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Hamburg/Wien - Am Dienstagvormittag begründete Teamchef Marcel Koller die Nominierung des an sich vereinslosen Paul Scharner für die Türkei-Partie so: "Er ist ein absoluter Topprofi, der auf seinen Körper achtet und weiß, was er tun muss, um fit zu sein. Er hat privat mit Roger Spry trainiert, war Gast im Vorbereitungscamp von Eintracht Frankfurt. Außerdem wird er bald einen Vertrag unterzeichnen."
Bald war bereits drei Stunden später, der 32-jährige Niederösterreich unterzeichnete einen Zweijahresvertrag beim Hamburger SV. "Eine große Herausforderung, eine absolute Topadresse." Den obligatorischen Medizincheck hat der 40-fache Teamspieler souverän bestanden. Hamburgs Trainer Thorsten Fink sagte: "Er ist ein lautstarker Organisator, positiv verrückt, topfit, kopfball- und zweikampfstark. Erfahren, aber immer noch heiß. Er soll hier nicht nur den Kader auffüllen. Er ist genau der Typ, den wir gesucht haben." Der mittlerweile als Innenverteidiger agierende Scharner kommt ablösefrei als Ersatz für den in Ungnade gefallenen Slobodan Rajkovic, der von Fink vor Wochen aus dem Kader geworfen wurde.
Scharners Kontrakt beim Premier-League-Club West Bromwich Albion lief mit Ende der vergangenen Spielzeit aus. Er begann seine Karriere bei der Wiener Austria und schaffte über Untersiebenbrunn, Austria Salzburg und Bergen - das liegt in Norwegen - im Jänner 2006 den Sprung in die Premier League zu Wigan Athletic. 2010 zog es ihn zu West Bromwich. In den sechseinhalb Jahren in der höchsten englischen Spielklasse brachte er es auf 207 Einsätze und 21 Tore.
Scharner wird heute, Mittwoch, seinen neuen Kollegen vorgestellt und soll bereits am Samstag im Testspiel bei Real Mallorca sein Debüt geben. In der in zweieinhalb Wochen beginnenden deutschen Bundesliga sind nun 17 Profis aus Österreich engagiert, so viele wie nie zuvor. Werder Bremen stellt das größte Kontingent (Prödl, Junuzovic, Arnautovic).
Tradition
Der Hamburger SV, der als einziger Klub in Deutschland stets erstklassig war (Bayern München schaffte das nicht!), kann mit einer kleinen, aber durchaus feinen österreichischen Tradition aufwarten. Vor Scharner waren schon Norbert Hof (1969-1970), Hans "Buffy" Ettmayr (1975- 1977), Markus Schopp (1996- 1998), Michael Baur (2002-2003) und Richard Kitzbichler (2003) tätig. Als Cheftrainer arbeiteten Ernst Happel (1981-1987) und Kurt Jara (2001-2003) für die Hamburger. (red, APA; DER STANDARD, 8.8.2012) )
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derStandard.at hat sich zum letzten Liga-Spiel der Knappen im Herbst in den Ruhrpott begeben
Nein, wie der Kurier meldet, hat Scharner noch nicht unterschrieben, weil er ein paar Punkte im Vertrage geändert haben möchte.
Das ist wiederum ein Fall für den HSV-Vorstand.
Quelle: http://kurier.at/sport/fus... rstand.php
Diese Meinung hast du aber ziemlich exklusiv. Scharner ist kein Supertechniker, aber ist ein Leitwolf und ein Abräumer wie er im Buche steht. So einer tut jeder Mannschaft gut. Er hat sich nicht umsonst lange in England gehalten, und jetzt wird er den HSV, der dieses Jahr NICHT gegen den Abstieg spielen wird, bereichern.
Dass Scharner einen kräftigen an der Waffel hat, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt. Aber bei mir hat er seit seiner Spaßbewerbung beim ÖFB sowieso ein Stein im Brett. Ich mag den Kerl.
Eine Kostprobe vom intelligenten, aber auch eigenwilligen Scharner bekam Fink beim persönlichen Gespräch präsentiert. Der HSV-Coach: „Plötzlich kramte Paul einen Zettel mit zehn Fragen hervor und befragte mich.“ Fink weiter: „Das ist recht ungewöhnlich, aber ich habe bereitwillig seinen Fragebogen mit ihm abgearbeitet.“
Scharner wollte zusätzlich viel wissen. Fink: „Wie mein Führungsstil ist, wo er spielen wird, welche Stärken und Schwächen das Team hat.“
Nach dem Frage- und Antwortspiel in einem Wiener Hotel überlegte Scharner kurz, dann sagte er: „Trainer, ich mach’s“. Fink: „Das hat mir riesig gefallen.“
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