Salzburg und der Kunstdiskurs

7. August 2012, 17:11

Vortrag und Gespräche über architektonische, soziale und kommunikative Barrieren, die den Zugang zu Kunst "behindern"

Spätestens mit der Avantgarde am Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Auseinandersetzung mit Form und Inhalt sowie den Produktionsbedingungen von Kunst. Neben den Museen gehören Galerien, Ateliers und Großausstellungen, aber auch Zeitschriften, Universitäten und Wirtschaftsunternehmen oder Privatsammler zu den Instanzen im Kunstsystem. In der ökonomischen Tausch- und Mehrwertlogik des Kapitalismus muss der Warencharakter von Kunst siegen - natürlich wird er mit ästhetischem "Tand" dekoriert. Schon Pierre Bourdieu analysierte Kunst als Statussymbol mit der Funktion eines gesellschaftlichen Unterscheidungssystems. Dadaisten und Futuristen forderten die Zerstörung von Kunst und Museen, andere Bewegungen thematisierten eigene Produktionsbedingungen - was zur Ausweitung des Kunstbegriffs führte. Zu diesen prinzipiellen Überlegungen kommen architektonische, soziale und kommunikative Barrieren, die das Publikum "behindern". Das meint auch die Leiterin der Galerie 5020, Hildegard Fraueneder, der es zu verdanken ist, dass diese Fragen jetzt erörtert werden. Aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums kuratierte sie die Schau "Demnächst. Orte für werdende Kunst" (bis 1. 9.), die den Themenkomplex "Institutionskritik" künstlerisch untersucht. Am Donnerstag sorgt Martin Fritz für die theoretische Fundierung, im Vortrag "Die Kette um den Tempel - Der lange Weg zu offenen Häusern". (dog, DER STANDARD, 8.8.2012)

Galerie 5020, Vortrag & Gespräch: 19.30. 0662/ 84 88 17. Ausstellung: Di-Fr 14.00-18.00, Sa 11.00-14.00

 

 

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.