Karibische Festspiele auf der Laufbahn

  • Karibische Momentaufnahme auf der 400-Meter-Strecke: Kirani James (Dritter von links/Grenada), Luguelin 
Santos (Dominikanische Republik)' Chris Brown (Bahamas), Lalonde Gordon (Trinidad and Tobago).
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    foto: reuters/nichols

    Karibische Momentaufnahme auf der 400-Meter-Strecke: Kirani James (Dritter von links/Grenada), Luguelin Santos (Dominikanische Republik)' Chris Brown (Bahamas), Lalonde Gordon (Trinidad and Tobago).

  • Felix Sanchez geht vor Michael Tinsley und Javier Culson über die Ziellinie.
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    Felix Sanchez geht vor Michael Tinsley und Javier Culson über die Ziellinie.

  • Der Läufer aus der Dominikanischen Republik widmete den Sieg seiner Großmutter.
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    Der Läufer aus der Dominikanischen Republik widmete den Sieg seiner Großmutter.

  • Olympiasiegerin im Stabhochsprung: Jennifer Suhr aus den USA.
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    foto: apa/ap/gash

    Olympiasiegerin im Stabhochsprung: Jennifer Suhr aus den USA.

Der erst 19-Jährige Kirani James aus Grenada (400 Meter) und Altmeister Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik (400 Meter Hürden holen Gold - Noch einmal Bronze für Stabhochsprung-Königin Isinbajewa

London - Der erst 19-jährige Weltmeister Kirani James aus Grenada sicherte sich am Montagabend auch die olympische Goldmedaille über die Stadionrunde. Und das in überlegener Manier. Im erst dritten Olympia-Finale über die 400 m ohne Beteiligung von US-Athleten, die allesamt bereits vorzeitig gescheitert waren, gewann James im erneut bummvollen Stadion zu London mit dem Landesrekord von 43,94 Sekunden vor Luquelin Santos aus der Dominikanischen Republik, der 44,46 lief. Bronze ging in 44,52 Sekunden an Lalonde Gordon aus Trinidad und Tobago in 44,52 Sekunden.

Ein Sieg für die Großmutter

Über 400 m Hürden brachte Felix Sanchez das Kunststück fertig, dem Gold von Athen 2004 acht Jahre später einen erneuten Olympiasieg folgen zu lassen. Nach jahrelangen Verletzungsproblemen triumphierte der fast 35-Jährige aus der Dominikanischen Republik in Jahres-Weltbestzeit von 47,63 Sekunden über Michael Tinsley (USA/47,91) und Javier Culson (Puerto Rico/48,10). Nur Vierter wurde der britische Weltmeister David Greene (48,25).

Sanchez zog im größten Jubel unter seinem Trikot ein Foto heraus, legte es auf die Bahn und küsste es. Es zeigte seine Großmutter, die während der Peking-Spiele gestorben war: "Ich wollte sie stolz machen, deshalb hatte ich ihren Namen auf meinen Spikes. Als sie starb, brach es mir mein Herz."

Julija Saripowa siegt über 3000 m Hindernis

Weltmeisterin Julija Saripowa wurde als Nachfolgerin ihrer russischen Landsfrau Gulnara Galkina Olympiasiegerin im 3000-m-Hindernislauf. Die 26-Jährige aus Kasan dominierte das Rennen in 9:06,72 Minuten vor der Tunesierin Habiba Ghribi. Bronze ging in 9:09,84 Minuten an die Äthiopierin Sofia Assefa. Die kenianischen Läuferinnen gingen leer aus.

Bei der vierten Austragung des Stabhochsprungs der Frauen ging Gold zum zweiten Mal an die USA. Zwölf Jahre nach Stacy Dragila bei der Premiere in Sydney triumphierte Jennifer Suhr mit 4,75 m vor der höhengleichen Kubanerin Yarisley Silva. Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa verpasste dagegen ihren Gold-Hattrick. Die in Athen und Peking siegreiche Russin musste sich in ihrer Comeback-Saison mit 4,70 und Bronze zufrieden geben.

Isibajewa, wie man sie kennt

Wie man es von ihr längst kennt, verkroch sich Isibajewa vor ihrem Einstieg in den Wettkampf unter ihrem Kapuzensweater. Sie verzog sich zugedeckt auf die Wartebank, kuschelte sich unter eine Bettdecke mit olympischen Motiven und ließ die Konkurrentinnen mal machen. Als Einstiegshöhe wählte die 28-fache-Weltrekordlerin 4,55 m - und riss. 4,65 und 4,70 m nahm sie dafür im ersten Versuch, doch bei 4,75 fiel die Latte wieder. Einmal, zweimal. Sie ließ sich 4,80 m auflegen - zu hoch.

Der Goldtraum für die 30-Jährige war damit ausgeträumt, Bronze war ihr aber sicher. Mit gequältem Lächeln winkte sie dem Publikum. Sie hatte die Chance vergeben, als erste Frau dreimal hintereinander Gold bei Olympischen Spielen zu gewinnen. 2013 bei der Heim-WM in Moskau bietet sich die letzte Chance auf Großtaten, denn danach wird sie ihre Karriere beenden.

Im Kugelstoßen der Frauen setzte sich die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 21,36 m vor der Neuseeländerin Valerie Adams (20,70) und der Russin Jewgenia Kolodko (20,48) durch. (sid/APA/red, derStandard.at, 6.8.2012)

FINALERGEBNISSE:

  • Männer, 400 m: 1. Kirani James (GRN) 43,94 Sek. (JWBZ) - 2. Luguelin Santos (DOM) 44,46 - 3. Lalonde Gordon (TRI) 44,52 - 4. Chris Brown (BAH) 44,79 - 5. Kevin Borlee (BEL) 44,81 - 6. Jonathan Borlee (BEL) 44,83 - 7. Demetrius Pinder (BAH) 44,98 - 8. Steven Solomon (AUS) 45,14
  • Männer, 400 m Hürden: 1. Felix Sanchez (DOM) 47,63 Sek. (JWBZ) - 2. Michael Tinsley (USA) 47,91 - 3. Javier Culson (PUR) 48,10 - 4. David Greene (GBR) 48,24 - 5. Angelo Taylor (USA) 48,25 - 6. Jehue Gordon (TRI) 48,86 - 7. Leford Greene (JAM) 49,12 - 8. Kerron Clement (USA) 49,15
  • Frauen, 3.000 m Hindernis: 1. Julija Saripowa (RUS) 9:06,72 Min. - 2. Habiba Ghribi (TUN) 9:08,37 - 3. Sofia Assefa (ETH) 9:09,84 - 4. Milcah Chemos Cheywa (KEN) 9:09,88 - 5. Hiwot Ayalew (ETH) 9:12,98 - 6. Etenesh Diro (ETH) 9:19,89 - 7. Antje Möldner-Schmidt (GER) 9:21,78 - 8. Gesa-Felicitas Krause (GER) 9:23,52
  • Frauen, Stabhochsprung: 1. Jennifer Suhr (USA) 4,75 m - 2. Yarisley Silva (CUB) 4,75 - 3. Jelena Isinbajewa (RUS) 4,70 - 4. Silke Spiegelburg (GER) 4,65 - 5. Martina Strutz (GER) 4,55 - 6. Holly Bleasdale (GBR), Jirina Ptacnikova (CZE) und Lisa Ryzih (GER) alle 4,45
  • Frauen, Kugelstoßen: 1. Nadeschda Ostaptschuk (BLR) 21,36 m - 2. Valerie Adams (NZL) 20,70 - 3. Jewgenia Kolodko (RUS) 20,48 - 4. Gong Lijiao (CHN) 20,22 - 5. Li Ling (CHN) 19,63 - 6. Michelle Carter (USA) 19,42 - 7. Liu Xiangong (CHN) 19,18 - 8. Geisa Arcanjo (BRA) 19,02
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