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Der marode Innsbrucker Stadtsaal mit seinem spröden Charme der 1950er, dessen Schicksal längst besiegelt ist, darf jetzt, kurz vor seinem endgültigen Aus, noch einmal erstrahlen. Für das Festival der Träume werden Saal und Foyer zur Kulisse des Hotel Clownifornia. Es wird keine Nobelherberge, sondern ein einfaches, dafür umso charmanteres Etablissement, in dem ab 7. August die Crème de la Crème der internationalen Clowns und Spaßmacher absteigen. Erwartet werden exzentrische Gäste, Trickdiebe, Magier und eine Großmutter auf Sporttrip.
Dem Hotel als omnipräsenter Direktor und dem Festival als Regisseur steht der Clown Peter Shub vor. Für die sich über drei Wochen erstreckende und in drei Teile gliedernde Show hat sich Shub den Comedian Edouard Neumann und Cal McCrystal, Regisseur mit Cirque-du-Soleil- und Hollywood-Erfahrung, als Einflüsterer geschnappt. Und so beginnt die Show beim Check-in an der Rezeption. Ein Taschendieb (Christian Lindemann) wird durchs Foyer flanieren und den Besuchern Schmuck und Geldbörsen fladern. Für Heiterkeit sorgen werden u. a. Barry Lubin, Clown des New Yorker Big Apple Circus, als schrullige Seniorin mit Perlenkette und Lockenperücke und der ukrainische Komiker Housch-Ma-Housch mit seinem kunstvollen Haupthaar.
Im Restaurant, dem öffentlichen Raum des Sehens und Gesehenwerdens, wo man gustiert, schlemmt und völlert, wird man beispielsweise auf Gesichtsakrobat Joel Jeske treffen, dessen Miene von Buster Keaton bis Groucho Marx spielt. Den Speisesaal in ein Tollhaus verwandeln werden die Akrobaten von Zahir Circo. Das Trio turnt, tanzt und springt auf, über und unter den Tischen. Und schließlich das Hotelzimmer, der intime Raum, in dem durch hellhörige Wände das Quietschen und Knarzen von Matratzen so einiges erahnen lässt. In diesem Fall ist es atemberaubende Akrobatik des So&So Theaters. (dns, DER STANDARD, 8.8.2012)
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