Anfälligkeit für Ohnmacht auch genetisch bedingt

6. August 2012, 22:00

Australischer Forscher befragt 51 Zwillingspaare

Melbourne - Die Anfälligkeit für Ohnmacht steckt auch in den Genen: Zu diesem Schluss kommen australische Neurologen nach einer Befragung von Zwillingen und ihren Angehörigen. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Ohnmacht genetisch bedingt ist, aber es können durchaus mehrere Gene und mehrere Umweltfaktoren zusammen sein, die das Phänomen auslösen", berichtet Samuel Berkovic von der Universität von Melbourne in der amerikanischen Fachzeitschrift "Neurology".

Mit seinem Team befragte Berkovic 51 Zwillingspaare gleichen Geschlechts von neun bis 69 Jahren, von denen jeweils mindestens ein Zwilling Ohnmachtsanfälle hatte. Bei identischen Zwillingen, die in einem Raum zusammen waren, war die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Ohnmacht des einen auch der andere das Bewusstsein verliert, doppelt so hoch wie bei zweieiigen Zwillingen, berichtete Berkovic. Identische Zwillinge reagierten auch deutlich häufiger auf genau die gleichen Auslöser wie Stress oder Blut.

Dass vermutlich mehrere Gene die Neigung zur Ohnmacht ausmachen, schließt Berkovic aus der Befragung von anderen Familienangehörigen. "Wenn es ein einzelnes Gen wäre, dürfte man erwarten, dass die Ohnmachtshäufigkeit bei anderen Verwandten der Zwillinge ähnlich hoch ist. Das haben wir aber nicht festgestellt", erklärt er das Ergebnis. "Die Forschung über eine mögliche Vererbung von Ohnmachtsneigung war widersprüchlich", sagt Berkovic. "Als Neurologe vermutete ich dass sie oft vererbt wird, aber es war nie richtig untersucht worden. Zwillinge zu befragen war ein eleganter Weg, die Hypothese "Gene oder Umwelt" zu testen." (APA, derStandard.at, 6. 8. 2012)

wer hat denn bitte schön heute ohnmachtsanfälle?

Das einem jungen menschen mit vielen hormonschwankungen in einer stickigen heißen straßenbahn mal schwarz vor augen wird, ist mehr als verständlich.
Aber sonst?

"Zwillinge zu befragen war ein eleganter Weg, die Hypothese "Gene oder Umwelt" zu testen"

warum?

zwillingsstudien sind oft sehr aussagekräftig und liefern interessante ergebnisse - in dem fall frag ich mich aber, ob das hier wirklich zutrifft.

gerade zwilling haben mehr oder weniger die selbe sozialisation erlebt.

kann mich an zwillinge im kindergarten erinnern. die haben grundsätzlich immer gemeinsam geweint. hätt mich glaub ich nicht gewundert, dass auch wenn einer der beiden in ohnmacht gefallen wär der andere auch umgekippt wär^^

Mich würd' ja interessieren wie man 51 Zwillingspaare findet, von denen der eine Zwilling schon mal in Ohnmacht gefallen ist, als der andere auch gerade im Raum war.

Das ist die eigentliche Leistung bei dieser Studie ;).

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