Warum der Libor-Skandal uns alle angeht

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In seinem neuen Videoblog erklärt Michael Hart, warum der Libor-Skandal ein Zeichen dafür ist, dass sich etwas an der Bankenkultur und der Erwerbstruktur ändern muss

Die Banken haben den Libor Zinssatz - ein rein hypothetisches Konstrukt - willentlich und zum eigenen Nutzen manipuliert. Diese Manipulation schadet nicht nur jenen Banken, die Geld "zu billig" verborgt haben und nicht ausreichend für das Risiko, das sie damit aufgenommen, haben entschädigt wurden. Der Liborsatz wurde ja nicht nur nach unten, sondern in beide Richtungen manipuliert.

Das schadet sowohl den Privaten, die Anleihen, deren Zinssatz an Libor gekoppelt sind, gekauft haben, als auch zahlreichen Pensions-und Vorsorgefonds und damit auch der breiten Masse der Sparer. Das zugrunde liegende Problem ist die Entwicklung einer Kultur, die das Bankengeschaeft als reinen Selbstbedienungsladen betrachtet. Daher kann die notwendige Reform auch nicht einfach bei einer neuen "benchmark" halt machen: Es muss sich auch etwas an der Bankenkultur und der Erwerbstruktur in dieser Branche ändern. (Michael Hart, derStandard.at, 7.8.2012)

Michael Hart, 43, ist Ökonom und Marktstratege, ausgebildet an der London School of Economics und der Columbia-Universität. Er lebt nach einigen Jahren in New York derzeit in London. Er hat für verschiedene Investmentbanken gearbeitet sowie für die öffentliche Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und das unabhängige Forschungsinstitut Roubini Global Economics. Hart tritt regelmäßig bei CNN, CNBC und Bloomberg Television auf und publiziert in einschlägigen Fachmedien. Seine jüngsten Analysen und Kommentare finden Sie unter www.macroathart.com.

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