und Gerichtsverfahren nach der EU-Abfallrahmenrichtlinie und der EU-Deponie-Richtlinie.

Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, die Niederlande und Schweden weisen laut der Studie umfassende Müllabfuhrsysteme auf und lagern weniger als fünf Prozent ihrer Abfälle auf Deponien ab. Als unzureichend wurde in Österreich nur die Entkoppelung des Abfallaufkommens vom Verbrauch gewertet.

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik zeigte sich vom Ergebnis der Untersuchung alarmiert. "Die Ergebnisse dieser Bewertung bestätigen meine schlimmsten Befürchtungen. In vielen Mitgliedstaaten werden riesige Abfallmengen noch immer auf Deponien - das ist die schlechteste Option - abgelagert, und dies, obwohl durchaus bessere Alternativen existieren und zur Finanzierung besserer Optionen Strukturfondsmittel zur Verfügung stehen", kritisierte Potocnik. "Wertvolle Ressourcen werden vergraben, potenzielle wirtschaftliche Chancen werden vertan, im Sektor Abfallbewirtschaftung werden keine Arbeitsplätze geschaffen und die menschliche Gesundheit und die Umwelt leiden. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage lässt sich dieser Zustand kaum rechtfertigen."

Die EU-Kommission schätzt, dass bei vollständiger Umsetzung des Abfallrechts der EU schätzungsweise 72 Mrd. Euro im Jahr einzusparen wären, die Jahresumsätze der EU-Abfallbewirtschaftungs- und -Recycling-Sektoren um 42 Mrd. Euro zu steigern wären und bis 2020 über 400.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. (APA, 7.8.2012)

  • Symbolbild Mist.
    foto: ap/martin oeser

    Symbolbild Mist.

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