Warum der Libor-Skandal uns alle angeht

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7. August 2012, 17:19

In seinem neuen Videoblog erklärt Michael Hart, warum der Libor-Skandal ein Zeichen dafür ist, dass sich etwas an der Bankenkultur und der Erwerbstruktur ändern muss

Die Banken haben den Libor Zinssatz - ein rein hypothetisches Konstrukt - willentlich und zum eigenen Nutzen manipuliert. Diese Manipulation schadet nicht nur jenen Banken, die Geld "zu billig" verborgt haben und nicht ausreichend für das Risiko, das sie damit aufgenommen, haben entschädigt wurden. Der Liborsatz wurde ja nicht nur nach unten, sondern in beide Richtungen manipuliert.

Das schadet sowohl den Privaten, die Anleihen, deren Zinssatz an Libor gekoppelt sind, gekauft haben, als auch zahlreichen Pensions-und Vorsorgefonds und damit auch der breiten Masse der Sparer. Das zugrunde liegende Problem ist die Entwicklung einer Kultur, die das Bankengeschaeft als reinen Selbstbedienungsladen betrachtet. Daher kann die notwendige Reform auch nicht einfach bei einer neuen "benchmark" halt machen: Es muss sich auch etwas an der Bankenkultur und der Erwerbstruktur in dieser Branche ändern. (Michael Hart, derStandard.at, 7.8.2012)

Michael Hart, 43, ist Ökonom und Marktstratege, ausgebildet an der London School of Economics und der Columbia-Universität. Er lebt nach einigen Jahren in New York derzeit in London. Er hat für verschiedene Investmentbanken gearbeitet sowie für die öffentliche Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und das unabhängige Forschungsinstitut Roubini Global Economics. Hart tritt regelmäßig bei CNN, CNBC und Bloomberg Television auf und publiziert in einschlägigen Fachmedien. Seine jüngsten Analysen und Kommentare finden Sie unter www.macroathart.com.

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danke für die super erklärung!!

.. aber:
ich bin jetzt überhaupt nicht zuversichtlich, dass sich "von alleine" an der bankenkultur und der erwerbsstruktur etwas ändert, sondern es braucht klare regelvorgaben und eine starke aufsicht.
das was sich "gesinnungsmäßig" ändern muss, ist der "marktglaube", begonnen in wisschenschaft bis zur politik bis in die banken selbst (aber dort sieht man das ganze scheinbar ohnehin realistischer, bzw. "pragmatischer" -- ähem)

noch zwei fragen (vielleicht hat ja jemand lust zu antworten bzw was dazu zu sagen ..)
gibt es hinweise auf manipulationen nach oben?
ein wichtiger zusammenhang sind auch die derivate die sich auf den libor beziehen - wenn da klagen kommen - sind da die folgen absehbar?

Das ganze Finanzsystem ist ein Witz!

Es zählen nicht die realen Werte, sondern die Einschätzungen der Ratingagenturen und die Erwartungen der Analysten. Das ist krank und pervers zugleich!

Kleines Bespiel:

Apple macht gerade massiv Gewinn, aber bleibt leicht unter den (extrem hohen) Erwartungen der Analysten. Folglich fällt der Kurs der Apple Aktie um fette 5%! Für Normaldenkende ein Witz, weil die leicht nachlassenden IPhone-Verkäufe ja daran liegen, dass bald ein neues Modell rauskommt. Aber steht halt nicht in den Excel Sheet der Analysten.

Volker Pispers bringt es perfekt auf den Punkt:

http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY

Hätte

Bolt in jedem seiner Rennen den dritten platz erreicht, wäre er immer noch Weltklasse. Aber aufgrund der ihnen zugänglichen Infos vor Olympia wären sie enttäuscht und würden ihn nun schlechter Raten.

Ersetze bolt mit Apple,
Olympia mit Apples Geschäftszweigen
Platzierung mit gewinn

Offensichtlich haben die Anleger nicht auf die klugen Analysten gehört, weil Apple gestern die 600 Mrd Dollar Marke knackte.

Apple

Kurs von 648
All Time High.

schlechtes Beispiel

der Apple Hype ist vorbei - momentan macht Samsung das große Geschäft!

Meine ganz persönliche Meinung (ich habe selber ein Samsung Handy):

1.) Das Problem von Samsung ist die fehlende Kreativität. Die sind Weltmeister im Kopieren aber Apple hat zweifelsohne die kreativsten Köpfe der Branche im Team.

2.) Samsung will nur neue Produkte verkaufen und läßt ohne Hemmungen Kunden im Regen stehen, die z.B. eine alte Android Version haben. Klingt jetzt kleinlich, aber so etwas verärgert die Leute.

3.) Apple Produkte setzen die Messlatte (z.B.: Retina Display, Form und Größe) und haben einen großen Vorteil: Sie haben sehr geringen Wertverlust.

4.) Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und besser einmal abwarten welche Produkte von Apple kommen.

sie glauben analysten verstehen excel? sie sind ein humanist und optimist.

die einzige fähigkeit eines analysten ist die der multiplikation, vor allem der großen zahlen. alles andere ist zu schwierig

Schon wieder 9 Minuten verschwendet

bin mir nicht sicher, ob der nur versucht, das Thema verständlich zu machen, oder ob er wirklich nicht mehr davon versteht.
Abgesehen davon, dass hier schon eine Manipulation und damit ein Tatbestand vorliegt: Weh tut das den Privatkonsumenten nicht. Die wenigen Basispunkte gehen in Rundungen etc. unter.

und was soll das blabla mit "Erwerbsstruktur"? Am Ende der langweiligen 9 Minuten kommt genau 1 Satz "Und die Erwerbsstruktur muss sich auch ändern". Was meint er mit "Erwerbsstruktur"? Wieso muss sich das ändern? Wie ändern? Neuer Endzustand?

Mein Änderungsvorschlag: Die korrupten Banken ausräuchern.

Guter Blog - weiter so!

ich hör mir dieses selbstgerechte geschwafel sicher nicht an. mir ist noch schlecht von ihrem ersten beitrag, in dem sie kinderarbeit als bedingung für soziale gerechtigkeit fordern.

guter blog, gefällt mir.

Ob er die Powerpoint-Präsentation selbst gemacht hat?

Der einzige der hier satt ist bist du.

Was Ökoonomen sich in Zukunft genauer anschauen müssen

ist nicht nur die Moral der Bankhäuser, die sich nicht nur in der Libor Manipulation ausdrückt, es ist höchste Zeit, die Staatsfinanzen von den Finanzmärkten und den ebenso skandalös manipulierten Ratings der US-Agenturen zu trennen.

Es gibt auch einen entsprechend einfache Möglichkeit dies zu tun. Ein erster Schritt wäre die Gründung von Staatsbürgerbanken die "Notenbankkredite" in der Höhe der pro Kopf Staatsverschuldung für 1 % Zinsen an ihre Bürger vergeben. Die Bürger dürften damit Staatsanleihen zu 3% Zinsen kaufen. Die Boni für die Bürger (2% Spread) müssen bei einer Neuverschuldung (als Sparanreiz) besteuert werden (500 Euro pro Kopf u. Jahr).

http://oekonetik.info/umschuldung

Darüber sollten sich Ökonomen ernsthaft unterhalten.

@ 02:00 welches banken risiko?

vielleicht sollte man doch besser die Katze im Sack lassen ...

Mir ist es lieber, wenn ich als Kreditnehmer einen "hypothetischen" Zinssatz gekoppelt am EZB-Referenzzinsatz plus *IBOR-Komponente zahle als wenn das volle Marktrisiko der Banken die Grundlage wäre für die ich mitzahlen dürfte. Dann wären die Zinsen ganz woanders und wir hätten ruckzuck eine private Pleitewelle bei Häuslbauern & Co, die sich gewaschen hätte.

Problem

Obwohl die LIBOR- und EURIBOR-Manipulationen alle betreffen, können sich leider nur sehr wenige Leute darunter etwas vorstellen. Es ist auch kompliziert aufgebaut mit der Absicht, dass man es nicht verstehen soll. Denn damit kann man die "dummen" Kreditnehmer ausnehmen, ohne das sie das Gefühl haben, betrogen zu werden. Und kaum ein Kreditnehmer besucht einen Kurs, in dem die Grundlagen dieser Zinsberechnungen ausreichend erklärt werden.
Und wie üblich in Österreich: Wichtig ist das Wiener Schnitzel, der Kartoffelsalat, TV,, ein Sofa und ein Bier, und alles was darüber hinausgeht, das gibt es einfach nicht. Es ist die einfache Weltanschauung der Ösis, die sich die Banken zunutze machen......

Ohne ein Experte der Zinsrechnung sein zu müssen, kann man davon ausgehen, dass die Banken manipulative Handlungen nur dann setzen, wenn sie davon einen Vorteil haben.

Direkt (als Kunde), oder indirekt (als Steuerzahler und somit Teil der Zentralbank) zahlt der Normalbürger dabei drauf.

Und wie wird das gemacht?

Wie schauen wir beim Thema "Investment für Kinderarbeit" und "Nahrungsmittelspekulation" aus?

ja und warum ?

berichten die Medien nicht in Riesenlettern darüber, wo dochg der Schaden ein100-faches von Klein-Kärnten ausmacht ??

Weil die parteidoddels in allen Redaktionen sich lieber mit regionalen Kleinkram bei ihren Parteisekretären beliebt machen als sich mit einem internationalen Thema zu beschäftigen, dass den armen Schreiberlingen viel zu hoch ist ...

Erst wenn KURIER und KRONE und ORFerl
auch laut darüber schreiben und plärren
.... haben Hunz und Kunz das Gefühl das uns dieses auch betrifft !

Was zeigt uns Mr. Heartbeat da auf der Grafik? Den Preisverfall auf Mohair-Wolle-Teppiche bei zugelassener Kinderarbeit? Na Freude.

und tschüß

wieder ein blog vom kinderausbeuter -> ich bin weg.
wie tief ist eigentlich derstandard schon gesunken, das er so einen auch inhaltlich miesen (die erste hälfte erzählt uns hart was man auf der grafik sieht), dahergestammelten (ah, ah, ah) blog braucht?

Ohne seine Meinung bezüglich Kinderarbeit zu teilen, finde ich, dass auch so radikal andere Sichtweisen in einem Medium vertreten werden sollten. MH ist ja kein untergriffiger Demagoge, eher jemand, der versucht die Zusammenhänge in ihrer Komplexität zu verstehen – und das lässt nun mal keine einfachen Schlüsse zu. Übrigens: im Englischen verwendet er keine „ah ah ahs“, sondern redet vielmehr wie ein guter Muttersprachler mit leichtem Wiener Akzent: http://macroathart.com/videos/

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